Koblenz auf Zukunftskurs

Die Pläne des Oberbürgermeisters David Langner für eine starke Stadt

07. Mai 2026
Koblenz auf Zukunftskurs

Oberbürgermeister David Langner sieht positiv in die Zukunft. Stets dabei im Büroalltag: Theo, das Nilpferd. Er bekommt wirklich alles mit. „Nilpferde sind sozusagen mein persönliches Wappentier“, sagt Langner schmunzelnd. Foto: Petra Dettmer

Koblenz steht an einem entscheidenden Punkt seiner Entwicklung. Wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Anforderungen an Energieversorgung und Klimaschutz sowie große städtebauliche Projekte prägen die Agenda der kommenden Jahre. Oberbürgermeister David Langner verfolgt dabei eine klare Strategie: Die Stadt soll stabil bleiben, sich gleichzeitig aber mutig weiterentwickeln. 

Ansprechpartner der Wirtschaft

Im Zentrum steht für ihn der direkte Draht zur Wirtschaft. Gerade in angespannten Zeiten sieht er seine Rolle darin, zuzuhören, zu vermitteln und konkrete Unterstützung zu leisten. „Für mich wird es auch in der Zukunft wichtig sein, immer diesen Austausch zu suchen und Ansprechperson für die Wirtschaft zu sein“, betont David Langner.

Koblenz profitiert dabei von einer besonderen Struktur: Anders als viele Städte ist Koblenz nicht von einer einzelnen Branche abhängig. „Wir sind ein starker Behördenstandort. Banken, Versicherungen und mittelständische Unternehmen sorgen gemeinsam für eine vergleichsweise stabile wirtschaftliche Lage.“ Dass die Stadt zuletzt sogar Rekorde bei den Gewerbesteuereinnahmen verzeichnen konnte, wertet er als klares Zeichen dieser Widerstandskraft. „2025 haben wir 139 Millionen Euro Gewerbesteuer eingenommen. Das ist ein Wert auf sehr hohem Niveau und zählt zu den besten Ergebnissen der Stadtgeschichte.“ 

Lösungen der Wärmeversorgung

Ein Thema, das seine Arbeit zunehmend bestimmt, ist die Energie- und Wärmefrage. Für den Oberbürgermeister steht fest, dass die Kosten und Verfügbarkeit von Energie künftig über die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts entscheiden werden. „Es wird eine entscheidende Frage der Zukunft sein, wie teuer Energie vor Ort ist.“

Deshalb arbeitet die Stadt gemeinsam mit Unternehmen und Versorgern an neuen Lösungen, insbesondere im Bereich der Wärmeversorgung. Im Fokus stehen dabei auch industrielle Standorte wie der Rheinhafen. Welche Technologien sich am Ende durchsetzen – ob etwa Flusswärme oder Photovoltaik – ist noch offen und hängt auch von den Förderungen ab. Klar ist aber: Koblenz will unabhängiger und nachhaltiger werden. 

BUGA 2029

Ein zentraler Hoffnungsträger für die Stadtentwicklung ist die Bundesgartenschau 2029. Sie soll Koblenz – ähnlich wie bereits 2011 – einen nachhaltigen Schub geben. Der Oberbürgermeister möchte die Gelegenheit nutzen, um die Stadt nicht nur kurzfristig zu beleben, sondern langfristig zuverändern.

„Wir müssen einen Sommer erleben, in dem in Koblenz einfach richtig was los ist“, sagt Langner mit Blick auf Veranstaltungen und kulturelle Angebote. Gleichzeitig geht es um dauerhafte Verbesserungen: Die Innenstadt soll aufgewertet, historische Gebäude, wie die Alte Burg oder möglichst auch die Alte Münze und das Weindorf saniert und neue Anziehungspunkte geschaffen werden. Ziel ist es, Orte zu entwickeln, „wo Menschen gerne hingehen“. 

Lebensqualität erhöhen

Dabei spielt auch die Lebensqualität eine große Rolle. Mehr Grünflächen, Wasser in der Stadtgestaltung und neue öffentliche Räume sollen Koblenz attraktiver machen – für Einwohner ebenso wie für Besucher. Der Anspruch ist hoch: Die Stadt soll Erlebnisse schaffen, die im Gedächtnis bleiben. „So dass die Menschen sagen: das musst du dir unbedingt mal angucken“, beschreibt der Oberbürgermeister seine Vision. Auch ungewöhnliche Projekte gehören dazu, etwa eine geplante Zipline von der Festung über den Rhein zur Schröderwiese, die für Aufmerksamkeit sorgen und neue Gäste anziehen könnte. 

In Universität und Hochschule investieren

Langfristig setzt Koblenz zudem auf Bildung und Innovation. Universität und Hochschule sind aus Sicht des Oberbürgermeisters entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Stadt. Sie sollen weiterhin wachsen können, um Fachkräfte zu sichern und neue Impulse zu setzen. „Mein Ziel ist es, in den Hochschul- und Universitätsstandort weiter zu investieren“, sagt er. „Beide sind ganz wichtige Faktoren für den Wirtschaftsstandort Koblenz.“ Trotz aller Projekte und Ideen verfolgt Langner dabei einen klaren Grundsatz: Koblenz soll vielseitig bleiben. Statt sich auf einzelne Branchen zu konzentrieren, setzt die Stadt bewusst auf eine breite Mischung und die bessere Vernetzung vorhandener Stärken. „Wir sind kein Standort, der sich auf einen Sektor beschränkt.“ Petra Dettmer