Wenn der ABSCHIED weitergeht

Nach der Beisetzung gibt es viele Möglichkeiten, gemeinsam zu erinnern

23. Oktober 2026
Wenn der ABSCHIED weitergeht

Gemeinsam Fotos anzuschauen und über den Verstorbenen zu sprechen, kann beim Erinnern helfen. Foto: Gina Sanders - stockadobe.com

Mit der Beisetzung endet der Abschiedstag für viele Familien noch nicht. Häufig folgt der klassische Trauerkaffee. Verpflichtend ist er nicht. Angehörige können selbst entscheiden, ob und in welcher Form sie danach noch zusammenkommen möchten.

Erinnern statt Kaffeetafel

Manche Familien gestalten das Beisammensein eher als Erinnerungs- oder Lebensfeier. Dann steht weniger die Bewirtung als das gemeinsame Erinnern im Mittelpunkt. Fotos können gezeigt, Geschichten erzählt oder Musik gespielt werden, die mit dem Verstorbenen verbunden war. Auch ein Lieblingsgericht oder ein besonderes Getränk kann aufgegriffen werden. Wer möchte, kann Gäste außerdem bitten, eine kurze Erinnerung, ein Foto oder eine kleine Anekdote mitzubringen und diese dort miteinander zu teilen. 

Der Ort muss dabei nicht zwangsläufig ein Restaurant oder Café sein. Auch das eigene Zuhause, ein Garten oder ein anderer geeigneter Platz kommen infrage. Ein Vereinsheim kann beispielsweise passen, wenn der Verstorbene dort viele Jahre aktiv war. Entscheidend ist, dass der Ort genutzt werden darf und die organisatorischen Fragen vorher geklärt sind. 

Gemeinsam unterwegs

Ein Besuch am Grab kann Raum für Erinnerungen und einen stillen Moment geben. Foto: Osterland - stock.adobe.com
Ein Besuch am Grab kann Raum für Erinnerungen und einen stillen Moment geben. Foto: Osterland - stock.adobe.com

Auch ein gemeinsamer Spaziergang kann eine Möglichkeit sein. Angehörige können einen vertrauten Weg gehen oder einen Ort besuchen, der im Leben des Verstorbenen eine besondere Rolle gespielt hat. Trauerspaziergänge werden auch in der professionellen Trauerbegleitung eingesetzt. Bewegung, Gespräche und gemeinsames Schweigen können dabei nebeneinander Platz haben.

Ungewöhnlicher ist ein Beisammensein auf dem Wasser. Bei See- oder Flussbestattungen bieten manche Veranstalter die Möglichkeit, nach der Beisetzung noch an Bord zu bleiben, gemeinsam zu essen oder Musik zu hören. Für Flussbestattungen gelten allerdings besondere rechtliche Vorgaben. In Rheinland-Pfalz sind sie nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. 

Es muss nicht sofort sein

Nicht jeder möchte direkt nach der Beisetzung noch mit einer größeren Gruppe zusammensitzen. Auch eine spätere Erinnerungsfeier ist möglich. Sie kann Wochen oder Monate danach stattfinden, wenn mehr Ruhe eingekehrt ist. 

Dann bleibt Zeit, Fotos zusammenzustellen, persönliche Beiträge vorzubereiten oder einen Ort auszuwählen, der zur Familie und zum Verstorbenen passt. Manche Angehörige verbinden ein solches Treffen mit einem persönlichen Datum, etwa einem Geburtstag oder Jahrestag. 

Ob klassischer Trauerkaffee, Erinnerungsfeier, Spaziergang oder Zusammenkunft an einem besonderen Ort: Eine feste Form gibt es nicht. Maßgeblich ist, was zu den Angehörigen und zur Erinnerung an den Verstorbenen passt. red