Diese Weltmeisterschaft sprengt Grenzen: Erstmals richten drei Länder gemeinsam eine WM aus. Die USA, Mexiko und Kanada liefern dafür drei ganz unterschiedliche Fußballgeschichten.
Früher reichte für eine WM eine Landkarte. 2026 braucht man fast einen Atlas. Die erste Endrunde mit 48 Mannschaften und 104 Spielen führt durch 16 Städte in drei Ländern: elf Spielorte liegen in den USA, drei in Mexiko, zwei in Kanada. Für Fans wird das Turnier ein Roadtrip durch Nordamerika, für die Mannschaften eine Aufgabe mit langen Wegen, großen Arenen und sehr unterschiedlichen Bedingungen.
Mexiko bringt der WM das mit, was man nicht bauen kann: Mythos. Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt ist einer der großen Fußballtempel. 1970 wurde hier Pelé mit Brasilien Weltmeister, 1986 schrieb Diego Maradona gegen England WM-Geschichte. 2026 soll dort das Eröffnungsspiel steigen. Für Mexiko ist es nach 1970 und 1986 bereits die dritte Männer-WM als Gastgeber – das hat noch kein anderes Land geschafft. Mit Guadalajara und Monterrey kommen zwei weitere Städte dazu, in denen Fußball tief verwurzelt ist.
Die USA stellen den größten Teil der Bühne. In elf Städten wird gespielt, darunter New York/New Jersey, Los Angeles, Dallas, Miami und Seattle. Viele Stadien sind eigentlich für American Football gebaut: riesig, modern, auf Spektakel ausgelegt. Seit der WM 1994 hat sich der Fußball in den Vereinigten Staaten stark entwickelt. Die Major League Soccer ist gewachsen, viele Nationalspieler stehen in Europa unter Vertrag, und Lionel Messis Wechsel nach Miami hat dem Interesse noch einmal einen Schub gegeben. Beim Heimturnier will die US-Auswahl zeigen, dass sie mehr ist als ein ehrgeiziges Projekt.
Kanada ist der junge Gastgeber im Trio. Toronto und Vancouver stehen für ein internationales, sportbegeistertes Land, das im Männerfußball den nächsten Schritt machen will. 1986 war Kanada erstmals bei einer WM dabei, 2022 kehrte das Team auf die große Bühne zurück. Alphonso Davies vom FC Bayern ist das Gesicht dieses Aufbruchs. Diese WM wird größer, lauter und weiter als alle zuvor. Mexiko liefert Seele und Geschichte, die USA Größe und Show, Kanada Aufbruch und Neugier. Zusammen ergibt das ein Gastgebertrio, das perfekt zum neuen Format passt. red
