An den Vier Türmen in Koblenz lohnt sich ein Blick auf die Hausecke statt nach oben zu den verzierten Erkern. Im Gebäude „Zum grünen Baum“ führt ein Durchgang durch die Ecke. Er wirkt wie eine praktische Abkürzung beim Stadtbummel. Entstanden ist er allerdings, weil sich hier Fußgänger und Straßenbahn in die Quere kamen.
Wo heute Löhrstraße, Marktstraße, Altengraben und Am Plan aufeinandertreffen, bog früher die Bahn um die enge Ecke. Für Fußgänger blieb wenig Platz. Die Lösung griff in das Gebäude ein: 1950 wurde der Durchgang angelegt. Während draußen die Wagen vorbeifuhren, konnten Passanten durch die Hausecke ausweichen.
Das Ensemble selbst ist deutlich älter. Seinen Namen verdankt es den vier auffälligen Erkertürmen an der Kreuzung. Der Durchgang kam erst Jahrhunderte später hinzu, als der Verkehr unten auf der Straße eine neue Lösung verlangte.
1967 endete der Straßenbahnbetrieb in Koblenz. In diesem Teil der Altstadt entstand eine Fußgängerzone. Die Hausecke blieb offen – und lässt sich beim nächsten Stadtbummel noch immer als kurzer Ausweichweg nutzen, heute allenfalls vor dem Gegenverkehr zu Fuß.
