Genusstour auf eigene Faust

Mit Wein im Gepäck führt die Tour durch Altstadt und Uferbereiche bis hinauf zum Ehrenbreitstein

08. Oktober 2026
Genusstour auf eigene Faust

Genusspause mit Blick auf die Festung Ehrenbreitstein: Beim WeinStadtWandern entscheiden die Teilnehmer selbst, wo sie den mitgebrachten Wein genießen. Fotos: Koblenz-Touristik, Johannes Bruchhof

Eine gekühlte Flasche Wein im Rucksack, dazu eine Karte mit möglichen Wegen durch die Stadt: Beim WeinStadtWandern erkunden Besucher Koblenz ohne feste Führung. Sie entscheiden selbst, welche Strecke sie wählen, wo sie eine Pause einlegen und wie viel Zeit sie sich unterwegs nehmen. Das Angebot der Koblenz-Touristik verbindet damit einen individuellen Stadtspaziergang mit der regionalen Weinkultur. 

Das Paket ist für 35 Euro in der Tourist-Information im Forum Confluentes erhältlich. Zum Inhalt gehören ein Juterucksack mit einer gekühlten Flasche Wein aus dem jeweils aktuellen Sortiment, ein Flaschenkühler sowie zwei Weingläser mit passenden Haltern. Hinzu kommen eine Postkarte und eine Wanderkarte, die auch digital genutzt werden kann. Darauf sind zwei mögliche Routen und geeignete Punkte für Pausen und Ausblicke eingezeichnet. 

Einen vorgegebenen Zeitplan gibt es nicht. Wer nur eine kürzere Runde unternehmen möchte, kann sich auf die Altstadt und die Wege an Rhein oder Mosel konzentrieren. Für einen ausgedehnteren Spaziergang lässt sich die Tour bis zur Festung Ehrenbreitstein erweitern. Die längere Route führt damit aus dem Zentrum hinaus und eröffnet von der Höhe einen weiten Blick über Koblenz und die beiden Flüsse. 

Unterwegs verändert sich das Stadtbild immer wieder. In der Altstadt führen die Wege durch Gassen und über Plätze, wenig später öffnen sich an den Ufern weite Sichtachsen. Besonders rund um das Deutsche Eck wird sichtbar, wie stark Koblenz von seiner Lage an Rhein und Mosel geprägt ist. Statt einem klassischen Rundgang von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu folgen, lässt sich die Stadt so in selbst gewähltem Tempo entdecken.

Der Weinbezug ist dabei mehr als eine Zugabe für Touristen. Koblenz liegt an der Schnittstelle der Weinregionen Mosel und Mittelrhein und besitzt selbst eine lange Weinbautradition. Im Stadtgebiet werden rund 40 Hektar Rebfläche bewirtschaftet. Zu den angebauten Rebsorten gehören unter anderem Riesling und Spätburgunder. Weinbau gehört damit bis heute zum Umfeld der Stadt, auch wenn er im dicht bebauten Zentrum nicht überall unmittelbar sichtbar ist. 

Das WeinStadtWandern greift diesen regionalen Bezug auf, ohne eine klassische Weinbergswanderung zu sein. Die Wege führen überwiegend durch den Stadtraum, entlang der Flüsse und zu Aussichtspunkten. Die Flasche aus dem Paket begleitet die Teilnehmer dabei auf ihrer selbst zusammengestellten Runde. An geeigneten Plätzen lässt sich eine Pause einlegen, bevor der Spaziergang fortgesetzt wird. Gerade dadurch unterscheidet sich das Angebot von geführten Stadttouren. Es gibt keine Gruppe, der man folgen muss, und keine feste Abfolge von Stationen. Wer länger an einem Aussichtspunkt bleiben möchte, kann das ebenso tun wie Besucher, die einzelne Abschnitte auslassen oder die Tour verkürzen. Auch die Tageszeit lässt sich innerhalb der Öffnungs- und Abholmöglichkeiten frei wählen. Damit richtet sich das WeinStadtWandern nicht nur an Tagesgäste und Wochenendbesucher. Auch Einheimische können vertraute Wege anders erleben, etwa bei einer Pause am Moselufer oder mit Blick von Ehrenbreitstein auf die Stadt. Das Konzept gibt lediglich den Rahmen vor. Wie daraus der eigene Spaziergang durch Koblenz wird, entscheidet sich unterwegs. red