Wenn in Koblenz die fünfte Jahreszeit beginnt, wird schnell klar, dass der Karneval hier mehr ist als ein Termin im Kalender. Zwischen Münzplatz, Rhein-Mosel-Halle und den Sälen der Vereine lebt eine Tradition, die von Ehrenamt, Organisationstalent und einer großen Portion Leidenschaft getragen wird. Genau diese Mischung prägt auch die aktuelle Session.
Denn mit Prinz Oli I. steht in diesem Jahr ein Tollität an der Spitze, der nicht nur aus den Reihen der Karnevalisten kommt, sondern auch aus dem eigenen Haus: aus dem Mittelrhein-Verlag. Der „närrische Zeitungsjung“ ist damit im doppelten Sinn jemand, der weiß, wie der Laden läuft – auf der Bühne wie hinter den Kulissen.
Oliver Schröders beruflicher Weg im Verlag begann dort, wo man sonst kaum gesehen wird: nachts an der Versandanlage, als Beilagen-Anleger. Parallel zu seinem Studium arbeitete er sich in verschiedene Bereiche des Vertriebs ein, übernahm Aufgaben in der Disposition und sammelte früh Einblicke in die Abläufe eines großen Medienhauses. Nach dem Wechsel an die Universität Koblenz folgte der Einstieg in die Ausbildung zum Verlags- und Industriekaufmann. Schon in dieser Zeit übernahm er Verantwortung, unter anderem bei der Einführung eines neuen Vertriebssystems – ein Projekt, das Organisationstalent und Durchhaltevermögen verlangte.
In den folgenden Jahren war Schröder als Assistenz der Geschäftsführung an zahlreichen Projekten beteiligt, darunter am Aufbau eines eigenen Briefdienstes innerhalb der Unternehmensgruppe. Schritt für Schritt verlagerte sich sein Schwerpunkt in die Zustelllogistik. Er übernahm die Leitung der Zustellung, führte Tageszeitung und Anzeigenblätter organisatorisch zusammen und trägt seit der Bündelung der Vertriebsstrukturen die Gesamtverantwortung für die Auslieferung sämtlicher Produkte im Verbund. Seit Anfang 2023 steht er als Geschäftsführer der Mittelrhein LastMile an der Spitze der Logistikgesellschaft – zuständig dafür, dass täglich hunderttausende Exemplare zuverlässig ihren Weg in die Region finden.
Eine Aufgabe, bei der Planung, Koordination und Teamarbeit entscheidend sind – Eigenschaften, die auch im Karneval gefragt sind. Ohne präzise Organisation gäbe es weder die Zeitung am Morgen noch den Rosenmontagszug zur richtigen Stunde. Während sonst die Ausgaben pünktlich in die Briefkästen rollen, sorgt derselbe Mann nun dafür, dass Orden, Fahnen und gute Laune ihren Weg durch die Stadt finden – in deutlich farbenfroherer Mission.
Der Koblenzer Karneval lebt von diesem Zusammenspiel: von Vereinen, Ehrenamtlichen, Tänzern, Musikern und Organisatoren, die hinter den Kulissen oft ebenso viel leisten wie die Aktiven auf der Bühne. Dass in dieser Session ein Vertreter des Mittelrhein-Verlags die närrische Krone trägt, ist deshalb mehr als eine Randnotiz. Es zeigt, wie eng Stadt, Vereine und diejenigen verbunden sind, die tagtäglich dafür sorgen, dass alles funktioniert.
So steht die aktuelle Session nicht nur für Sitzungen, Umzüge und Straßenkarneval, sondern auch für eine kleine, augenzwinkernde Pointe: Der Mann, der sonst für reibungslose Verteilung und verlässliche Abläufe steht, führt nun selbst den närrischen Zug an.
Kowelenz Olau – und eine Session, in der ein „Zeitungsjung“ einmal nicht nur verteilt, sondern repräsentiert. red
