Im Technik-Labor auf Gran Canaria

Schülerinnen und Schüler der David-Roentgen-Schule stellen sich zum dritten Mal Technikwettbewerb im fernen Süden

17. Januar 2026
Foto: David-Roentgen-Schule
Foto: David-Roentgen-Schule

Bald heißt es wieder Koffer packen. Nach zwei erfolgreichen Teilnahmen am renommierten Smart Green Island Makeathon auf Gran Canaria hat sich der Technikwettbewerb mittlerweile fest im Schulkalender etabliert. Auf die erste, sehr kurzfristige Teilnahme 2024 blickt Torsten Schumacher, Lehrer für Elektrotechnik, heute lachend zurück: „Die Möglichkeit bot sich uns so unerwartet, dass wir uns schlichtweg überraschen lassen mussten. Eine Vorbereitung unserer Schüler aus dem Beruflichen Gymnasium und der Berufsoberschule I war zeitlich einfach nicht mehr möglich. Es war ein Abenteuer, das sich für uns absolut ausgezahlt hat.“ 

2016 entwickelte Dr. Rainer Stetter, CEO des IT-Beratungsunternehmens ITQ GmbH, die Idee, einen Makeathon als innovatives Bildungskonzept zu veranstalten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sollte hier anders gedacht und endlich „sexy“ werden. Nachdem die erste Veranstaltung ein voller Erfolg war, wurde das Format beziehungsweise Innovationsfestival beständig weiterentwickelt und in weiteren Ländern umgesetzt. Insgesamt wurden bisher 30 Makeathons mit über 3.000 Teilnehmern von 350 Universitäten in sechs Ländern veranstaltet. Dabei begeistern bei jedem Wettbewerb der Teamspirit, das Engagement und die herausragenden Ergebnisse Schüler, Studenten, Sponsoren, Professoren und Veranstalter gleichermaßen. 

Das Original auf Gran Canaria läuft stets unter dem Motto „Smart Green Island“. Zahlreiche Unternehmen stellen unter professioneller Begleitung von Ingenieuren sogenannte „Industry Challenges“ aus verschiedenen Bereichen der Technik zur Verfügung, die alle den Gedanken der Nachhaltigkeit teilen. Im Fokus stehen Themen wie Smart Green Mobility, Smart Farming, Smart Automation, Smart Production und Smart Recycling & Smart Green Logistic. Knapp 1000 Teilnehmer aus 36 Ländern und 73 verschiedenen Universitäten und Schulen tüftelten im vergangenen Jahr vier Tage mit größter Motivation und Einsatzbereitschaft in multinationalen, agilen Gruppen an 28 Projekten, alle mit dem Ziel, am Ende ein innovatives Produkt präsentieren zu können. 

„Mit Studenten und Ingenieuren aus so vielen verschiedenen Ländern auf so hohem Niveau zusammenarbeiten und viel Neues lernen zu dürfen, war eine einmalige Erfahrung“, zeigt sich Tim Friedrich begeistert. Gemeinsam mit Mitschülern aus dem Beruflichen Gymnasium und der Fachschule für Technik galt es, einen Prototyp zur Herstellung von Gehäusen für Elektronikbauteile herzustellen, wobei das Material hierfür aus ausgedienten PET-Flaschen recycelt wurde. Schüler aus der Berufsoberschule II wiederum entwickelten vorab im Technikunterricht einen Praxisworkshop zum Einsatz einer mit einem Microcontroller automatisierten Hydroponic-Anlage, den sie vor Ort mit lokalen Schulklassen durchführten. „Für uns als Lehrer war es beeindruckend zu sehen, wie sich unsere Schüler in kurzer Zeit und trotz einiger anfänglicher Schwierigkeiten vor Ort zurechtgefunden und ihre Aufgaben gemeistert haben. Auch Probleme in der Materialbeschaffung oder sprachliche Barrieren konnten sie nicht aufhalten“, fasst Matthias Göbel, Techniklehrer an der DRS, begeistert zusammen. 

Auch in diesem Frühjahr ist die DRS wieder mit einigen Teilnehmern vertreten. Studierende der Fachschule für Technik sowie angehende Mechatroniker werden an den angebotenen „Industry Challenges“ mitarbeiten. „Wir als Schule versuchen, mit unseren Schülern immer möglichst praxisnah und projektorientiert zu arbeiten. Für uns ist es wichtig, dass die Vorbereitungen auf den Wettbewerb und die Workshops auch Teil unseres Unterrichts sind. Damit können wir unsere Schüler bestmöglich auf eine Berufswelt von morgen vorbereiten“, erklärt Torsten Schumacher. 

Finanziert wird die Teilnahme der DRS durch Mittel des Erasmus+-Programms der Europäischen Union, für dessen Umsetzung das Erasmus+-Team, bestehend aus Katrin Klein, Nadine Kaufmann und Klaus Richter, verantwortlich ist. „Der Smart Green Island Makeathon ist eine herausragende Veranstaltung, um die Technikbegeisterung von Schülern zu wecken und zu fördern. Darüber hinaus erleben die Schüler europäisches Miteinander, Austausch und Kooperation. Das bringt Menschen einander näher“, zeigt sich das Team überzeugt und froh, den Makeathon verlässlich unterstützen zu können.