Pilgerweg führt auf 200 Kilometern durch den Westerwald

Evangelisches Dekanat eröffnete die zwölf Etappen umfassende Route mit Gottesdienst und gemeinsamer Wanderung

04. September 2026
Pilgerweg führt auf 200 Kilometern durch den Westerwald

Auf dem Weg nach Willmenrod: Die in Gemünden gestartete Wandergruppe mit Organisatorin Bettina Dreiseitel (Mitte, mit Hut). Im Hintergrund ist die Stiftskirche zu sehen. Fotos: Jugendkirchentag/Bongard

Seit Kurzem lädt der Pilgerweg des Evangelischen Dekanats Westerwald dazu ein, die Region zu Fuß und aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Die rund 200 Kilometer lange Route führt in zwölf Etappen durch das Dekanatsgebiet – unter anderem über Westerburg, Wallmerod, Montabaur, Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach, Selters, Bad Marienberg und Rennerod. 

Zur offiziellen Eröffnung waren rund 50 Menschen nach Willmenrod gekommen. Sie feierten die Einweihung des Weges mit einer gemeinsamen Wanderung, einem Gottesdienst sowie einem Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Suppe. 

Die Teilnehmenden waren am Eröffnungstag von Wallmerod, Westerburg und Gemünden nach Willmenrod gepilgert. Bettina Dreiseitel führte die Gruppe, die in Gemünden gestartet war. Sie gehört zum Pilgerteam des Dekanats und hatte die Route gemeinsam mit Ricarda Schneider, Regina Kehr und Bettina Kaiser geplant. 

„Wir haben die Route mehrfach überprüft, korrigiert und in der Wander-App Komoot eingetragen. Jetzt ist die Strecke traumhaft schön“, schwärmt sie. „Die Route führt an Feldern vorbei; wenn man sich Schatten wünscht, kommt ein kühler Wald, es gibt viele Bänke und alle Wege sind gut bewältigbar.“ 

Dekan Axel Wengenroth eröffnet den neuen Pilgerweg offiziell und durchtrennt im Beisein der Gäste das symbolische Band.
Dekan Axel Wengenroth eröffnet den neuen Pilgerweg offiziell und durchtrennt im Beisein der Gäste das symbolische Band.

Auch bei den Mitwandernden kam die Strecke gut an. „Die Leute wissen gar nicht, welche wundervollen Orte es hier gibt“, sagte Mitpilgerin Sylvia. Besucherin Christina erklärte: „Das ist eine schöne Idee! Heute ist’s zwar nur ein Tagesausflug, aber ich überlege, den Weg mal komplett zu gehen.“ 

Während der Wanderung passierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer malerisch gelegene Weiher und hielten dort für einen geistlichen Impuls inne. Einen Teil des Weges legten sie schweigend zurück. Unterwegs begegneten sie einer neugierigen Kuhherde, schmunzelnden Waldarbeitern und mehreren Bachläufen. Zum Abschluss pusteten sie kleine Federn in den Wäller Wind – als Symbol für den Ballast des Alltags, der beim Pilgern leichter werden kann.

Denn Pilgern ist mehr als Wandern. „Es ist ein Unterwegssein mit sich selbst und mit Gott“, glaubt Pfarrerin Sabine Jungbluth, die gemeinsam mit dem Wäller Pilgerteam und Dekan Axel Wengenroth den Eröffnungsgottesdienst in Willmenrod gestaltete. 

Auch für Regina Kehr ist der Pilgerweg mehr als eine ausgeschilderte Strecke. Das Projekt sei trotz einiger Unwägbarkeiten während der mehrjährigen Planung zu einem Geschenk geworden. „Uns wurde währenddessen noch einmal bewusst, wie riesig unser Dekanat ist“, sagt sie mit Blick auf die rund 200 Kilometer lange Strecke. 

Eine klassische Beschilderung entlang der Route gibt es nicht. „Schilder oder Wegweiser haben wir zwar nicht. Aber der Dekanatspilgerweg steht ab sofort digital auf Komoot zur Verfügung. Außerdem gibt es eine schön gestaltete Übersichtskarte mit kurzen Beschreibungen und QR-Codes – ebenso wie einen Pilgerausweis, der mit Stickern gefüllt werden kann“, sagt Regina Kehr.

Unterstützt wurde das Projekt durch den Innovationsfonds „Spielräume“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. „All das wäre nicht ohne die Unterstützung von ,Spielräume‘ möglich gewesen, dem Innovationsfonds der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.“ Regina Kehr dankte zudem ihren Mitstreiterinnen für „ganz viel Herzblut“. 

Dekan Axel Wengenroth eröffnete den Pilgerweg offiziell und stellte das Projekt unter Gottes Segen: „Pilgern ist eine wundervolle Möglichkeit, Gott zu begegnen – wann und wo Er will.“ red

Informationen zum Pilgerweg, zur Anmeldung, zum Pilgerpass und zur faltbaren Pilgerkarte gibt es bei Regina Kehr unter Telefon 02663/968229 oder per E-Mail an regina.kehr@ekhn.de.