Klostercafé der Barmherzigen Brüder lädt in Koblenz zum Verweilen ein

Im Peter-Friedhofen-Haus verbinden selbst gebackener Kuchen, Gastfreundschaft und persönliche Gespräche besonderen Genuss.

06. August 2026
Die vier Brüder Antonius, Christophorus Maria, Bernhard und Martin laden vor dem Eingang des Klostercafés im Peter-Friedhofen-Haus zum Verweilen ein. Mit ihrem Engagement haben sie das Café zu einem beliebten Ort der Begegnung in der Koblenzer Altstadt gemacht. Foto: Petra Dettmer
Die vier Brüder Antonius, Christophorus Maria, Bernhard und Martin laden vor dem Eingang des Klostercafés im Peter-Friedhofen-Haus zum Verweilen ein. Mit ihrem Engagement haben sie das Café zu einem beliebten Ort der Begegnung in der Koblenzer Altstadt gemacht. Foto: Petra Dettmer

Der Duft von frisch gebackenem Kuchen zieht durch den Kreuzgang. Im Innenhof des Peter-Friedhofen-Hauses sitzen Gäste, unterhalten sich, lachen oder genießen einfach die Ruhe. Wer das Klostercafé der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf in der Koblenzer Altstadt besucht, merkt schnell: Hier geht es um weit mehr als Kaffee und Kuchen. Das Café ist längst kein Geheimtipp mehr. Manchmal muss man warten, bis ein Platz drinnen oder draußen im Kreuzgang frei wird. Es ist ein Ort der Begegnung geworden, an dem Gastfreundschaft und Gespräche genauso wichtig sind wie das leibliche Wohl. 

Mit der Neubesetzung des Konvents im Jahr 2024 haben die Brüder Antonius, Christophorus Maria, Bernhard und Martin dem Klostercafé neues Leben eingehaucht. Nach der Corona-Pause entstand ein Konzept, das Menschen weit über kirchliche Kreise hinaus anzieht. „Unser Anliegen war immer, ein Ort der Begegnung zu sein“, sagt Bruder Antonius. Dabei gehe es nicht nur um Gastronomie, sondern darum, Menschen willkommen zu heißen und ihnen Zeit zu schenken. 

Geöffnet ist das Café bewusst nur donnerstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr. Die Brüder könnten zwar häufiger öffnen, doch das ist nicht ihr Ziel. „Wenn wir jeden Tag offen haben, dann geht dieses Besondere verloren“, erklärt Bruder Antonius. Außerdem arbeiten alle vier Brüder zusätzlich in anderen Einrichtungen. 

Das Besondere beginnt bereits in der Küche. Die Kuchen stammen nicht aus einer Konditorei, sondern aus den Händen der Brüder selbst. Bruder Antonius steht dafür manchmal schon kurz vor vier Uhr morgens auf, backt den beliebten Mandarinen-Schmand-Kuchen, einen Apfelkuchen und noch zwei weitere. Gemeinsam mit Bruder Christophorus Maria backt er bis zu 13 Kuchen pro Woche. Beide haben das Handwerk nie gelernt. „Wir haben aber Freude und Spaß daran“, sagt Bruder Antonius. 

Dass die Brüder selbst backen, servieren und hinter der Theke stehen, macht das Café einzigartig. Inzwischen gehört es sogar zu den Stationen der kulinarischen Stadtführungen. 

Vor allem aber lebt das Café von den Begegnungen. Die Brüder achten darauf, immer zu zweit im Service zu sein. So bleibt Zeit für Gespräche. Mit ihrer herzlichen, offenen und zugewandten Art tragen Bruder Martin und Bruder Bernhard ebenso wie ihre Mitbrüder dazu bei, dass aus einem Café ein Ort echter Begegnung wird. „Unser Anliegen ist, dass wir eben auch Zeit haben können, um den Menschen zuzuhören“, sagt Bruder Antonius. Manche Gäste kommen zufällig vorbei, andere gezielt wegen des Kuchens, wieder andere suchen Ruhe und verbringen mehrere Stunden im Kreuzgang.

Die Veranstaltungen rund um das Café – von Cocktailabenden bis zur Fête de la Musique – haben zusätzlich viele neue Besucher angelockt. „Wir erreichen viele Menschen, die nicht in der Kirchenbubble sind“, berichtet Bruder Antonius. Manche seien aus der Kirche ausgetreten und würden dennoch hier einen Ort finden, an dem sie sich angenommen fühlen. 

Das Feedback einer Besucherin hat ihn besonders gerührt: „Mit der Institution Kirche kann ich nichts anfangen. Aber ihr gebt dieser Kirche nochmal ein anderes Gesicht. Ein Gesicht, wo ich mich willkommen fühle.“

Vielleicht ist genau das das Erfolgsrezept des Klostercafés. Natürlich lockt der selbst gebackene Kuchen, doch was die Gäste immer wiederkommen lässt, ist das Gefühl, nicht einfach bewirtet, sondern willkommen geheißen zu werden. Petra Dettmer