Bei „KiTec – Kinder entdecken Technik“ liegen Holz, Werkzeug und Kleinteile bereit. Aus dem Material entstehen zum Beispiel Türme, Brücken oder einfache Fahrzeuge. Die Kinder planen, bauen, testen – und verändern ihre Konstruktion, wenn etwas noch nicht funktioniert. Genau darin steckt die Idee hinter der MINT-Förderung: Technische Zusammenhänge sollen nicht nur erklärt, sondern durch eigenes Ausprobieren erfahrbar werden.
Im Rhein-Hunsrück-Kreis betreut der Regionalrat Wirtschaft Rhein-Hunsrück e. V. seit 2021 die MINT-Regionalpatenschaft und koordiniert entsprechende Bildungsangebote vor Ort. Eingebunden ist diese Arbeit in die MINT-Strategie des Landes Rheinland-Pfalz. Bildungsministerium, Pädagogisches Landesinstitut, Wissensfabrik und regionale Partner übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben – von der Bereitstellung von Materialien und Fortbildungen bis zur Umsetzung an den Schulen.

Bereits in der Grundschule setzt „KiTec“ auf praktisches Arbeiten. Mit Werkzeug- und Materialkisten entwickeln Kinder eigene technische Lösungen. Nicht das perfekte Ergebnis steht im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin: planen, ausprobieren, Fehler erkennen und eine Konstruktion verbessern. So werden Grundlagen aus Bau-, Fahrzeug- und Elektrotechnik anschaulich vermittelt.
Mit „KiTec Digital“ wird dieser Ansatz um digitale Anwendungen erweitert. An weiterführenden Schulen kommt unter anderem „IT2School – Gemeinsam IT entdecken“ zum Einsatz. Das Programm greift Informatik aus dem Alltag auf und zeigt, wie digitale Systeme funktionieren. Ergänzend gibt es ein Modul zur Künstlichen Intelligenz. Auch der Calliope mini kann im Unterricht genutzt werden, etwa für erste Programmiererfahrungen und die Verbindung von Software mit elektronischen Bauteilen. Die Ausstattung erfolgt dabei nicht automatisch über das reguläre IT2School-Materialset, sondern kann beispielsweise über Ausleihangebote oder zusätzliche Anschaffungen erfolgen.
Einen breiteren Blick eröffnet „City4Future“. Schüler beschäftigen sich damit, wie eine klimafreundliche Stadt gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen etwa Klimawandel, Energieversorgung, Speicherung, Wohnen und kommunale Entscheidungen. Eine simulierte Stadtratssitzung verbindet naturwissenschaftliche Fragen mit gesellschaftlichen Zusammenhängen. So wird deutlich, dass technische Lösungen immer auch Auswirkungen auf das Zusammenleben haben.
Zusätzliche Möglichkeiten schaffen mobile Angebote. Der MakerSpace Mayen-Koblenz ist ausdrücklich auch im Rhein-Hunsrück-Kreis unterwegs und bringt Workshops zu Robotik, Programmierung, Löten und 3D-Druck an Schulen und andere Lernorte. Gerade im ländlichen Raum ist das von Bedeutung, weil nicht jede Schule über eigene Labore, Werkstätten oder umfangreiche technische Ausstattung verfügt.
Damit reicht die MINT-Förderung über den Unterricht hinaus. Sie kann früh Interesse an Berufsfeldern wecken, die für viele Unternehmen der Region wichtig sind. Handwerk, Industrie, IT und Energiewirtschaft benötigen Nachwuchs mit technischem Verständnis. Wer schon in der Schule erlebt, dass sich Technik selbst bauen, programmieren und verändern lässt, bekommt einen konkreteren Zugang zu diesen Bereichen. Für den Rhein-Hunsrück-Kreis verbindet die MINT-Regionalpatenschaft deshalb Bildung und Berufsorientierung. Sie schafft Gelegenheiten, Neugier praktisch auszuleben – und kann zugleich zeigen, welche beruflichen Möglichkeiten direkt in der Region liegen. red
