Höhe- und Tiefpunkte der deutschen WM-Historie

11. Juni 2026
Höhe- und Tiefpunkte der deutschen WM-Historie

Fairplay im WM-Finale 2002: Brasiliens Ronaldo hilft Oliver Kahn in Yokohama nach einer verpassten Torchance wieder auf die Beine. Später entschied Ronaldo das Endspiel mit zwei Treffern zum 2:0. Foto: Oliver Berg/dpa

1954: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen“ – Essens Rechtsaußen tat, was Rundfunkreporter Herbert Zimmermann anregte, und sorgte für das „Wunder von Bern“ in Form des 3:2-Sieges über die übermächtigen Ungarn. 

1962: Das Viertelfinal-Aus gegen Jugoslawien beim Turnier in Chile hatte immerhin ein Gutes: Die Gründung der Bundesliga, damit die Akteure regelmäßig auf höchstem Niveau Wettkampfpraxis sammeln konnten, wurde forciert. Ein Jahr später kam sie.

1966: Der Irrtum, das Foto des mit hängendem Kopfe vom Feld gehenden Uwe Seeler wäre nach dem 2:4 im Wembley-Stadion gegen England entstanden, hält sich hartnäckig. Aber nach dem Spiel stand keine Kapelle auf dem Rasen.

1970: Seeler und Gerd Müller, der mit 10 Treffern Torschützenkönig in Mexico wurde, harmonierten erstaunlich gut. Nach der 3:4-Niederlage im „Jahrhundertspiel“ gegen Italien reichte es noch zu Platz 3.

1974: Das 0:1 gegen die DDR bescherte der Bundesrepublik die leichtere Zwischenrunde. Paul Breitners Elfmeter und Gerd Müllers 2:1 erbrachten in München den zweiten Titelgewinn.

1982: Man rumpelte sich unter Trainer Jupp Derwall bis ins Endspiel per Elfmeterschießen gegen Frankreich im Halbfinale, nachdem Toni Schumacher für sein brutales Einsteigen gegen Battiston in Sevilla nicht einmal Gelb sah. 

1986: In der Höhenluft Mexikos flogen die Bälle nicht so, wie Schumacher es erwartete. Diego Maradona & Co. siegten am Ende mit 3:2 gegen Beckenbauers Team.

1990: Lothar Matthäus in Weltklasseform, Andreas Brehmes Elfmeter im Endspiel gegen Argentinien, „Kaiser Franz“ allein auf dem Rasen von Rom – eben „notti magiche“, wie Edouardo Bennato und Gianna Nannini sangen.

1994: Aufregung nicht nur um die Spielerfrauen im Mannschaftshotel, Thomas Häßler, der im Viertelfinale das Kopfballduell gegen Bulgariens Yordan Letchkov verlor – den größten Erfolg erzielte Comedian Stefan Raab mit seinem Song „Börti Börti Vogts“.

1998: Wieder das aus im Viertelfinale, Christian Wörns sah Rot gegen Kroatien. Zudem hatten deutsche Hooligans den Gendarm Daniel Nivel übel zugerichtet. Vogts machte nach der WM nur noch wenige Wochen weiter. 

2002: Ausgerechnet Titan Kahn, der ein überragendes Turnier spielte, patzte im Finale von Yokohama gegen Brasilien, zudem war Michael Ballack gelbgesperrt. Unter Rudi Völler gewann Deutschland viele Herzen zurück.

2006: War Dortmund bislang für die Nationalelf ein gutes Pflaster, so endete der Traum von „Titel dahoam“ gegen Italien dort in der Verlängerung. Umjubelt wurden Teamchef Jürgen Klinsmann und die Spieler dennoch.

2010: Traumfußball der Deutschen in Südafrika gegen England (4:1) und Argentinien (4:0), dann das Aus im Halbfinale gegen Spanien. Thomas Müller schnappte sich den Titel des Torschützenkönigs mit 5 Treffern.

2014: „Opa“ Miro Klose überholte Ronaldo als besten WM-Türschützen, das 7:1 über Brasilien begeisterte bzw. schockte die ganze Welt. Bastian Schweinsteigers Kampfgeist im Finale und Mario Götzes Siegtreffer waren wesentliche Faktoren für den vierten Titel.

2018: Erneut scheiterte ein Titelverteidiger schon nach der Vorrunde – wie bereits 2010 Italien und 2014 Spanien. Diesmal erwischte es Deutschland nach einem 0:2 gegen Südkorea im letzten Gruppenspiel in Kasan. Diverse Nebengeräusche, etwa über Mesut Özil, hatten die deutsche Mannschaft permanent begleitet.

2022: Vier Punkte und ein positives Torverhältnis waren zu wenig, erneut flog Deutschland in Qatar nach der Vorrunde nach Hause. Es blieben Spiele in einem wenig fanfreundlichen Umfeld. 2026: „Schau’n mer mal!“(Franz Beckenbauer) mas

Die besten deutschen WM-Torschützen

Miroslav Klose ist der treffsicherste deutsche WM-Torjäger – und hält damit auch den weltweiten Tor-Rekord aller Weltmeisterschaften. Thomas Müller ist bei zehn Toren stehengeblieben.

Die erfolgreichsten deutschen WM-Schützen:
16 Tore:
Miroslav Klose
14 Tore: Gerd Müller
11 Tore: Jürgen Klinsmann
10 Tore: Thomas Müller, Helmut Rahn
9 Tore: Uwe Seeler, Karl-Heinz Rummenigge
8 Tore: Rudi Völler
7 Tore: Hans Schäfer
6 Tore: Lothar Matthäus, Helmut Haller, Max Morlock
5 Tore: Lukas Podolski, Franz Beckenbauer 

Die Rekord-Torschützen bei Weltmeisterschaften

Fünf DFB-Spieler haben weiterhin jeweils zehn oder mehr Tore bei Weltmeisterschaften erzielt: Miroslav Klose, Gerd Müller, Jürgen Klinsmann, Thomas Müller und Helmut Rahn.

An der Spitze steht nach wie vor Miroslav Klose, der 2014 den Brasilianer Ronaldo als Rekordtorschützen ablöste.

16 Tore: Miroslav Klose (Deutschland)
15 Tore: Ronaldo (Brasilien)
14 Tore: Gerd Müller (Deutschland)
13 Tore: Just Fontaine (Frankreich), Lionel Messi (Argentinien)
12 Tore: Pelé (Brasilien), Kylian Mbappé (Frankreich)
11 Tore: Jürgen Klinsmann (Deutschland), Sándor Kocsis (Ungarn)
10 Tore: Thomas Müller, Helmut Rahn (beide Deutschland), Gabriel Batistuta (Argentinien), Teófilo Cubillas (Peru), Grzegorz Lato (Polen), Gary Lineker (England) 

Die WM-Schiedsrichter: Zwayer vertritt Deutschland - Dankert als Video-Referee

Felix Zwayer vertritt Deutschland als einziger Hauptschiedsrichter bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada. Für das durch die Aufstockung auf 48 Teams vergrößerte Turnier hat der Fußball-Weltverband FIFA ein Rekordaufgebot nominiert: Insgesamt kommen 52 Hauptschiedsrichter, 88 Assistenten und 30 Video- Referees zum Einsatz. Aus Deutschland ist neben Zwayer auch Bastian Dankert dabei, der wie schon in der Vergangenheit als Video-Assistent fungieren wird.

Zwayer, der 2022 in Katar noch fehlte, reist nicht ohne weitere Unterstützung seines Gespanns an. Er wird bei dem Turnier von seinen Assistenten Robert Kempter und Christian Dietz begleitet. Eine weitere Besonderheit im Aufgebot der FIFA: Mit der Mexikanerin Katia Garcia ist beim XXL-Turnier eine weibliche Hauptschiedsrichterin dabei.