Tagtäglich wichtige Arbeit für die Gemeinschaft

Ehrenamtliche des Deutschen Roten Kreuzes: Von Sanitätsdiensten und Blutspenden bis hin zu Katastrophenschutz, Jugendarbeit und Erster Hilfe sind sie in ihrer Freizeit aktiv

01. Januar 1970
Tagtäglich wichtige Arbeit für die Gemeinschaft

Seit Mai hat Sven Helli zusätzlich zu seinen normalen Einsätzen das Amt des Vorsitzenden übernommen. Fotos: Petra Dettmer

Zweidrittel aller aktiven Personen beim Deutschen Roten Kreuz sind ehrenamtlich tätig. Sie sind für die Allgemeinheit da – und das in ihrer Freizeit. Sie prägen das Wirgefühl in unserer Heimat. Stellvertretend stellen wir Mitglieder der Ortsgruppe Waldesch vor, um zu zeigen, was ein Ortsverband alles für die Bevölkerung macht. Der Ortsverband Waldesch umfasst 45 aktive Mitglieder und 25 aktive Jugendrotkreuzler. Ihr ehrenamtliches Engagement wird größtenteils durch Spenden und den Sanitätsdienst finanziert. 

Vorstand: Sven Helli (37), Informatiker

„Seit Mai bin ich der Vorsitzende des Ortsvereins. Im Vorstand werden Entscheidungen zu Anschaffungen getroffen, Aktivitäten geplant und vor allem Informationen zwischen den Leitungskräften ausgetauscht. Wir fördern und koordinieren auf Leitungsebene die Rot-Kreuz-Arbeit. 2029 dürfen wir auf 100 Jahre OV Waldesch zurückblicken. Das werden wir natürlich feiern. Und ich muss ehrlich sagen, ohne unser starkes Jugendrotkreuz-Team, aus dem wir ständig Nachwuchs bekommen, gäbe es uns wahrscheinlich gar nicht mehr. Was die wenigsten wissen: wir können nur durch Spenden gute Arbeit leisten. Unsere Defibrillatoren zum Beispiel, selbst die Elektroden, werden aus Spendengeldern finanziert.“ 

Bereitschaft: Fabian Rönn (30), Polizeibeamter

„Wir von der Bereitschaft sind viel im Hintergrund tätig. Wir organisieren die Einsätze des Sanitätsdienstes. Wer fährt wann Krankentransporte oder Rettungswagen? Wer übernimmt die Dienste während Electronic Wine am Deutschen Eck? Wer geht zu Rock am Ring, zum Weinfest, Karneval oder zur Kirmes? Wir organisieren die Blutspendetermine und die Übungsabende oder sorgen dafür, dass ausreichend Material vorhanden und unsere fünf Einsatzwagen zum TÜV kommen. Es ist leider häufig mit sehr viel Bürokratie verbunden. Das lähmt uns manchmal. Außerdem haben wir eine Aufbewahrungspflicht von zehn Jahren für alle unsere Einsätze.“ Dennoch erfüllt ihn sein Ehrenamt. „Mit jeder Aufgabe lernen wir dazu und können noch besser helfen.“

Jugendrotkreuz: Elke Rosenbach (58), Hauswirtschafterin, Sonja Rosenbach (31), Erzieherin

„Wir haben 25 Kinder und Jugendliche, die sich im Jugendrotkreuz engagieren. Sie sind in zwei Gruppen unterteilt. In der Stufe I sind die Sechs- bis Zwölfjährigen, in der Stufe II die Zwölf- bis Sechzehnjährigen. Wir haben viel Spaß miteinander. Die Kinder werden in Erster Hilfe ausgebildet, bekommen auch ihren eigenen kleinen Rettungsrucksack und messen sich regelmäßig auf Jugendrotkreuz-Wettbewerben. Und das nicht schlecht. In unserem Vereinsheim stehen zig Pokale. Beliebt sind auch Ausflüge zum Kletterpark in Sayn oder die Übernachtungspartys. Viele gehen mit 16 Jahren dann in den Bereitschaftsdienst. Das freut uns natürlich sehr.“ 

Ausbildung: Tanja Jänig (46), Notfallsanitäterin

„Als ausgebildete Notfallsanitäterin kümmere ich mich um die Fort- und Weiterbildung meiner ehrenamtlichen Kollegen. Einmal im Monat frische ich das Wissen unserer Aktiven auf oder berichte über Neues. Die Themen sind sehr breit gefächert. Einmal jährlich muss eine Fortbildung bei Reanimationsmaßnahmen stattfinden. Manchmal trainieren wir an Fallbeispielen. Dann gibt es klassische Fortbildungen im Sanitätsbereich, aber auch mal ein Abend, an dem wir besprechen, welches Equipment in ein Notfallfahrzeug gehört.“ 

Blutspende: Susanna Sauer (42), Juristin

„Ich bin Quereinsteigerin. Vor fünf Jahren wollte ich mich als Zugezogene im Dorf engagieren. Bei einem Blutspendetermin fragte ich, ob ich beim DRK mitmachten könnte. Gar kein Problem. Ich wurde ausgebildet und organisiere jetzt den Blutspendetermin. Wir sind ein tolles Team. Unterstützt werden wir zusätzlich von zehn freiwilligen Helferinnen, die sich um das leibliche Wohl kümmern. Im Schnitt kommen rund 80 Blutspender. Wir sind über jeden Blutspender dankbar. Gerade jetzt, in Zeiten, wo es einen Mangel an Blutkonserven gibt. Mit einer Blutspende können bis zu drei Leben gerettet werden! Deshalb appelliere ich an jeden: Trotz vollem Privatleben, nehmt euch die halbe Stunde Zeit zum Blutspenden. Schon morgen könntet ihr oder eure Lieben Blut benötigen.“ 

Sanitätsdienst: Carolina Jehle (20), Rettungssanitäterin

„Ich bin seit zwölf Jahren dabei. Mit 16 bin ich zur Bereitschaft gewechselt und voll durchgestartet – trotz Schule. Mir gefällt besonders gut die Gemeinschaft vor Ort und dass man mit so vielen unterschiedlichen Menschen in Kontakt kommt. Wir lernen auch viel voneinander. Im Sanitätsdienst haben wir bei den Einsätzen auf den verschiedensten Festen häufig mit Alkohol, Hitze- und Kreislaufbeschwerden zu tun, aber auch mit Schnitt- und Schürfwunden. Das Schöne ist, dass wir dann den Menschen helfen können.“ 

Katastrophenschutz: Jonathan Stelzen (22), Student

„Wenn es zu einem Katastropenschutzeinsatz oder einer größeren Schadenslage im Kreis kommt, dann ist unsere Ortsgruppe gefragt. Wir sind die Einsatzleiteinheit des Landkreises. Wir sind dann für die Kommunikation und Dokumentation des Abschnitts Gesundheit zuständig. Das ist ganz schön stressig. Unser letzter größerer Einsatz war der Waldbrand bei Langenfeld und Arft. Dort haben wir 72 Stunden lang rund 600 Feuerwehrleute und 150 Einsatzkräfte geführt. Die Funkgeräte klingelten häufig gleichzeitig. Da muss man gut koordinieren und Prioritäten setzen können. Außerdem muss das Einsatztagebuch geschrieben werden.“ Jonathan ist seit elf Jahren beim DRK. 

First Responder: Markus Rosenbach (59), Vollzugsbediensteter

„Bei einem medizinischen Notfall werden wir First Responder von der Leitstelle informiert. Durch die örtliche Nähe sind wir fast immer zehn Minuten vor dem Rettungsdienst bei den Patienten. Sieben Mal konnten wir erfolgreich reanimieren. Einmal wurden wir nachts um vier Uhr zu einer Geburt auf dem Supermarktparkplatz gerufen. Das sind schon besondere Einsätze.“ Markus Rosenbach hat 1999 die First Responder in Waldesch als zweiten Standort im Kreis Mayen-Koblenz mit drei Aktiven gegründet. Heute sind es zwölf First Responder und 2014 gründete er noch zusätzlich eine sechsköpfige Gruppe in Nörtershausen. Jährlich werden sie zu 80 bis 100 Einsätzen gerufen. Petra Dettmer