Ludwig-Erhard-Schule Berufsbildende Schule Wirtschaft Neuwied

Interview mit Narges Bahadori, Tasnim Hussainzada und Noah Mintgen über ihre Erfahrungen an der LES.

17. Januar 2026
Ludwig-Erhard-Schule Berufsbildende Schule Wirtschaft Neuwied

Tasnim Hussainzada und Narges Bahadori präsentieren im Unterricht ihr Können. Fotos: Ludwig-Erhard-Schule

Narges Bahadori (21) und Tasnim Hussainzada (18) besuchen die Ludwig-Erhard-Schule Neuwied – genau wie Noah Mintgen (18). Aber damit enden ihre Gemeinsamkeiten auch schon, denn ihre Wege an der Schule hätten unterschiedlicher nicht sein können. Antonia Knoll hat die drei Lernenden zum Gespräch getroffen und viel Interessantes erfahren. 

LES: Hallo ihr drei, schön, dass wir alle die Zeit für ein Gespräch gefunden haben. Stellt euch doch bitte einmal kurz vor.

Narges:
Ich heiße Narges, bin inzwischen 21 Jahre alt und wohne in Oberraden. Ich besuche an der LES die Berufsfachschule II zusammen mit Tasnim.

Tasnim:
Ja, genau. Ich heiße Tasnim Hussainzada und wohne in Bad Hönningen. Ich bin 18 Jahre alt.

Noah:
Und ich heiße Noah Mintgen, bin auch 18 Jahre und wohne in Rheinbrohl. An der LES besuche ich das berufliche Gymnasium in der Fachrichtung Gesundheit und Soziales. 

LES: Und was hat euch an unsere Schule geführt? Das waren ja ganz unterschiedliche Gründe, oder?

Noah:
In meinem Fall war das der absolute Zufall. Ich hatte seit der fünften Klasse verschiedene Schulen hinter mir und wollte nach der 10. Klasse gerne noch mein Abitur machen. Ich habe überlegt, welche Schule in Frage käme, dann habe ich einfach mal ChatGPT gefragt. Und da wurde mir die LES vorgeschlagen. Ich habe mich ein bisschen über die Schule informiert, und die beruflichen Fächer im Gymnasium haben mich dann schlussendlich überzeugt, sodass ich mich an der LES angemeldet habe.

Narges: Ich habe mich wegen des wirtschaftlichen Schwerpunkts an der LES angemeldet. Meine Familie hatte einen langen Weg aus Afghanistan über verschiedene andere Länder nach Deutschland hinter sich und es war in diesen Jahren nicht einfach, eine Schulbildung zu bekommen. Ich habe gemerkt, dass es mir wichtig ist, zur Schule zu gehen. In Deutschland habe ich erst einen Deutschkurs gemacht, dann habe ich meinen Hauptschulabschluss nachgeholt und mich dann an der LES angemeldet, um in BF I und BF II meinen Realschulabschluss zu bekommen.

Tasnim: In der BF I haben wir uns auch kennengelernt. Da haben wir ganz schnell festgestellt, dass unsere Situation ganz ähnlich ist. 

Noah Mintgen.
Noah Mintgen.

LES: Und seid ihr zufrieden mit der Wahl eurer Schule?

Noah:
Für mich war die LES auf jeden Fall die richtige Wahl, und ich fühle mich hier sehr wohl. Die Schule geht hier sehr früh los, aber ich mag das, denn dann ist man auch früh zu Hause. Die Stundenpläne sind richtig gut und mit den Lehrern verstehe ich mich auch super. Ich finde, man hat hier schnell eine persönliche Ebene mit den Lehrkräften, weil sie insgesamt sehr nahbar sind.

Tasnim: Stimmt, das sehe ich genauso. Meine Mitschüler sind auch alle super. Ich bin sehr zufrieden an der Schule.Ich fühle mich hier sehr wohl.

LES: Habt ihr denn auch Kritikpunkte an unserer Schule?

Narges:
Naja, der frühe Schulbeginn kann auch sehr hinderlich sein, wenn man einen langen Schulweg hat und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen muss.

Noah: Richtig, ein eigenes Auto hilft natürlich, aber das steht eben nicht jedem zur Verfügung. Ansonsten würde ich nur kritisieren, dass auf der Toilette manchmal das Handtuchpapier leer ist. 

LES: Ich glaube, damit kann man leben! Zuletzt wüssten wir gern, wie es bei euch weitergeht, wenn ihr bei uns fertig seid.

Narges:
Ich möchte gerne Lehrerin werden, am liebsten mit den Fächern Mathe und BWL. Dazu brauche ich natürlich ein Abitur und muss studieren gehen. Ich habe ein bisschen Angst, dass das aufgrund der Sprachbarriere zu schwierig ist. Immerhin lerne ich immer noch Deutsch! Aber das wäre schon mein Traumberuf.

Tasnim: Vielleicht mache ich noch meine Fachhochschulreife.Aber eigentlich möchte ich gerne Polizistin werden. Ich glaube, es ist wichtig, dass dort auch Menschen arbeiten, die selber einen Migrationshintergrund haben und die Probleme kennen.

Noah: Früher habe ich mich sehr für ein Medizinstudium interessiert, aber inzwischen erscheint mir das nicht mehr so attraktiv. Es gibt viele Dinge, die mich interessieren. Ich könnte mir vorstellen, bei der Kripo zu arbeiten, aber auch ein Handwerksberuf wie Friseur reizt mich. Ich lasse das mal auf mich zukommen. Mir ist nur wichtig, dass es ein Beruf ist, der mich erfüllt. Ich glaube, darauf kommt es letztlich an. 

LES: Ich glaube, das ist ein guter Tipp für alle, die sich fragen, was sie später einmal beruflich machen wollen. Vielen Dank für das interessante Gespräch. Und viel Erfolg in eurer restlichen Schulzeit und darüber hinaus.