Kurze Wege - große Wirkung

Erfolgsgeschichten aus dem Alltag der Tagesklinik für Konservative Orthopädie in Oberwesel

17. Juni 2026
Kurze Wege - große Wirkung

Physiotherapeut Markus Muders zeigt Patient Josef Mayer Übungen an den Geräten im Physiotherapiebereich der Tagesklinik. Foto: Tagesklinik für Konservative Orthopädie / Denise Bergfeld

Langsam richtet sich Josef Mayer von seinem Stuhl auf, dreht den Kopf nach links und dann nach rechts. „Sehen Sie?“, sagt er zufrieden. Noch vor wenigen Wochen wäre diese Bewegung kaum möglich gewesen. 

Der 70-Jährige aus Boppard-Weiler, früher Seniorchef des Familienbetriebs „Eiserner Ritter“, litt jahrzehntelang unter Beschwerden: Arthrose im Beckenbereich sowie ein chronisches Hals- und Lendenwirbelsäulen-Syndrom machten ihm den Alltag schwer. Nach fast drei Wochen in der Tagesklinik für Konservative Orthopädie in Oberwesel geht es ihm deutlich besser. „Vom Schmerzgrad her bin ich von fünf auf eins runter. Das ist ein riesiger Erfolg.“ 

20 Jahre Beschwerden

Die Probleme begannen vor rund zwei Jahrzehnten mit Verspannungen, Schulterentzündungen und zunehmender Steifigkeit im Nacken. Autofahren wurde schwierig, weil Josef Mayer den Kopf kaum noch drehen konnte. Auch das morgendliche Aufstehen fiel ihm schwer.

Physiotherapie, Fitnessstudio und Massagen halfen nur zeitweise. Erst der Hinweis seines Orthopäden auf die Tagesklinik brachte die Wende. 

Multimodale Therapie mit Struktur

Die Behandlung in Oberwesel setzt auf ein multimodales Konzept: Schmerztherapie, Physiotherapie, Bewegungstraining, Wärmeanwendungen und gezielte Injektionen greifen ineinander.

„Das hier war das i-Tüpfelchen“, sagt Mayer. Sein Therapietag begann morgens und beinhaltete verschiedene Anwendungen wie Wärmetherapie, Reflexmassagen, Krankengymnastik und Spritzenbehandlungen. Besonders beeindruckt war er von der Kombination aus Wärme und Bewegung: „Nach zwei Tagen mit den Facettengelenkspritzen war es wie ein Wunder – ich konnte wieder normal aufstehen.“ 

Freundlichkeit gehört zur Therapie

Neben der medizinischen Behandlung hebt Josef Mayer vor allem die Atmosphäre hervor. „Hier wird alles kommuniziert. Wenn ich etwas anspreche, kümmern sie sich sofort.“ Auch organisatorische Wünsche seien berücksichtigt worden. „Und alle sind freundlich. Das trägt genauso zur Genesung bei.“ 

Aktiv bleiben für langfristigen Erfolg

Nach 15 Behandlungstagen weiß Josef Mayer: Der Erfolg hängt auch von der Eigeninitiative ab. Die erlernten Übungen möchte er konsequent zu Hause fortführen – mit Bewegungspausen, Haltungstraining und regelmäßigem Training im Fitnessstudio.

Sein Fazit fällt eindeutig aus: „Ich würde alle hierhin schicken. Wenn ich diese Therapien zehn Jahre früher gehabt hätte, wäre vieles leichter gewesen.“ 

Drei Fragen an die Ärzte

Was sind die Hauptziele der konservativen Therapie bei Arthrose im Beckenbereich sowie chronischem Hals- und Lendenwirbelsäulen-Syndrom?

Ziel der konservativen Therapie ist es, Schmerzen zu lindern, Beweglichkeit und Stabilität zu erhalten oder zu verbessern sowie die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.

Im Beckenbereich (Coxarthrose) steht die Entlastung des Hüftgelenks und der Erhalt der Gelenkfunktion im Vordergrund. Beim HWS- und LWSSyndrom liegt der Fokus auf der Kräftigung der stabilisierenden Muskulatur, der Haltungsverbesserung und dem Abbau muskulärer Dysbalancen. 

Welche Fortschritte beobachten Sie häufig?

Patienten berichten oft über weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit, mehr Stabilität und größere Sicherheit im Alltag. Nachhaltige Fortschritte entstehen vor allem durch regelmäßige Eigenaktivität. 

Welche Tipps geben Sie für den Alltag?

Empfohlen werden gelenkschonende Bewegungen wie Schwimmen, Radfahren oder Spaziergänge sowie tägliche Kräftigungs- und Dehnübungen. Wichtig sind außerdem ergonomisches Arbeiten, regelmäßige Bewegungspausen und Stressabbau.