Ein Holzscheit liegt im Ofen. An der Stirnseite zischt es, die Flammen kommen kaum in Gang, bald wird die Scheibe schwarz. Dann steckt noch zu viel Wasser im Holz. Das kostet Wärme, erzeugt Rauch und kann Glanzruß im Schornstein fördern.
Die Trocknung beginnt beim Spalten
Frische Stämme halten ihre Feuchtigkeit lange fest. Deshalb sollten sie möglichst bald auf Ofenlänge gesägt und gespalten werden. Acht bis zwölf Zentimeter gelten als gute Scheitstärke. Selbst dünnere Rundstücke kommen besser unters Spaltwerkzeug. Über die offenen Flächen entweicht das Wasser leichter als durch die Rinde. Wie lange das dauert, hängt nicht allein von Buche, Eiche oder Fichte ab. Scheitdicke, Wind und Witterung reden kräftig mit. Waldfrisches Holz ist daher kein Vorrat für den nahen Winter. Es braucht Zeit – und den richtigen Platz.
Ein Dach reicht - Luft muss bleiben

Feuchtigkeit droht von oben und unten. Gegen Regen und Schnee hilft ein Dach, gegen Bodennässe ein Unterbau aus Paletten, Balken oder Querhölzern. Empfohlen werden 20 bis 40 Zentimeter Abstand. Die Seiten bleiben offen.
Eine Plane, die bis zum Boden reicht, hält auch die feuchte Luft im Stapel fest. Das Holz kann kaum atmen. Steht es an einer Hauswand, braucht es deshalb nach hinten ebenfalls etwas Abstand. Der Wind muss zwischen Wand und Scheiten hindurchkommen.
Keller und geschlossene Garage sind für frisches Holz keine Abkürzung. Dort kann es lange liegen, ohne richtig zu trocknen; schlimmstenfalls bildet sich Schimmel. Ins Haus kommt nur, was in den nächsten Tagen verbrannt wird.
Am Ende zählt der Messwert
Ein Jahr, zwei Jahre oder drei? Solche Angaben taugen nur als Orientierung. Ob der Vorrat ofenfertig ist, verrät ein Holzfeuchtemessgerät. Dafür werden mehrere Scheite frisch gespalten. Gemessen wird an der inneren Fläche, quer zur Faserrichtung und an mehreren Stellen. Die Stirnseite allein liefert keinen verlässlichen Wert.
Das Gerät zeigt gewöhnlich die Holzfeuchte an. Sie muss unter 25 Prozent liegen. Für den Wassergehalt gilt die Grenze von 20 Prozent. Das klingt widersprüchlich, meint aber denselben Zustand; beide Werte werden unterschiedlich berechnet.
In den Ofen gehört ausschließlich trockenes, naturbelassenes Holz. Lackierte oder imprägnierte Bretter, Spanplatten, Sperrholz, Verpackungen und Abfälle sind keine Brennstoffe.
Auch beim Einkauf spielt Luft eine Rolle. Ein Festmeter enthält einen Kubikmeter reine Holzmasse. Beim Raummeter, auch Ster genannt, zählen die Zwischenräume des gesetzten Stapels mit; beim Schüttraummeter wird das Holz lose aufgeschüttet. Ein Raummeter entspricht ungefähr 0,7 Festmetern, ein Schüttraummeter etwa 0,5.
Zum Preisvergleich gehören deshalb Einheit, Holzart, Scheitlänge und Feuchte. Wurde richtig gespalten, luftig gestapelt und lange genug gewartet, zeigt sich das Ergebnis beim Anzünden: Der Scheit zischt nicht, er brennt. red
