Der KC Kapuzemänner Rot-Weiß 1968 e. V. gehört heute zu den prägenden Vereinen des Koblenzer Karnevals. Seine Geschichte begann 1968 – unspektakulär und dennoch wegweisend. Mitglieder des Männergesangvereins 1865 und des VfL 09/31 Kesselheim gründeten eine karnevalistische Gruppe, die zunächst ohne offizielle Vereinsstrukturen auskam.
Unter ihnen: Otto Galla, Werner Ewert, Ernst Nolden, Manfred Naunheim, Peter Höfer und weitere engagierte Kesselheimer. Schon bald entwickelte sich aus der anfänglichen Initiative ein Verein mit eigener Identität und wachsender Bedeutung.
Erste Jahre und der Weg in den Koblenzer Karneval
1969 wurden die Kapuzemänner in die Arbeitsgemeinschaft Koblenzer Karneval aufgenommen – ein entscheidender Schritt, denn mit der Eingemeindung Kesselheims rückte die Gruppe in das karnevalistische Netzwerk der Stadt. Der Vereinsname entstand aus einer spontanen Idee und bezog sich humorvoll auf die typischen Komiteemützen. Wenige Jahre später stiftete Otto Galla den Halsorden, der bis heute ein zentrales Symbol des Vereins ist. 1975 folgte die formale Gründung als eigenständiger Verein, der fortan Sitzungen, Kostümbälle, Kinderfeste und den Straßenkarneval organisierte.


Aufstieg, erste Tollitäten und neue Strukturen
Mit dem Beitritt zur Rheinischen Karnevals-Korporationen e. V. im Jahr 1980 festigten die Kapuzemänner ihre Position. Ein Meilenstein folgte 1983 mit dem Bau einer eigenen Wagenbauhalle – ein Projekt, das der ehrenamtlichen Arbeit ein stabiles Fundament gab. Anfang der 1990er Jahre rückte der Verein in den Fokus der Stadt: 1990 stellte er das Koblenzer Tollitätenpaar mit Prinz Otto vom königlichen Bach und Confluentia Elke. Der Hofstaat umfasste erstmals uniformierte Frauen – ein Novum in der Vereinsgeschichte.
Erneute Tollitäten-Gestellungen und stetiges Wachstum
2002 folgte die zweite Tollitätengestellung mit Prinz Jupp vom Goldenen Euro und Confluentia Jenny – ein weiterer Höhepunkt, der die Kapuzemänner als zuverlässigen und engagierten Verein im Koblenzer Karneval etablierte. Die 2000er Jahre waren zugleich geprägt von organisatorischer Weiterentwicklung: Der Verein wurde im Bund Deutscher Karneval aufgenommen und professionalisierte seine Strukturen weiter.
Bewerbung, Pandemie und der Blick nach vorn
2019 bewarb sich der Verein erneut bei der AKK um eine Tollitätengestellung. Die Zusage erfolgte – doch die Corona-Pandemie verzögerte die Umsetzung. Die für 2023/24 geplante Session wurde schließlich auf 2025/26 verschoben. Für die Kapuzemänner war dies ein Einschnitt, aber auch ein Moment des Zusammenhalts. Sie nutzten die Zeit, um das Vereinsleben zu stabilisieren und sich auf die künftige Aufgabe vorzubereiten.
2026 - Tollitäten für Koblenz
Im Jahr 2026 stellt der Verein erneut das Tollitätenpaar für die Stadt Koblenz: Prinz Oli, der närrische Zeitungsjung, und Confluentia Ricarda. Beide verbindet eine lange Geschichte im Verein – ein Symbol dafür, wie eng die Kapuzemänner ihre Mitglieder prägen und mitnehmen. Die Gestellung ist zugleich Abschluss und Neubeginn: Sie krönt mehr als fünf Jahrzehnte Vereinsarbeit und setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft des Koblenzer Karnevals.
Ein Verein mit Tradition und Gemeinschaftssinn
Die Chronik zeigt, wie sich aus einer kleinen Interessengruppe ein lebendiger, strukturell gefestigter Karnevalsverein entwickelte, der bis heute in Kesselheim und Koblenz fest verankert ist. Eigene Hallen, mehrere Tollitätengestellungen, vielfältige Tanzgruppen, Nachwuchsarbeit und ein starkes Fundament aus Ehrenamt prägen das Bild der Kapuzemänner.
Mit der Session 2025/26 schlägt der Verein ein neues Kapitel auf – getragen von Tradition, Gemeinschaft und dem Anspruch, den Koblenzer Karneval mit Herzblut weiterzuführen. red
