Schon gewusst?

08. Oktober 2026
Schon gewusst?

Foto: Koblenz-Touristik, Dominik Ketz

Der Werwolf von der Karthause

Foto: KI-generiert
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Mitternacht auf dem Karthäuser Berg: Ein preußischer Offizier reitet um 1820 von der Feste Alexander in Richtung Stadt. Plötzlich scheut sein Pferd. Vor ihm erhebt sich ein riesiges, schwarzes, zottiges Wesen und klettert den Felsen hinauf. So erzählt es eine Koblenzer Sage, die Christian von Stramberg 1851 im „Rheinischen Antiquarius“ festhielt. 

Die Geschichte reicht bis in den Dreißigjährigen Krieg zurück. Als schwedische Truppen 1632 das Kartäuserkloster St. Beatusberg angriffen, soll der Räuber Johannes Wolf, genannt „Steine Gehannes“, ihnen mit seiner Bande geholfen haben. Der Überlieferung nach hatte er sich dem Teufel verschrieben und konnte sich in einen Wolf verwandeln. Später erzählte man sich am Hohlweg zwischen Moselweiß und der Karthause weitere unheimliche Wolfsbegegnungen – auch die eines Kartäuserpaters. Der schwedische Angriff ist historisch belegt; der Werwolf und die nächtlichen Begegnungen gehören ins Reich der Sagen.

Quelle: Elmar M. Lorey, „Das Verblassen der Werwolfsage – Am Beispiel einer Überlieferung aus Koblenz“, mit den Textfassungen von Christian von Stramberg (1851) und Paul Zaunert (1924).

Die Madonna mit der rätselhaften Herkunft

Wer an der Ecke Kornpfortstraße/Unterm Stern nach oben blickt, entdeckt die Schürger-Madonna. Ihre Geschichte beginnt mit einer Überlieferung: 1532 sollen Hafenarbeiter, sogenannte Schürger, die Figur aus der Mosel geborgen haben. Die vermutlich um 1420 am Mittelrhein entstandene Holzskulptur wurde später als „Heiligtum der Seestädter“ verehrt. Wo sie zuvor stand und wie sie in den Fluss gelangte, ist unbekannt. 

Auch das Bildnis in der Hausnische ist nicht das Original. Der damalige Hausbesitzer nahm die Figur 1961 nach dem Verkauf des Gebäudes mit; sie verschwand in Privatbesitz. Erst am 7. Dezember 1998 wurde eine Nachbildung aufgestellt. Angestoßen hatte dies die Altstädter Brunnengemeinschaft, unterstützt von der Pfarrgemeinde Liebfrauen und der Weißer Gasser Kirmesgesellschaft. Seit 2014 ist die Pfarrgemeinde Eigentümerin der Replik.

Koblenz im Rekordfieber

Koblenz hat Rekordgeschichte geschrieben. Zum Jahrtausendwechsel fuhr Hochseilartist Johann Traber auf dem Hinterrad seines Motorrads über den Rhein – auf einem Stahlseil zwischen Deutschem Eck und Festung Ehrenbreitstein. 2010 setzten 50 Beteiligte aus 20 Innungsbäckereie am Deutschen Eck eine 450 Kilogramm schwere Nussecke zusammen. Der Erlös kam der Kinderhilfsaktion „Herzenssache“ zugute. 

2012 stellte Kinderbuchautor Stefan Gemmel auf der Festung gleich zweimal einen Guinness-Leserekord auf: Erst hörten ihm 5.374 Kinder zu, anschließend 5.406. Insgesamt waren 10.780 dabei. 2017 verbanden Helfer dort 25.182 gebrauchte Brillen zu einer 3.597,50 Meter langen Rekordkette. 

Auch im Papierlager der Rhein-Zeitung wurde Geschichte geschrieben: 2015 schafften 82 Menschen einen Weltrekord im Stille-Post-Spiel innerhalb von drei Minuten. Eine Massagekette mit 285 Teilnehmern verfehlte 2009 dagegen den Guinness-Rekord knapp.

100 Jahre Grundsteinlegung für das Görres-Denkmal

Zwischen Rhein und Kurfürstlichem Schloss erinnert das Joseph-Görres-Denkmal an einen der bekanntesten Söhne von Koblenz. Johann Joseph Görres wurde am 25. Januar 1776 in der Stadt geboren. Der Lehrer, Naturphilosoph und Publizist, seit 1839 geadelt, starb 1848 in München. Noch heute tragen Straßen, Schulen und Gebäude seinen Namen. 

2026 steht Görres gleich mehrfach im Mittelpunkt: Sein Geburtstag jährte sich zum 250. Mal. Zudem wurde die nach ihm benannte Görres-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft vor 150 Jahren, am 25. Januar 1876, in Koblenz gegründet. 

Ein weiteres Jubiläum betrifft das Denkmal in den Rheinanlagen. Während der 50. Generalversammlung der Görres-Gesellschaft, die vom 11. bis 16. September 1926 in Koblenz stattfand, wurde am 15. September der Grundstein gelegt. Bis zur Fertigstellung dauerte es noch zwei Jahre: Die Bronzeplastik des Düsseldorfer Bildhauers Richard Langer auf ihrem Sockel aus Rochlitzer Porphyr wurde 1928 eingeweiht.