
Die Messe Idar-Oberstein hat mit Alexander Klein seit April einen neuen Geschäftsführer. Im Interview spricht er über zukünftige Pläne und Perspektiven für den Standort.
Herr Klein, Sie sind seit 1. April Geschäftsführer der Messe Idar-Oberstein. Welche Ausbildung und Erfahrung bringen Sie für diese Aufgabe mit?
Ich habe einen technischen Hintergrund und bin seit 2015 als Projektleiter tätig gewesen. In dieser Funktion konnte ich umfangreiche Erfahrung in der Organisation, Planung und Umsetzung komplexer Projekte sammeln. Besonders wichtig waren dabei stets die wirtschaftliche Steuerung, Personalführung sowie die Koordination unterschiedlichster Gewerke. Zusätzlich bringe ich durch meine langjährige Tätigkeit im Vereinswesen - insbesondere als 1. Vorsitzender der Freilichtbühne Mörschied - fundierte Erfahrung im Eventmanagement, Marketing und in der Führung größerer Teams mit.
Was hat Sie gereizt, nach einer technischen Ausbildung sich für einen Job zu bewerben, der sich hauptsächlich Verwaltungs- und Organisationsfragen widmet?
Mich reizt vor allem die Kombination aus strategischer Entwicklung, Organisation und der Möglichkeit, aktiv etwas für die Region zu bewegen. Die Messe bietet enormes Potenzial, Menschen, Wirtschaft und Ideen zusammenzubringen. Genau diese Schnittstelle zwischen Planung, Kreativität und wirtschaftlichem Denken entspricht meinen Stärken und meiner Motivation.
Gerade regionale Messestandorte präsentieren meist Themen mit lokalem Bezug. Haben sie schon Ideen, Idar-Oberstein mit bestehendem Potenzial und vielleicht neuen Anreizen als Messestandort interessant zu gestalten?
Idar-Oberstein hat mit seiner Edelstein- und Schmucktradition ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Dieses gilt es gezielt auszubauen und mit neuen Formaten zu verbinden. Ich sehe großes Potenzial in der Kombination aus klassischen Fachmessen, Publikumsevents und erlebnisorientierten Formaten. Ziel ist es, die Messe ganzjährig als Veranstaltungsplattform zu etablieren und neue Zielgruppen anzusprechen.
Eine Messe lebt vor allem durch zwei Faktoren: Erstens Aussteller mit interessanten Präsentationen und zweitens Besucher mit großem Informationsbedarf. Wo sehen Sie Themen für die Messe Idar-Oberstein und das regionale Einzugsgebiet, aus dem beide Gruppen kommen könnten?
Neben der traditionellen Edelsteinbranche sehe ich großes Potenzial in Bereichen wie Lifestyle, Handwerk, Outdoor, Tourismus sowie familienorientierte Events. Wichtig ist es, Formate zu schaffen, die sowohl Fachpublikum als auch Endverbraucher ansprechen. Veranstaltungen mit Erlebnischarakter werden dabei eine zentrale Rolle spielen.
Sehen Sie den Messestandort gerüstet, um den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Risikofaktoren erfolgreich begegnen zu können?
Die Herausforderungen sind vorhanden - sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Dennoch bin ich überzeugt, dass der Standort mit einer klaren Strategie, innovativen Konzepten und einer starken regionalen Vernetzung sehr gut aufgestellt werden kann. Flexibilität und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung sind dabei entscheidend.
Eine Messe zeichnet sich oft über die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern aus Politik und Wirtschaft aus. Wie sieht da ihr Netzwerk aus?
Durch meine bisherigen Tätigkeiten verfüge ich bereits über ein gewachsenes Netzwerk in der Region - sowohl in der Wirtschaft als auch in der Politik. Dieses möchte ich weiter ausbauen und gezielt nutzen, um die Messe Idar-Oberstein nachhaltig zu stärken und neue Kooperationen zu schaffen.
Sie sind bisher in der Öffentlichkeit als Vorsitzender der Freilichtbühne Mörschied bekannt, auf der Sie auch schon als Stuntman standen. Werden wir Sie auch in Zukunft noch dort sehen und welche privaten Interessen und Pflichten prägen Sie?
Die Freilichtbühne Mörschied ist für mich weit mehr als ein Hobby - sie ist ein Stück Zuhause, ein Teil meines Lebens. Alles, was ich heute mache, habe ich in gewisser Weise auch dort gelernt: Verantwortung zu übernehmen, im Team zu arbeiten, Rückschläge auszuhalten und immer wieder aufzustehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich ohne diesen Verein heute nicht an der Stelle wäre, an der ich jetzt stehe.
Deshalb ist für mich ganz klar: Solange es irgendwie möglich ist, werde ich dort auf der Bühne stehen - auch als Stuntman. Diese Leidenschaft, dieses Adrenalin und vor allem dieses besondere Gefühl, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, kann und will ich nicht aufgeben.
Privat prägt mich genau das: Teamgeist, Einsatzbereitschaft und die Überzeugung, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als alleine. Die Freilichtbühne ist für mich nicht nur ein Verein - sie ist Familie.
Herr Klein, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Umsetzung für die Zukunft!
Das Gespräch führte Arno Boes
