Es gibt Geschäfte, die zu einer Stadt gehören, weil sie seit Jahrzehnten ihr Bild prägen. Und es gibt solche, die Teil ihrer Geschichten werden. Die Goldschmiede Hofacker ist seit 1951 in Koblenz zuhause und wird heute in vierter Generation geführt. Das erfüllt die Familie mit Stolz – und ist zugleich „Ansporn für die Zukunft“.
Erst am 8. August feierte das Traditionsgeschäft sein 75. Jubiläum. Viele Menschen sind der Einladung unter dem Motto „Feuer und Flamme“ gefolgt undmachtendie Feier zu einer Zeit voller schöner Begegnungen, wertvoller Erinnerungen und gemeinsamer Momente am Deutschen Eck. Der Abend gipfelte schließlich in dem eindrucksvollen Feuerwerk Rhein in Flammen.
Wie eng Hofacker mit den Biografien seiner Kundschaft verbunden ist, zeigt sich in kleinen Begegnungen. Etwa wenn eine Kundin erzählt, dass sie schon als Kind mit ihren Großeltern zu Hofacker kam, um sich ein Schmuckstück zur Kommunion auszusuchen. Erinnerungen wie diese bleiben, während sich die Koblenzer Innenstadt verändert hat. Viele Familienbetriebe seien verschwunden, zugleich hätten neue, innovative Unternehmen ihren Platz gefunden, so Birgit Hofacker, Geschäftsführerin der Goldschmiede Hofacker.
Hofacker versteht sich als Teil des städtischen Lebens. Das Engagement bei kulturellen Veranstaltungen und Events in der Region soll die Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen stärken. Diese Nähe zeigt sich, wenn Kundinnen und Kunden beim nächsten Besuch ihre Begeisterung über eine Veranstaltung ausdrücken.


Im Mittelpunkt bleibt das Handwerk
Die Schmuckstücke entstehen nach eigenem Design und werden im eigenen Atelier gefertigt; dazu kommen bedeutende Uhrenmarken. Diese Verbindung macht Hofacker nach eigener Einschätzung zu einer Bereicherung der Innenstadt und zieht auch Kundschaft aus der Umgebung an. Längst reicht die Resonanz weiter: Anfragen zu den handgefertigten Designlinien und Unikaten kommen inzwischen aus ganz Deutschland.
Bewusst setzt die Goldschmiede nicht auf kurzlebige Moden. „Wir erfüllen keine Trends, wir bieten zeitloses Design, das die Persönlichkeit und Individualität unterstreicht“, sagt Birgit Hofacker. Die Anlässe, Schmuck zu erwerben, seien vielfältig: Geburtstage und Hochzeitstage gehören dazu, ebenso der Wunsch, einem geliebten Menschen eine Freude zu machen. Und nicht wenige kommen, um sich selbst etwas zu gönnen.
Service und persönlicher Kontakt
Eine besondere Rolle spielt der Service. Reparaturen, Umarbeitungen und individuelle Anfertigungen gehören zum Angebot. Entscheidend sei der persönliche Kontakt: Kundinnen und Kunden sollen spüren, dass ihr Anliegen wichtig genommen wird und alles darangesetzt wird, ihre Wünsche umzusetzen. Darin liegt auch die Antwort auf den Onlinehandel. Hofacker setzt auf vier Dinge, die sich nicht in einen Warenkorb legen lassen: „Vertrauen, Aufmerksamkeit, Individualität, handwerkliche Qualität.“
So gehören Hofacker und Koblenz seit mehr als sieben Jahrzehnten zusammen: Tradition wird hier mit jeder Begegnung weitergeschrieben. Kolja Matzke
