Wenn der Frühsommer erst einmal da ist, braucht es oft gar nicht viel für eine kleine Auszeit. Ein paar gute Kleinigkeiten im Korb, eine Decke im Gras und ein Platz, an dem man einfach bleiben möchte - mehr muss ein Picknick nicht sein. Gerade darin liegt sein Charme: Es ist schnell geplant, unkompliziert und fühlt sich trotzdem sofort nach besonderem Nachmittag an. Damit es unterwegs genauso entspannt bleibt, lohnt sich ein kurzer Blick auf das, was wirklich mit sollte.
Am angenehmsten ist ein Korb, der leicht bleibt und trotzdem alles enthält, was man wirklich braucht: etwas Herzhaftes, etwas Frisches, etwas Süßes und genug zu trinken. Vor allem aber Essen, das ohne großes Hantieren funktioniert.
Das gehört in den Picknickkorb
Am besten klappt ein Picknick mit Dingen, die sich gut greifen, teilen und transportieren lassen. Wraps, kleine Sandwiches, Gemüsesticks, Obst, Käsewürfel, Mini-Frikadellen oder ein einfacher Nudelsalat sind oft dankbarer als alles, was erst vor Ort zusammengesetzt werden muss. Entscheidend ist weniger Raffinesse als Robustheit. Was in der Dose noch hübsch aussieht, aber nach zwanzig Minuten matschig wird, macht draußen wenig Freude.
Ein Detail, das oft unterschätzt wird: die Reihenfolge im Korb. Schwere Dinge nach unten, Empfindliches nach oben, Kühles möglichst dicht an Kühlakkus. Gerade leicht verderbliche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch oder fertig zubereitete Speisen sollten im Sommer möglichst durchgehend kühl bleiben. Kühltasche und Kühlakku gehören daher zur Grundausstattung.
Hilfreich ist auch, das Picknick nicht wie ein klassisches Mittagessen zu denken, sondern eher wie eine gute Mischung kleiner Portionen. Dann kann jeder zugreifen, wann er möchte, Kinder kommen leichter an ihr Essen, und niemand wartet darauf, dass erst groß aufgebaut wird. Feuchttücher, Sonnenschutz, ein Geschirrtuch, Wasser in bruchsicheren Flaschen und ein Müllbeutel für den Rückweg machen den Unterschied zwischen improvisiert und entspannt.
Drei einfache Rezepte für den Picknickkorb
Wraps mit Kräuterfrischkäse
Für 4 Wraps 200 g Frischkäse mit 2 EL gehacktem Schnittlauch, 2 EL Petersilie, etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Vier Tortilla-Wraps damit bestreichen, dann mit Gurkenscheiben, ein paar Salatblättern und nach Belieben Käse oder Kochschinken belegen. Fest aufrollen und schräg halbieren. Zum Transport am besten in Butterbrotpapier oder Boxen legen.
Sommerlicher Nudelsalat
250 g kurze Nudeln kochen und abkühlen lassen. 150 g Cherrytomaten halbieren, 1 kleine Gurke würfeln, eine Handvoll Rucola oder frische Kräuter grob hacken. Für das Dressing 3 EL Olivenöl mit 1 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren. Alles mischen und vor dem Servieren noch etwas Feta oder geriebenen Parmesan darüber geben. Der Salat bleibt leicht und ist draußen deutlich angenehmer als schwere Varianten mit Mayonnaise.
Zitronen-Muffins für unterwegs
100 g weiche Butter mit 100 g Zucker verrühren, 2 Eier unterrühren. Dann 180 g Mehl, 1 TL Backpulver, den Abrieb einer Zitrone und 3 EL Milch dazugeben. Den Teig in Muffinförmchen füllen und bei 180 Grad etwa 20 Minuten backen. Wer mag, gibt nach dem Auskühlen noch etwas Puderzucker darüber. Sie sind unkompliziert, saftig und im Picknickkorb viel praktischer als empfindlicher Kuchen.
Schöne Plätze zum Verweilen im Westerwald
Wiesensee
Wer Picknick und kleinen Spaziergang gern miteinander verbindet, ist am Wiesensee gut aufgehoben. Der Rundweg gilt als leicht, ist rund 6,4 Kilometer lang und kann laut offizieller Beschreibung sogar barrierefrei mit Kinderwagen oder Rollstuhl genutzt werden. Besonders angenehm für ein Picknick: Entlang des Sees gibt es Ruhe- und Liegebänke, dazu Rastmöglichkeiten und am Winner Ufer einen großen, kostenfreien Parkplatz. Wer mag, kann den Ausflug also ganz entspannt halten - erst ein Stück am Wasser entlang, dann Decke ausbreiten oder auf einer Bank mit Seeblick bleiben.
INFO
Wiesensee / Kleiner Wäller
Wiesensee Start/Ziel: Parkplatz Winner Ufer 9, 56459 Stahlhofen a. W.
Länge: 6,4 km
Schwierigkeit: leicht
Besonders praktisch: barrierefrei mit Kinderwagen oder Rollstuhl, Rast- und Liegebänke, kostenfreier großer Parkplatz
Dreifelder Wether
Wer beim Picknick lieber etwas mehr Weite und Naturgefühl sucht, findet am Dreifelder Weiher einen besonders stimmungsvollen Ort. Der Weiher ist das größte Stillgewässer der Westerwälder Seenplatte und bietet mit seiner Größe, den Uferwegen und den offenen Blicken über das Wasser genau die Kulisse, die ein Picknick schnell nach kleinem Urlaub aussehen lässt. Offiziell ist von einer rund sechs Kilometer langen Runde die Rede, die durch abwechslungsreiche Wälder mit immer neuen Ausblicken führt. Schön ist hier vor allem die Mischung aus Wasser, stilleren Passagen und kleinen Aussichtspunkten - etwa an der Brücke am See, die ausdrücklich als lohnender kurzer Abstecher genannt wird.
INFO
Dreifelder Weiher
Ausgangspunkt: Seeburger Straße 1, 57629 Steinebach an der Wied
Runde um den Weiher: ca. 6 km
Besonders schön: Wasserblick, Uferwege, Waldpassagen, Abstecher zur Brücke am See
