
Am Ende des Arkadengangs, direkt neben dem Eingang des City Hotels Kurfürst Balduin, hat eine bisher eher unscheinbare Ecke ein neues Gesicht bekommen. Seit Juni 2026 zieht dort ein großformatiges Mural von Isabel Antonio die Blicke auf sich. Der Titel: „Confluentes“. Der Name ist bewusst gewählt. Er verweist auf den lateinischen Ursprung von Koblenz und bedeutet „die Zusammenfließenden“. Gemeint ist der Ort, an dem Rhein und Mosel aufeinandertreffen – und zugleich ein Gedanke, der weit über Geografie hinausgeht. Denn Antonio möchte mit ihrer Kunst Verbindungen schaffen: zwischen Menschen, Orten, Geschichten und Blickwinkeln.
Entstanden ist das Wandbild mitten im öffentlichen Raum. Während einer Hitzewelle arbeitete die Künstlerin mehrere Tage an der Außenwand des Hotels – beobachtet von Passanten, Gästen und Menschen, die zufällig vorbeikamen. Viele blieben stehen, stellten Fragen oder kamen mit ihr ins Gespräch. Für Antonio hatte das Arbeiten dadurch einen fast interaktiven Charakter. Der Zuspruch und die Freude der Vorbeigehenden gaben ihr Energie; die Gespräche, auch wenn sie den Malprozess unterbrachen, wurden selbst Teil der Erfahrung. „Menschen in Verbindung bringen, miteinander, mit ihrer Umwelt, den Moment des Sich-Wunderns zu fördern – all das motiviert meine Arbeit“, beschreibt die Künstlerin ihren Ansatz. Genau das soll auch „Confluentes“ leisten: nicht nur schmücken, sondern neugierig machen.

Den Anstoß für das Projekt gab eine Bemerkung von Henk Rooze, der das City Hotel Kurfürst Balduin 25 Jahre lang operativ geführt hat und weiterhin Geschäftsführer ist. Im Zuge der Übergabe zog er sich allerdings zum Jahresbeginn 2026 aus dem operativen Geschäft zurück. Benjamin Simmer übernahm diese Aufgaben und soll künftig auch die Geschäftsführung übernehmen. Er griff Roozes lang gehegten Wunsch auf, die stille Ecke am Arkadengang gestalterisch aufzuwerten. Isabel Antonio kannte Simmer bereits aus früheren gemeinsamen Projekten – unter anderem durch Ausstellungen, Wanderkarten und Postkarten.
Mit „Confluentes“ wurde aus dem beiläufig geäußerten Wunsch ein Kunstwerk mit Stadtbezug – und zugleich der Auftakt für weitere gemeinsame Ideen. Auch künftig möchten das Hotel und Isabel Antonio kreative Projekte im Haus verwirklichen. Wer am Arkadengang vorbeikommt, sollte sich deshalb einen Moment Zeit nehmen: zum Hinschauen, Entdecken und vielleicht auch zum Rätseln. Denn das Mural erzählt von Koblenz und lädt dazu ein, die Stadt anschließend mit einem etwas anderen Blick weiter zu erkunden. red
