Ein Pflaster aufkleben, jemanden trösten, Hilfe holen: Was für Erwachsene selbstverständlich klingt, kann für Kinder ein großer Schritt sein. Genau diesen Schritt üben sie bei der Aktion „Die Superhelfer“. Das Programm der Rotkreuz Stiftung Koblenz zeigt Mädchen und Jungen, dass Helfen nicht erst bei großen Rettungseinsätzen beginnt. Es beginnt im Alltag - auf dem Schulhof, in der Kita, zu Hause oder unterwegs.
Kinder sollen früh erleben, dass sie in schwierigen Situationen nicht hilflos sind. Sie können aufmerksam sein, ruhig bleiben, andere unterstützen und wissen, wann Erwachsene oder der Rettungsdienst gebraucht werden. Aus dem abstrakten Thema Erste Hilfe wird so ein praktisches Erlebnis, das Mut macht.
Entwickelt wurde „Die Superhelfer“ als didaktisches Konzept des DRK in Koblenz für Kindertagesstätten und Grundschulen. Es richtet sich an Vorschulkinder sowie an Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4. Pädagogisch geschulte Superhelfer-Experten kommen direkt in die Einrichtungen und gestalten 60- bis 90-minütige Einheiten - ohne aufwendige Vorbereitung für Lehrkräfte und Erzieherinnen.
Gelernt wird nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Spiel, Experimenten und eigener Superhelfer-Ausrüstung. Im Kita-Modul erfahren schon Vorschulkinder, wie sie einfache Hilfe leisten können. In der Grundschule geht es um Verbände, Notruf, Hygiene und Körperwissen: Wann reicht ein Pflaster? Wie lege ich einen Verband an? Welche Nummer wähle ich im Notfall, und was sage ich am Telefon? Warum schützt Händewaschen? Und warum schlägt das Herz bei Bewegung schneller? So werden große Themen in kleine, verständliche Schritte übersetzt.

Das Programm vermittelt damit weit mehr als Erste-Hilfe-Grundlagen. Es stärkt soziale Kompetenz, Rücksicht und Selbstvertrauen. Wer einmal selbst einen Verband angelegt oder im Rollenspiel einen Notruf abgesetzt hat, verliert Berührungsängste. Aus einer Kursstunde wird eine Erfahrung, die bleibt - manchmal sogar bis nach Hause. Eltern berichten, dass Kinder danach genauer aufs Händewaschen achten oder erklären, wie sie im Notfall reagieren würden.
Auch für Schulen und Kitas ist die Aktion ein Gewinn. Sie ergänzt den Alltag um ein Thema, das Gemeinschaft fördert und Kinder darin bestärkt, füreinander Verantwortung zu übernehmen. Dabei steht nicht die perfekte Technik im Vordergrund, sondern die Haltung: hinschauen, nicht weggehen, sich trauen. Bereits über 14.000 Kinder wurden zu kleinen Superhelfern ausgebildet.
Damit möglichst viele Kinder in Koblenz und der Region mitmachen können, ist Unterstützung willkommen. Unternehmen, Vereine und Privatpersonen können weitere Kurse ermöglichen; schon mit 6 Euro wird ein Kind zum Superhelfer.
Weitere Informationen gibt es unter www.superhelfer.de, per E-Mail an superhelfer@drk-koblenz.de oder telefonisch unter 0261/40636-37 oder -71.
