Eine Reise durch die Zeit

Videoprojekt „Schule heute - Schule früher“ wird im OK Neuwied gezeigt

17. Januar 2026
Eine Reise durch die Zeit

Fotos: Alice-Salomon-Schule

Zum 125-jährigen Bestehen der Berufsbildenden Schule Alice Salomon Linz am Rhein gestaltete die Klasse BVJS A24 ein besonderes Videoprojekt. Die Schülerinnen und Schüler, die im BVJS das Berufsvorbereitungsjahr Sprache besuchen und in Vollzeit Deutsch lernen, bereiten sich auf einen Schulabschluss oder eine Ausbildung vor und haben trotz voller Stundenpläne eine kleine Zeitreise auf Video gebannt. 

Als Beitrag für das Schuljubiläum entschied sich die Klasse nach einem gemeinsamen Brainstorming für die Produktion eines Videos. Darin werden ein Schultag an der Alice-Salomon-Schule heute und ein Schultag, wie er um 1900 ausgesehen haben könnte, einander gegenübergestellt. Der fertige Film ist 12 Minuten lang, wird nun im Offenen Kanal Neuwied (OK) ausgestrahlt und ist auch auf YouTube abrufbar. 

Der OK Neuwied versteht sich als ein Lernort für Demokratie, weil er freie Meinungsäußerung ermöglicht, zur Mitgestaltung einlädt und Bürger und Bürgerinnen befähigt, Medien selbstbestimmt zu nutzen. Die Mitarbeitenden haben dem BVJS professionelle technische Geräte wie Kameras, Stative und Mikrofone ausgeliehen und über die gesamte Projektdauer mit ihrem Know-how unterstützt. 

Von der Recherche – unter anderem im Röntgen-Museum Neuwied – über die Entwicklung von Storyboard und Drehbuch bis hin zum Drehplan und Schnitt lag die gesamte kreative Arbeit in den Händen der Jugendlichen. Eine ganze Woche lang stand das Drehen im Mittelpunkt – eine intensive und mitunter anstrengende Erfahrung. Dabei gab es auch unerwartete Hindernisse: Das Schreiben des Drehbuchs in einer neuen Sprache war für viele eine Herausforderung, und ausgerechnet während der Aufnahmen streikte ein Tonempfänger. Doch die Klasse ließ sich nicht entmutigen. „Ein Mitschüler hatte genau diese Szene zufällig mit dem Handy gefilmt. Am Ende hat unser Technikteam das alles so geschickt zusammengeschnitten, dass es sogar besser klang als gedacht“, erzählt eine Schülerin lachend. 

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein eindrucksvolles Video, das nun im Offenen Kanal ausgestrahlt wird. Ergänzt wird es durch einen Blick hinter die Kulissen, der ebenfalls von Schülerinnen und Schülern erstellt wurde. Besonders beeindruckend war aber der Teamgeist innerhalb der Klasse: Gegenseitige Unterstützung bei Textschwierigkeiten, kleine Gesten wie Schokolade in stressigen Momenten oder der Umgang mit kleineren technischen Problemen zeigten eindrucksvoll, wie viel die Jugendlichen im Miteinander gelernt haben. Auch Klassenlehrerin Juliane Pies blickt voller Stolz auf das Projekt zurück: „Die Schülerinnen und Schüler haben bewiesen, dass sie mehr können, als sie sich selbst manchmal zutrauen. Sie haben gezeigt, dass Sprache, Kreativität und Mut Türen öffnen – und dass sie schon jetzt wichtige Beiträge zur Gesellschaft leisten können.“ 

Der dargestellte Kontrast von „Schule heute“ zu „Schule früher“ macht zudem deutlich, dass es wichtig ist, das Hier und Jetzt zu wertschätzen und gleichzeitig aus der Vergangenheit zu lernen. Gerade diese Verbindung von Geschichte und Gegenwart gibt dem Jubiläum der Schule eine besondere Tiefe – und zeigt, wie lebendig Bildung sein kann. 

“Wir sind stolz auf diese jungen Menschen, die nicht nur sprachlich, sondern auch organisatorisch, kreativ und technisch über sich hinausgewachsen sind”, sagt Pies. Ihr Projekt sei ein lebendiges Beispiel dafür, was Vielfalt, Zusammenarbeit und Mut bewirken können.