Koblenz: Zeit schenken, entlasten, da sein

Alltagsbegleiter – Hilfe, die von Herzen kommt: leise, unaufdringlich und doch wirkungsvoll. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch.

07. Mai 2026
Koblenz: Zeit schenken, entlasten, da sein

Herzliches Miteinander im Alltag: Unterstützung, Nähe und persönliche Zuwendung stehen bei den Alltagsbegleitern im Mittelpunkt. Foto: bilderstoeckchen stock.adobe.com -

Ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause ist ein Wunsch, den viele Menschen teilen – auch dann, wenn der Alltag beschwerlicher wird. Hier kommen die Alltagsbegleiter ins Spiel – leise, unaufdringlich, aber mit großer Wirkung. 

„Mein Mann Jan und ich leiten seit dem 1. Januar den Standort Koblenz der Alltagsbegleiter“, erzählt Daniela Klein. Die Alltagsbegleiter sind Teil eines Franchise-Unternehmens, das es seit rund zehn Jahren gibt; in Koblenz besteht der Standort seit drei Jahren und wurde nun neu an das Ehepaar Klein vergeben. Im Zuge der Übernahme wurde das Einsatzgebiet erweitert: Die Alltagsbegleiter dürfen jetzt in der Stadt Koblenz, im Kreis Mayen-Koblenz und im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler tätig sein. Entscheidend ist dabei die Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde, die die Träger zertifiziert und ihnen offiziell erlaubt, Leistungen anzubieten.

Daniela Klein ist Gesundheits- und Krankenpflegerin und Sozialarbeiterin, Jan Klein kommt aus der Logistik – heute übernimmt er vor allem Organisation und Planung. Was die beiden antreibt, ist mehr als nur ein Beruf. Es ist eine Haltung. Aufgewachsen in der Eifel, wissen sie, wie wichtig Zusammenhalt ist: „Wir wohnen auch ländlich und merken, dass die Leute Unterstützung brauchen, um auch weiterhin zu Hause leben zu können.“ 

Mit Herz und Engagement: Daniela und Jan Klein stehen in Koblenz für alltagsnahe Unterstützung und persönliche Begleitung. Foto: Jan Klein
Mit Herz und Engagement: Daniela und Jan Klein stehen in Koblenz für alltagsnahe Unterstützung und persönliche Begleitung. Foto: Jan Klein

Es sind oft die eigenen Erfahrungen, die den Blick schärfen. „Meine Eltern werden auch nicht jünger…“, sagen beide in dem Wissen, dass auch sie einmal Hilfe benötigen werden. Ein Satz, den viele kennen – und der doch so viel bedeutet. Denn dahinter steckt der Wunsch, dass Menschen dort bleiben können, wo sie sich am wohlsten fühlen: in ihrem Zuhause.

Die Arbeit der Alltagsbegleiter beginnt genau hier – im Alltag. Beim Staubsaugen, beim Einkaufen, beim gemeinsamen Spaziergang oder einfach bei einem Gespräch am Küchentisch. „Das ist breit gefächert, was wir anbieten“, sagt Jan Klein. Und doch geht es immer um dasselbe: Zeit schenken, entlasten, da sein. 

Die Kundschaft ist vielfältig: Kinder, Erwachsene und vor allem Menschen mit Pflegegrad 1 bis 5. Je nach Pflegegrad können die Leistungen direkt über die Pflegekasse abgerechnet werden, etwa über Entlastungsleistungen oder Verhinderungspflege. Beim Pflegegrad 1 stehen rund zwei Stunden im Monat zur Verfügung. „Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie diesen Anspruch haben“, weiß Daniela Klein. 

Manchmal sind es kleine Dinge, die den größten Unterschied machen. Ein frisch bezogenes Bett. Ein erledigter Einkauf. Ein Botengang. Oder jemand, der mit zum Arzt geht und zuhört. Für manche Kunden sind es nur wenige Stunden im Monat. Andere hingegen bekommen zeitlich begrenzt deutlich mehr Unterstützung: „Aktuell sind wir bei einer Kundin fünf Stunden pro Tag. Sie hat den Arm gebrochen und ein Kleinkind zu versorgen.“ 

Die Hilfe kann sehr vielfältig sein: „Wir begleiten ein Kind mit ADHS, damit entlasten wir die Eltern. Wir bieten aber auch Demenzbetreuung an.“ Es geht also nicht nur um ältere Menschen, sondern um alle, die im Alltag Unterstützung brauchen – und um Angehörige, die einfach mal durchatmen möchten. 

Dabei steht immer der Mensch im Mittelpunkt. Vor Beginn der Betreuung führen die Kleins ein Erstberatungsgespräch möglichst zu Hause, um sich ein Bild von der Situation zu machen und Wünsche zu klären. „Ein Vor-Ort-Termin ist immer persönlicher. Vertrauen entsteht nicht am Telefon, sondern im echten Miteinander.“

Was ihre Arbeit besonders macht, ist die Haltung dahinter. „Die Alltagsbegleiter waren für uns tatsächlich eine Herzensentscheidung, weil wir den Menschen helfen wollen.“ Dieser Satz ist kein leeres Versprechen – er zeigt sich in jeder Begegnung, in jedem Einsatz. 

Und vielleicht ist es genau das, was die Alltagsbegleiter in Koblenz so wertvoll macht: Sie bringen nicht nur Unterstützung in den Alltag, sondern auch ein Stück Menschlichkeit zurück. „Man sieht die Dankbarkeit der Leute. Und das ist einfach ein sehr, sehr schönes Gefühl“, betonen Daniela und Jan Klein. Petra Dettmer