Neuwied holte den Handel an den Rhein

1662 verlegte Graf Friedrich III. zu Wied drei Jahrmärkte aus Oberbieber

09. Oktober 2026
Neuwied holte den Handel an den Rhein

Wochen- und Jahrmärkte gehören seit Jahrhunderten zum Neuwieder Stadtleben. Foto: igishevamaria - stock.adobe.com

Am 10. und 11. Oktober kommen rund 90 Standbetreiber zu den Neuwieder Markttagen. Die Geschichte der Stadt als Handelsplatz reicht weit zurück. Eine ihrer frühen Spuren führt ins benachbarte Oberbieber. Dort trafen sich Händler und Käufer schon vor der Gründung Neuwieds. Dreimal im Jahr wurden Waren angeboten und Geschäfte gemacht – der Überlieferung nach unter alten Eichen auf dem heutigen Hermesplatz. 

1662 änderte Graf Friedrich III. zu Wied den Standort: Er verlegte diese drei Jahrmärkte in seine junge Residenz am Rhein. Neuwied war damals gerade neun Jahre alt. Die 1653 gegründete Stadt sollte wachsen; die bestehenden Handelstermine konnten Händler und Kunden aus der Umgebung dorthin bringen. Fortan ging es für sie zu diesen Anlässen nach Neuwied statt nach Oberbieber. Die heutigen Markttage gehören zu dieser langen städtischen Handelstradition. Deren Vorgeschichte lässt sich jedoch auch abseits der Innenstadt entdecken: auf dem Hermesplatz, wo einst unter den Eichen gehandelt wurde.