
Manche Momente prägen ein Leben, lange bevor man versteht, warum. Für Ricarda Kiefer war es der Tag, an dem sie mit sechs Jahren auf einem Karnevalswagen stand – gemeinsam mit ihrem Patenonkel, eingehüllt in Musik, Farben und das ausgelassene Lachen der Schängel. Dieses Gefühl von Freiheit und Freude ließ sie nie wieder los. Ein Funke, der damals entzündet wurde, brennt bis heute.
Geboren am 17. Februar 1989 in Koblenz, zog ihre Kindheit zunächst durch die Koblenzer Vorstadt und Lonnig, bevor die Familie in Kesselheim ein Zuhause fand. Ein Ort, an dem Ricarda schnell verwurzelt war – und in dem sie die ersten Schritte in eine Fastnachtswelt machte, die später einen zentralen Platz in ihrem Leben einnehmen sollte.
Berufliche Stärke und familiärer Rückhalt
Ricardas Weg zeigt früh, dass sie eine Frau ist, die zupackt und Verantwortung trägt. Bereits mit 16 begann sie ihre Ausbildung bei der Debeka. Heute leitet sie dort eine Gruppe in der Personalabteilung – eine Aufgabe, die Organisation, Klarheit und Empathie verlangt. Parallel absolvierte sie ein Studium zur Betriebswirtin.
Diese Energie spürt man auch außerhalb des Berufs. In Lay an der Mosel lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann Hendrik und den beiden Kindern Mariella und Luca. Familie, Freundschaft und Loyalität sind für sie keine Worte, sondern Werte, die ihren Alltag tragen. Sie sind auch das Fundament dafür, dass Ricarda ihre karnevalistischen Aufgaben mit so viel Herz und Hingabe erfüllt.
Karneval als Lebensgefühl - und als Aufgabe

Seit der Session 2001/2002 gehört Ricarda zu den Kapuzemännern – ein Verein, der für sie längst mehr geworden ist als eine Gemeinschaft. Hier wuchs sie tänzerisch, erst bei den Jugendfunken, später bei den Großen Funken.
Seit 17 Jahren steht sie selbst am Rand der Bühne – als Trainerin. Über 36 Tänzerinnen begleitet sie inzwischen, führt sie, formt sie, stärkt sie. Diese Aufgabe verrät viel über ihren Charakter: Geduld, Durchsetzungsvermögen, Teamgeist und der Wunsch, andere glänzen zu lassen. Auch mehrere Jahre Vereinsvorstand gehören zu diesem langen Weg des Engagements. Das Brauchtum im Straßenkarneval zu pflegen, ist für sie selbstverständlich.
Confluentia aus Überzeugung
Mit ihrer Rolle als Confluentia erfüllt sich Ricarda einen Kindheitstraum – den Traum, den sie auf diesem ersten Karnevalswagen einst zum ersten Mal gespürt hat. Bestärkt wurde er durch das vorherige Kapuze-Tollitätenpaar, das ihr gezeigt hat, wie viel Freude, Nähe und Gemeinschaft dieses Amt schenken kann.
Ricarda überlässt nichts dem Zufall. Sie dankt ihrer Familie, ihrem Verein und ihren Freunden – und ihrem Bruder Felix, der sie täglich stylt und damit dafür sorgt, dass sie den Glanz der Rolle nach außen tragen kann. Denn für Ricarda bedeutet dieses Amt mehr als Repräsentation: Es bedeutet Nähe zu den Menschen. Es bedeutet, die Stadt zu feiern, in der sie verwurzelt ist.
Ihr Ziel ist klar: Die Session bewusst zu erleben, jeden Moment zu genießen und unvergessliche Erinnerungen zu schaffen. Und sie lädt alle ein, Teil dieses Gefühls zu sein: „Lasst uns miteinander lachen, feiern und unseren Koblenzer Karneval mit Tradition und Herzblut leben.“
