Wandern, schauen, staunen

Zwischen Donnersberg, Obermosel und Westerwald wird der Skulpturenweg zum Ausflug mit Kunstbonus

09. Mai 2026
Wandern, schauen, staunen

Foto: Jochen Heim/Pfalz Touristik e. V.

Markus hatte eigentlich nur eine Wanderung geplant. Sieben Kilometer, gutes Schuhwerk, Thermoskanne. Dann stand er plötzlich vor einer Frau aus Stein, halb Pferd, halb Mensch, mitten zwischen den Bäumen – und blieb stehen. Nicht weil er musste. Sondern weil man vor so etwas einfach stehen bleibt. 

Genau das passiert auf den Skulpturenwegen in Rheinland-Pfalz regelmäßig. Seit mehr als 30 Jahren wächst dieses Kulturprojekt im Land – und bringt Skulpturen dorthin, wo man sie nicht erwartet: an Flussufer, auf Höhenwege, mitten in den Wald. Keine Galerien, keine Eintrittskarten, keine Schwelle. Nur ein Weg und das, was plötzlich am Rand steht. 

Der Keltische Skulpturenweg auf dem Donnersberg ist einer der eindrücklichsten. Auf gut acht Kilometern verbindet er das nachgebildete keltische Dorf in Steinbach mit dem einstigen Oppidum auf dem Gipfel. 13 Skulpturen säumen die Strecke, inspiriert von keltischer Mythologie – die Pferdefrau, ein Waldgott, Figuren, die wirken, als hätten sie schon immer dort gestanden. Geschichte und Landschaft verschmelzen hier so selbstverständlich, dass man am Ende nicht mehr sicher ist, ob man gewandert ist oder etwas erlebt hat. 

45 Holzskulpturen säumen den Skulpturenweg hoch über dem Gelbachtal bei Montabaur im Westerwald. Foto: Claudia Wirsch/Westerwald Touristik Service
45 Holzskulpturen säumen den Skulpturenweg hoch über dem Gelbachtal bei Montabaur im Westerwald. Foto: Claudia Wirsch/Westerwald Touristik Service

Ganz anders die Stimmung an der Obermosel. Der Weg „Steine am Fluss" zieht sich auf 30 Kilometern von Konz bis Palzem am Ufer entlang. 16 Steinskulpturen aus regionalem Udelfanger Sandstein stehen im Wechsel mit Weinorten, Wasser und offener Landschaft. Wer mag, radelt die Strecke, oder teilt sie in Etappen. Das Tempo passt sich an – die Kunst auch.

Im Westerwald wartet noch eine andere Welt. Im Gelbachtal bei Montabaur stehen 45 Holzskulpturen auf einem Rundweg durch den Wald, alle aus rohen Baumstämmen mit der Kettensäge herausgearbeitet. Das Fachwerkdorf Reckenthal liegt mittendrin, der Ausblick über das Tal obendrauf. Wer hier geht, merkt schnell: Die Skulpturen gehören zum Wald. Nicht hineingestellt – hineingewachsen.

Markus ist übrigens weitergegangen, damals auf dem Donnersberg. Aber die Pferdefrau hat er nicht vergessen. Das ist vielleicht das Beste an diesen Wegen: Man plant eine Wanderung – und kommt mit etwas anderem nach Hause. red 

Startpunkte:
Keltischer Skulpturenweg: Start wahlweise am Keltendorf in Steinbach am Donnersberg (Brühlstraße) oder auf dem Donnersberg-Plateau.

Steine am Fluss: Idealer Einstieg für Radfahrer in Konz (am Moselufer) oder in Palzem. 

Skulpturenweg Reckenthal: Startpunkt ist das Dorf Reckenthal (gehört zu Montabaur) im Gelbachtal. 

Eine Übersicht der Skulpturenwege gibt es unter https://kulturland.rlp.de/kultur-erleben/bildende-kunst/skulpturenwege-in-rheinland-pfalz

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