Einkochen ist wieder gefragt

Saubere Gläser und bewährte Rezepte machen die Ernte lange haltbar

04. September 2026
Einkochen ist wieder gefragt

Aus Äpfeln und Brombeeren wird ein Vorrat für die kommenden Monate. Wie süß der Inhalt ausfällt, entscheidet man beim Selbermachen selbst. Foto: Sonja Birkelbach-stock.adobe.com

Im September reift vielerorts mehr Obst, als sich frisch essen lässt. Statt Zwetschgen, Brombeeren oder Äpfel verderben zu lassen, wird aus dem Überschuss ein Vorrat für die kommenden Monate. Wer selbst einkocht, nutzt die Ernte vollständig und bestimmt, wie süß oder würzig der Inhalt wird. 

Auf das Verfahren kommt es an

Die Bezeichnungen Einmachen und Einkochen werden häufig gleichbedeutend verwendet. Dahinter können jedoch unterschiedliche Verfahren stecken. Konfitüre, Chutney und ähnliche Zubereitungen werden gekocht und anschließend heiß abgefüllt. Bei anderen Rezepten erhitzt man das bereits gefüllte und verschlossene Glas im Wasserbad. Kühlt es ab, entsteht ein Vakuum, das den Deckel fest auf das Glas zieht. 

Für das Wasserbad genügt ein großer Kochtopf, ein Einkochautomat verteilt die Wärme gleichmäßiger. Entscheidend ist in beiden Fällen das Rezept. Temperatur und Dauer müssen zum Inhalt passen. Was bei Pflaumen funktioniert, reicht für Bohnen noch lange nicht. 

Für den Anfang lieber Obst

Beim Passieren werden Kerne und Schalen von den Tomaten getrennt. Für das anschließende Haltbarmachen sollte ein erprobtes Rezept verwendet werden. Foto: Werner - stock.adobe.com
Beim Passieren werden Kerne und Schalen von den Tomaten getrennt. Für das anschließende Haltbarmachen sollte ein erprobtes Rezept verwendet werden. Foto: Werner - stock.adobe.com

Für die ersten Versuche eignet sich säurereiches Obst. Äpfel, Pflaumen oder Brombeeren lassen sich je nach Rezept als Kompott, Mus oder Fruchtaufstrich haltbar machen. Ein Kellerregal muss niemand gleich füllen: Zwei oder drei Gläser genügen.

Ins Glas gehören nur frische, unbeschädigte Früchte. Gläser, Deckel und Gummiringe werden gründlich gereinigt und auf Risse, Rost oder spröde Stellen geprüft. Der Glasrand bleibt beim Befüllen sauber, damit der Deckel später dicht schließen kann. Bei Temperatur und Einkochzeit sollte man sich an ein erprobtes Rezept halten. 

Bohnen sind kein Anfängerglas

Bohnen und viele andere Gemüsearten enthalten nur wenig Säure; das gilt ebenso für Fleisch und Fisch. In solchen Lebensmitteln können Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum vorkommen, die 100 Grad im Wasserbad überstehen. Bilden sich im verschlossenen Glas Giftstoffe, kann das lebensgefährlich werden. Deshalb empfiehlt sich möglichst das Einkochen unter Druck bei 121 Grad. Steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung, sollen säurearme Lebensmittel im Abstand von ein bis zwei Tagen zweimal auf 100 Grad erhitzt und vor dem Essen nochmals vollständig aufgekocht werden. Für Einsteiger ist Obst die bessere Wahl. Bohnen sind im Gefrierschrank einfacher und sicherer aufgehoben. 

Erst prüfen, dann ins Regal

Ob ein Glas in den Vorratsschrank darf, zeigt sich nach dem Abkühlen. Ein Twist-off-Verschluss darf sich nicht mehr eindrücken lassen. Beim klassischen Einmachglas wird die Klammer entfernt – der Deckel muss trotzdem halten.

Danach bekommt jedes Glas ein Etikett mit Inhalt und Datum. Kühl und dunkel gelagert, hält sich Eingekochtes etwa sechs bis zwölf Monate. Geöffnete Gläser gehören in den Kühlschrank. 

Wölbt sich der Deckel, hat sich der Verschluss gelöst oder fehlt das Vakuum, darf der Inhalt nicht gegessen werden. Aufgeblähte Konserven werden ungeöffnet entsorgt, denn nicht jede Gefahr lässt sich sehen, riechen oder schmecken. Im Zweifel bleibt das Glas geschlossen. red


Noch Sommer, schon Herbst

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der September kann sich oft nicht recht entscheiden. Mittags reicht noch das T-Shirt, am Abend muss plötzlich die Jacke mit. Heute Sonne, morgen Nebel. Der Sommer ist also noch nicht weg. Der Herbst meldet sich trotzdem schon – morgens in der kühlen Luft, abends im frühen Dämmerlicht und nicht zuletzt im Garten. 

Praktische Themen für Haus, Garten und Alltag

Unsere Beilage nimmt diesen Wechsel auf. Sie führt über bekannte und weniger bekannte Wege durch den Westerwald und blickt auf regionale Geschichte. 

Dazu kommen praktische Themen für Haus, Garten und Alltag. Dinge, die gerade jetzt auftauchen – ohne dass daraus gleich eine lange Herbstliste werden muss. 

Vielleicht ist unter den Themen etwas, das Ihnen ganz praktisch weiterhilft. Oder eines, das Lust macht, im Westerwald wieder einmal genauer hinzuschauen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit dieser Beilage und einen guten September.

Ihr rz media Team

Herzlichen Glückwunsch

Die Gewinner aus der letzten Ziehung vom 27. Mai 2026 sind:

500 €, Rene Hoheisel, Großmaischeid
300 €, Monika Rosenberg, Siershahn
200 €, Bettina Knopf, Höhr-Grenzhausen