Wenn am zweiten Augustwochenende Tausende Besucherinnen und Besucher über das Festgelände am Deutschen Eck schlendern, die Drohnenshow bestaunen oder das große Abschlussfeuerwerk erleben, wirkt alles wie selbstverständlich. Tatsächlich steckt hinter Rhein in Flammen® Koblenz ein Organisationsaufwand, der fast das ganze Jahr dauert.
„Nach Rhein in Flammen® Koblenz ist vor Rhein in Flammen® Koblenz“, beschreiben die zuständigen Projektleiterinnen und -leiter ihren Arbeitsalltag in der Event-Abteilung der Koblenz-Touristik GmbH. Kaum ist das Fest beendet und die Nachbereitung abgeschlossen, beginnt bereits die Planung für das nächste Jahr. Ein Kernteam von fünf bis sechs Mitarbeitenden beschäftigt sich ganzjährig mit der Veranstaltung, unterstützt von zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Tourismus, Marketing und Verwaltung.
Die eigentliche Veranstaltungsplanung besteht aus zwei großen Bereichen. „Zum einen geht es um alles, was die Besucher später erleben: Bühnenprogramm, Gastronomie, Platzgestaltung, Zusammenarbeit mit den Betreiberinnen und Betreibern der einzelnen Veranstaltungsflächen sowie die Konzeption von Drohnenshow und Feuerwerk“, beschreiben die Organisatoren. „Zum anderen – und das nimmt sogar den größeren Teil der Arbeit ein – stehen Sicherheit und Logistik im Mittelpunkt.“ Monatelang wird das Sicherheitskonzept gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt, Rettungsdiensten und weiteren Behörden abgestimmt. Dabei geht es um Flucht- und Rettungswege, Verkehrslenkung, Straßensperrungen, Zufahrtsschutz und viele weitere Details. Das Konzept wird jedes Jahr neu angepasst, weil sich Rahmenbedingungen verändern oder Verbesserungen umgesetzt werden können. Auch Anwohnerinnen und Anwohner, Schulen, Dienstleister und Standbetreiber müssen immer wieder neu eingebunden werden.

Erst wenige Tage vor der Veranstaltung beginnt der sichtbare Aufbau. Fünf Tage lang entsteht die komplette Infrastruktur, bevor an drei Veranstaltungstagen rund 150.000 Besucherinnen und Besucher erwartet werden. Anschließend folgen dann mehrere Tage Abbau.
Während des gesamten Festes sitzt die Veranstaltungsleitung mit Polizei, Feuerwehr, Sicherheitsdienst und weiteren Einsatzkräften in einer gemeinsamen Koordinierungsstelle. Dort laufen alle Informationen zusammen – von technischen Problemen bis zu vermissten Kindern. Um Besucherströme im Blick zu behalten und bei Zwischenfällen schnell reagieren zu können, wird das gesamte Veranstaltungsgelände videoüberwacht.
Ein seit mehreren Jahren erfolgreich bewährtes Angebot ist zum Beispiel das Kinderfinder-Armband. Eltern erhalten bei Streifen von Ordnungsamt, Polizei oder dem Sicherheitsdienst kostenlose Papierarmbänder für ihre Kinder. Auf diesem können sowohl der Name des Kindes als auch die Telefonnummer der Eltern eingetragen werden. Somit können Eltern und Kind im Trubel der Veranstaltung schnell wieder zusammengeführt werden.
Erstmals werden in diesem Jahr Ruhe- und Stillbereiche eingerichtet. Diese abgeschirmten Zelte bieten Familien einen Rückzugsort zum Stillen ihrer Kinder und dienen neurodivergenten Menschen als Ruheort. Eingeplant sind außerdem Trinkwasserstationen, an welchen sich mitgebrachte Gefäße kostenlos füllen lassen, Sonnencremespender im Familienbereich rund um den Wasserspielplatz sowie auf der Kirmes und ein erweitertes Angebot an Schattenplätzen durch die Aufstockung von Sonnenschirmen.
So erleben die Besucherinnen und Besucher am Ende zwar nur drei Festtage – dahinter stehen jedoch zwölf Monate Planung, zahllose Abstimmungsgespräche und die Arbeit vieler Menschen, die dafür sorgen, dass Rhein in Flammen® Koblenz jedes Jahr reibungslos über die Bühne geht. Petra Dettmer
Feuerwerke im Oberen Mittelrheintal

Wenn bei Rhein in Flammen® Tausende Besucher die Feuerwerke zwischen Spay und Koblenz bestaunen, bleibt die aufwendige Organisation meist unsichtbar. Hinter dem Spektakel steckt ein komplexes Zusammenspiel zahlreicher Akteure. 2026 muss der vertraute Ablauf jedoch verändert werden: Wegen des außergewöhnlich niedrigen Wasserstands fällt der traditionelle Schiffskonvoi aus.
Die Veranstaltung umfasst weit mehr als das Abschlussfeuerwerk in Koblenz. Entlang der Strecke zwischen Spay, Braubach, Rhens, Lahnstein und Koblenz sind sieben Feuerwerke sowie mehrere Landprogramme vorgesehen. Koordiniert werden die Abläufe von der Rhein in Flammen GmbH, die Ende 2024 gegründet wurde. Zu ihren Gesellschaftern gehören unter anderem die beteiligten Städte und Kommunen sowie die Koblenz-Touristik GmbH.
Die Planungen beginnen im Januar. Sicherheitskonzept, Genehmigungen und die Abstimmung mit Feuerwehr, Wasserschutzpolizei, Rettungsdiensten sowie dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt müssen ineinandergreifen. Normalerweise formieren sich rund 30 Fahrgastschiffe bei Boppard und fahren gemeinsam flussabwärts bis nach Koblenz.
Die aktuellen Prognosen für den 8. August gehen jedoch von einem historischen Niedrigwasserstand von nur sechs bis zehn Zentimetern am Pegel Koblenz aus. Damit wäre die vertraglich festgelegte Sicherheitsgrenze von 50 Zentimetern deutlich unterschritten. Ein sicherer gemeinsamer Start des Konvois ist deshalb nicht gewährleistet.
Die angemeldeten Fahrgastschiffe sollen sich stattdessen nach einem festen Aufstellungsplan vor der Festung Ehrenbreitstein positionieren. Dort können die Gäste die Drohnenshow und das anschließende Abschlussfeuerwerk erleben. Die Feuerwerke entlang der Strecke und die Landprogramme in Koblenz, Lahnstein, Spay, Rhens und Braubach sind nach aktuellem Stand wie geplant vorgesehen. Petra Dettmer
Drohnenshows bieten ikonische Bilder am Nachthimmel

Bereits am Freitagabend wird der Himmel über Koblenz zum Schauplatz einer besonderen Inszenierung: Die Drohnenshow mit rund 400 Drohnen greift das positive Lebensgefühl, die Farben und die Energie der 90er-Jahre auf und übersetzt sie in leuchtende Bilder am Nachthimmel. Die Musik wurde bewusst passend zur 90er-Jahre-Show am Deutschen Eck ausgewählt. Konkrete Motive und Titel werden vorab noch nicht verraten.
Am Samstag wird die im vergangenen Jahr erstmals präsentierte Kombination aus Drohnenshow und Höhenfeuerwerk deutlich weiterentwickelt. Während 2025 rund 400 Drohnen zum Einsatz kamen, wird die große Drohnenshow 2026 doppelt so groß. Die Inszenierung „Confluentes“ sendet als emotionale Rückbesinnung auf die Schönheit unseres Planeten, auf die Natur, auf das Leben und das, was schützenswert ist und uns Menschen miteinander verbindet, eine klare Botschaft in die Welt. Abschließend führen diese Gedanken schließlich nach Koblenz – an den Ort, an dem Rhein und Mosel zusammenfließen.
Besonders ist dabei der ganzheitliche Ansatz: Drohnenshow, Musik und Höhenfeuerwerk werden am Samstag nicht getrennt voneinander gedacht, sondern als zusammenhängende Choreografie mit gemeinsamem dramaturgischem Spannungsbogen. Ermöglicht werden die beiden Drohnenshows durch Unterstützung des MVZ Labor Koblenz.
Etwa zwei Monate dauert die Vorbereitung einer solchen Show. Federführend entwickelt und inszeniert wurden diese von der Koblenz-Touristik GmbH. Die technische Umsetzung erfolgt in enger partnerschaftlicher Abstimmung mit Showmatrix für die Drohnenshow sowie Nico Feuerwerk für das Höhenfeuerwerk. Petra Dettmer
Barrierefreiheit am Pegelhaus
Seit drei Jahren betreibt Kevin Steffens von Ananas Events einen der sieben Bereiche auf dem Veranstaltungsgelände. Verschiedene Bands sorgen auf der Bühne zwischen Pegelhaus und Schloss abends für ausgelassene Stimmung. Was ihm und seinem Team aber besonders am Herzen liegt, sind Inklusion und Barrierefreiheit. „Wir versuchen dieses Jahr, unseren Bereich noch barrierefreier zu machen“, sagt er. „Wir haben ein Podest für Rollstuhlfahrer*innen vor der Bühne errichtet. Dies ermöglicht es Menschen im Rollstuhl, die Stimmung auf der Bühne bestmöglich zu erleben. Darüber hinaus gibt es einen weiteren barrierefreien Zuschauerbereich mit bestem Blick auf die Drohnenshows und das Feuerwerk.“ Neu in diesem Jahr: eine Klingel am Getränkeausschank. „Wir haben auf einer Veranstaltung gesehen, wie ein Rollstuhlfahrer Getränke kaufen wollte und vom Personal gar nicht gesehen wurde. Deshalb gibt es jetzt eine Klingel bei uns. Wenn das Personal die Klingel hört, kommt jemand raus und bedient die Person.“
Hansjörg Kunz, Geschäftsführer koveb
Besonders freut sich Kevin Steffens außerdem, dass einer der beiden Ruhe- und Stillbereiche an seinen Veranstaltungsbereich angrenzt. Petra Dettmer
Öffentlicher Nahverkehr der koveb

Der Fahrplan erfolgt wie im letzten Jahr:
• Auf allen Linien gibt es für Hin- und Rückrichtung Verstärkerfahrten mit zusätzlichen Bussen.
• Außerdem fahren die koveb-Nachtbusse ab 23 Uhr im 30-Minuten-Takt von der City in die Stadtteile, mit einem Zusatzbus um 23.45 Uhr. Der letzte Nachtbus fährt gegen 3.30 Uhr.
• Für die Linienfahrten gelten die normalen Ticketpreise.
Die Busse in der ersten Stunde nach Ende des Feuerwerks sind naturgemäß besonders voll, gleichzeitig ist in der Stadt mit Stau zu rechnen. Daher möchten wir gerne dafür werben, sich lieber noch ein bisschen Zeit zu nehmen und in einem späteren, aber nicht ganz so vollen Bus und bei fließendem Verkehr den Heimweg anzutreten. Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte die Stunde nach dem Feuerwerk besser in einen Drink in der Stadt investieren.
„Unser Plädoyer für Rhein in Flammen®: Ihr feiert – wir fahren. Je mehr Menschen an diesem Tag den ÖPNV nutzen, desto sicherer und entspannter wird die Verkehrslage in der Stadt – und die Möglichkeiten sind ja umfassend“, sagt Hansjörg Kunz, Geschäftsführer koveb. Petra Dettmer
