Plötzlich steht man unter einem weiten Sternenhimmel. Um einen herum leuchten Blumen, die sich langsam in die Luft erheben. Wenig später geht es über schwebende Felsen oder durch einen Wald, in dem Tiere aus Licht auftauchen. Was wie eine Reise durch eine fantastische Traumwelt klingt, ist das neue Virtual-Reality-Erlebnis „Liederkreis“ am Theater Koblenz. Alles, was Besucher dafür brauchen, ist eine VR-Brille – und die Bereitschaft, sich auf eine ungewöhnliche Begegnung mit klassischer Musik und romantischer Dichtung einzulassen.
Die Grundlage bildet Robert Schumanns „Liederkreis op. 39“, eine Vertonung von zwölf Gedichten Joseph von Eichendorffs aus dem Jahr 1840. Mehr als 180 Jahre später werden die romantischen Verse nun mithilfe moderner Technik zu einer ganz neuen Erfahrung. Jedes Lied eröffnet eine eigene virtuelle Landschaft, durch die sich die Besucher selbstständig bewegen können. Dabei greifen die Bilder Motive aus den Gedichten auf und lassen zugleich Raum für eigene Entdeckungen und Empfindungen.


Begleitet wird die Reise von Schumanns Musik, eingesungen von Ana Carolina Medeiros Coutinho und Peter Rembold, am Klavier begleitet von Lorenz Höß. Konzipiert hat das Erlebnis Theaterintendant Markus Dietze gemeinsam mit VR-Consultant Ulrich Stöcker. Mit „Liederkreis“ setzt das Digital Theatre des Theaters Koblenz seine Experimente mit virtuellen Räumen fort. Bereits bei „PICTURES“ nach Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ konnten Besucher Musik und Gemälde als begehbare Kunst erfahren. Nun richtet sich der Blick stärker nach innen: auf die Bilder, Gefühle und Gedanken, die Musik und Literatur in uns auslösen. Was passiert, wenn ein Gedicht nicht nur Bilder im Kopf entstehen lässt, sondern man sich mitten durch sie hindurchbewegen kann? „Liederkreis“ lädt dazu ein, genau das herauszufinden. red
Weitere Informationen: Das VR-Erlebnis ist noch bis zum 26. Juni 2027 an verschiedenen Terminen im Theater Koblenz zu erleben. Spielplan und Buchung unter theater-koblenz.de/liederkreis.
