Prinz Oli I. und Confluentia Ricarda übernahmen die närrische Regentschaft

Mit feierlicher Inthronisation, großem Showprogramm und viel Herzblut startete Koblenz in die heiße Phase der Karnevalssession 2025/26

24. Januar 2026
Prinz Oli I. und Confluentia Ricarda übernahmen die närrische Regentschaft

Die AKK-Garde begeisterte bei der Inthronisation mit akrobatischen Hebefiguren, perfekter Synchronität und energiegeladenem Gardetanz in der Rhein-Mosel-Halle. Fotos: Dirk Förger

Die neue Karnevalssession ist eröffnet: Bei der Inthronisation der Session 2025/26 wurde aus Oliver Schröder der närrische „Prinz Oli, der närrische Zeitungsjung“. Und Ricarda Kiefer ist nun die charmante „Confluentia Ricarda“. Ein Duo, das bis Aschermittwoch das karnevalistische Volk regiert. Schon der Einmarsch der neuen Herrscher in die Rhein-Mosel-Halle voller Menschen war ein Spektakel: Voran schritt die Musikalische Spielgemeinschaft Güls/Lay. Es folgten Fahnenträger der Koblenzer Karnevalsvereine, Abordnungen der Ortsvereine in Kesselheim, schließlich in Rot-Weiß die „Kapuzemänner“ – die Tollitäten, der Hofstaat und das große Gefolge. 

Nach einer herzlichen Begrüßung kam der Moment der Wahrheit: AKK-Präsident Andreas Münch fragte mit ernster Miene, ob Oliver bereit sei, das närrische Amt zu übernehmen. „Ich bin sowas von bereit!“, schmetterte der Prinz ins Mikro – und das Publikum tobte. Seine frischgekürte Confluentia versprach augenzwinkernd, allen Koblenzer Herren zwischen 18 und 111 Jahren ihr „charmantestes Lächeln“ zu schenken. Damit konnten die beiden die Insignien der Macht von ihren Vorgängern Lars und Kim übernehmen.

Oberbürgermeister David Langner ließ sich nicht lumpen und glänzte einmal mehr mit einer Büttenrede, die irgendwo zwischen Lebensbeichte und Liebeserklärung pendelte. Ab 50, so Langner, sei man auf Lesebrille und „blaue Pillen“ angewiesen. Dagegen bekannte er beim Thema Leidenschaft lauthals, dass die Confluentia zwar wunderbar sei, aber Tusnelda sein Herz erobert habe. Die Angesprochene, alias Serap Boos, konnte daraufhin vor Begeisterung kaum an sich halten. 

Nach dem offiziellen Teil startete das vierstündige Showprogramm, das für bunte Abwechslung sorgte. Willibert Pauels, alias „Ne Bergische Jung“, philosophiert über das Leben zwischen Kirche und Karneval. Die Missemer Turmspatzen sangen sich mit Chorstärke in die Herzen der Besucher – und hatten etwas später sogar noch eine Zugabe, als sie mit „Dörthe Dutt“ den Saal aufmischten. Besagte Koblenzer Drag Queen ließ mit Pailletten, Perücke und Power ihre neueste Hymne auf die Stadt erklingen. Diese war einmal mehr von Guido Klöckner komponiert worden. 

Der musikalische Tausendsassa sorgte mit der Band „Edel Connection“ auch für die musikalische Begleitung des Abends. Ein emotionaler Moment war das Gedenken an den verstorbenen Sanges-Kollegen Torsten „Torty“ Schupp. Für einen musikalischen Gruß in den Himmel hatten sich Dutt, Lena Wecker, Susanne Engelke und Daniel Ferber zusammengetan.

Doch was wäre ein Karneval in Koblenz ohne Tanz? Die Gülser Husaren wirbelten in akrobatischer Perfektion über die Bühne. Die Showtanzgruppe der KuK Rübenach präsentierte ihr Motto „Im Pyjama und mit Schwung…“. Und der Narren-Club Waschem bewies mit viel Power, dass Wölfe im Rudel stark sind. Besonders bejubelt wurden die 34 Gardetänzerinnen und drei Tänzer der AKK-Garde, die mit blitzenden Uniformen den Puls der Jecken beschleunigten. Nicht zu vergessen Confluentia Ricarda, die ins Ensemble ihrer Kapuzemänner-Garde einstieg und vollen Einsatz zeigte. 

Auch die Ehrungen fehlten nicht: OB David Langner und Sparkassen-Vorstand Jörg Perscheid erhielten den großen AKK-Verdienstorden für ihren Einsatz im Brauchtum. Zwischen Applaus und Olau-Rufen glitzerte das Zepter in Prinz Olis Hand – Symbol seiner Regentschaft, die nun einen ganzen Stadtteil auf Trab hält. Dirk Förger