
Vom Rheingau in den Hunsrück: Die stetig steigende Nachfrage an Betreuungsplätzen in der stationären Jugendhilfe lässt das Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville weiterwachsen. Nach 61 Jahren am Gründungsstandort Eltville im Rheingau-Taunus-Kreis ist die Jugendhilfeeinrichtung seit nunmehr sechs Jahren auch im Rhein-Hunsrück-Kreis aktiv. Mit Erfolg: Im Frühjahr 2027 eröffnet in Ellern eine weitere Wohngruppe. Dafür werden schon jetzt neue Mitarbeitende gesucht.
Eigentlich begann die Geschichte des Bethanien Kinder- und Jugenddorfs im Hunsrück mit einer ganz einfachen Frage: Wo können weitere Kinder und Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr bei ihren leiblichen Familien wohnen können, ein Zuhause finden, wenn am Gründungsstandort im Rheingau die Möglichkeiten knapp werden?
Die Antwort führte das Team um Kinderdorfleiter Thomas Kunz vor sechs Jahren in den Hunsrück. 2020 öffnete zunächst die Intensivgruppe in der Taubenmühle bei Külz ihre Türen. Kurz darauf kam das alte Pfarrhaus in Pleizenhausen dazu. In den folgenden Jahren folgten weitere Wohngruppen in Biebern und Rheinböllen. Mit dem Trainingswohnen unterstützt Bethanien zudem junge Menschen zwischen 16 und 21 Jahren auf dem Weg in ein selbstständiges Leben. Heute finden Kinder und Jugendliche an insgesamt acht Standorten im Hunsrück ein Zuhause, Unterstützung und Menschen, die sie auf ihrem Weg begleiten.
Mit dem neuen Standort im Rhein-Hunsrück Kreis ist nicht nur die Zahl der betreuten Kinder und Jugendliche auf 180 gewachsen, sondern auch das Team der Mitarbeitenden und die Infrastruktur rund um die Jugendhilfeeinrichtung: In Simmern hat das Kinderdorf eigene Büroräume für Erziehungsleitungen und den Psychologischen Fachdienst bezogen. Damit werden neben den stationären Angeboten auch die ambulanten Hilfen in der Region weiter ausgebaut.
„Wir sind heute im Hunsrück eine etablierte Größe in der Jugendhilfe, zugleich ein attraktiver Arbeitgeber in der Region“, sagt Kinderdorfleiter Thomas Kunz. Der Bedarf an Betreuungsplätzen bleibt hoch – und damit wächst auch Bethanien weiter. Schon im Frühjahr 2027 eröffnet in Ellern eine weitere Wohngruppe für Kinder und Jugendliche. „Dafür suchen wir schon jetzt engagierte pädagogische Fachkräfte“, sagt Kunz. Damit setzt das Bethanien Kinderdorf seinen 1965 eingeschlagenen Weg fort: Kinder und Jugendliche erhalten Obhut und Perspektiven – und die Region gewinnt zugleich neue Arbeitsplätze und einen zuverlässigen Arbeitgeber.
