Der Garten vor dem Herbst

Im September ist Zurückhaltung oft hilfreicher als der große Gartenputz

04. September 2026
Der Garten vor dem Herbst

Späte Blüten und Gräser bringen bis in den Herbst Farbe ins Beet. Verblühte Stängel dürfen als Futterquelle und Winterquartier stehen bleiben. Foto: maryviolet - stock.adobe.com

Auf den Dahlien sitzen noch Hummeln, unter dem Apfelbaum liegen bereits erste Blätter. Morgens bleibt der Tau länger im Gras. Der Garten beginnt sich zu verändern, fertig mit dem Sommer ist er aber noch lange nicht. 

Mit den ersten kühleren Tagen wächst trotzdem der Wunsch, Ordnung zu schaffen. Doch der Garten braucht Anfang September noch keinen großen Arbeitseinsatz. Ein paar gezielte Handgriffe reichen. An vielen Stellen ist Abwarten die bessere Pflege.

Der Sommer steckt noch im Boden

Unter der Oberfläche ist vom Herbst noch wenig zu spüren. Die Erde hat Wärme gespeichert, zugleich verdunstet nicht mehr so viel Wasser wie an langen, heißen Tagen. Wer Stauden neu setzen oder einem zu groß gewordenen Exemplar einen anderen Platz geben möchte, kann die kommenden Wochen dafür nutzen. Bis zum Winter bleibt den Pflanzen Zeit, neue Wurzeln zu bilden. 

Geteilt werden müssen Stauden allerdings nicht vorsorglich. Sinnvoll ist es vor allem bei Pflanzen, die in der Mitte kahl werden oder ihre Nachbarn bedrängen. Nach dem Einsetzen brauchen sie reichlich Wasser. Die Gießkanne darf deshalb noch nicht in den Schuppen. Bleibt der September trocken, sind gerade Neupflanzungen auf Hilfe angewiesen. Auch der Rasen verdient zunächst etwas Geduld. Braune Stellen nach einem heißen Sommer bedeuten nicht automatisch, dass die Gräser abgestorben sind. Häufig haben sie ihr Wachstum nur eingestellt und treiben nach den ersten ausgiebigen Regenfällen wieder aus. 

Die Schere bleibt öfter liegen

Vom Rasen darf das Laub weichen. Unter Sträuchern oder als Haufen in einer ruhigen Gartenecke findet es einen sinnvollen neuen Platz. Foto: Julia Klyueva - stock.adobe.com
Vom Rasen darf das Laub weichen. Unter Sträuchern oder als Haufen in einer ruhigen Gartenecke findet es einen sinnvollen neuen Platz. Foto: Julia Klyueva - stock.adobe.com

Was im Beet braun wird, muss nicht sofort verschwinden. Samenstände von Stauden dienen Vögeln als Futter, in hohlen Stängeln finden Insekten Schutz. Gräser bringen selbst im Winter noch Struktur in den Garten. Abgeschnitten werden vor allem kranke, faulende oder zusammengefallene Pflanzenteile.

Zurückhaltung ist auch an der Hecke geboten. Bis einschließlich 30. September dürfen Hecken und Gebüsche nicht stark zurückgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt. Vorher sollte trotzdem geprüft werden, ob sich Tiere im Geäst befinden. 

Das Laub zieht nur ein paar Meter weiter

Mit den ersten Blättern beginnt noch keine große Laubsaison. Liegen sie auf dem Rasen, können sie beim Mähen aufgenommen werden. Auf Wegen sollten feuchte Blätter wegen der Rutschgefahr nicht liegen bleiben. Entsorgt werden müssen sie deshalb nicht. 

Während die ersten Blätter unter die Hecke wandern, blühen die Dahlien einfach weiter. Genau diese Mischung gehört zum September: ein wenig vorbereiten, vieles stehen lassen – und den Garten noch nicht in den Winter schicken. red

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