


Carla (28)
Du hast für Studium und Beruf einige Jahre außerhalb der Region gelebt. Was hat dir dort an deiner Heimat gefehlt?
In erster Linie meine Familie und Freunde, da ich in der Region familiär sehr verwurzelt bin. Nach sechs Jahren in Frankfurt habe ich die Ruhe auf dem Land wieder schätzen gelernt. Die Anonymität der Großstadt hat Vorteile, aber mir haben die persönliche Verbundenheit und das vertraute Umfeld gefehlt. Die kurzen Wege und der Kontakt zu Menschen, die man kennt, schätze ich heute wieder sehr.
Ab November arbeitest du als Weiterbildungsassistentin zur Fachärztin für Allgemeinmedizin in der Praxis deines Vaters. Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt?
Nach dem Studium habe ich über zweieinhalb Jahre im Krankenhaus gearbeitet und viele wertvolle Erfahrungen gesammelt. Während verschiedener Praktika habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit in einer hausärztlichen Praxis besonders gefällt. Auch privat ist jetzt ein guter Zeitpunkt für die Rückkehr. Mein Freund kommt ebenfalls aus der Region, und nach einigen Jahren in Großstädten haben wir entschieden, wieder hierher zurückzukehren. Für uns bedeutet das neue berufliche Perspektiven und wieder mehr Nähe zu Familie und Freunden. Die Rückkehr fühlt sich deshalb nicht wie ein Schritt zurück, sondern wie der richtige nächste Schritt an.
Wenn du an die Zukunft deiner Generation denkst: Was müsste sich in der Region verändern?
Mehrere Dinge: Wertschätzung des Ehrenamtes und Stärkung der Vereine. Gerade für Kinder und Jugendliche sind sie wichtig, um Gemeinschaft zu erleben und sich einzubringen.
Wichtig wäre außerdem ein alltagstauglicher ÖPNV. Wer auf dem Land lebt, sollte nicht für jeden Weg auf das Auto oder die Eltern angewiesen sein. Wenn Schule, Ausbildung, Arbeit, Freizeit und Freunde zuverlässig erreichbar sind, wird das Landleben attraktiver. Dazu kommen bezahlbarer Wohnraum, günstige Bauplätze, ausreichend Kita-Plätze und gute Betreuungsmöglichkeiten. Natürlich braucht es auch Kultur und Orte für Begegnung.
Luisa (25)
Du lebst inzwischen in Düsseldorf. Was vermisst du aus deiner Heimat, und was nicht?
Ich vermisse vor allem meine Familie und die Ruhe, die ich mit meiner Heimat verbinde. In Düsseldorf habe ich manchmal das Gefühl, dass ständig etwas passiert und man Angst bekommt, etwas zu verpassen. Gleichzeitig möchte ich den öffentlichen Nahverkehr, die vielen Cafés, die große Auswahl an Restaurants und die Möglichkeiten, spontan etwas zu unternehmen, nicht mehr missen.
Wenn du am Wochenende nach Hause kommst: Fühlt sich das noch nach Heimat an oder eher nach Besuch?
Es fühlt sich definitiv noch nach Heimat an. Mein Zuhause ist inzwischen zwar woanders, aber wenn ich nach Hause komme, habe ich dieses vertraute Gefühl. Ich denke, dass meine Heimat jederzeit wieder zu meinem Zuhause werden könnte. Das ist wahrscheinlich genau das Besondere daran.
Könntest du dir vorstellen, irgendwann wieder hier zu leben?
Ja, auf jeden Fall. Gerade wenn es irgendwann um Familiengründung geht, kann ich mir das gut vorstellen. Für mich würde dabei aber auch eine Rolle spielen, ob wir ein schönes Grundstück finden und dort ein Haus bauen könnten. Dann könnte ich mir sehr gut vorstellen, wieder zurückzukommen.
Franziska (23)
Was ist das Erste, das dir fehlt, wenn du länger nicht zu Hause bist?
Meine Familie, meine Freunde, meine Arbeit und die Natur, die Ruhe im Wald und das Joggen.
Was nervt dich manchmal so, dass du am liebsten sofort wieder zurück an die Uni möchtest?
Eigentlich nichts, außer den nicht so guten Bahn- und Busverbindungen und dass man etwas fahren muss, um fancy Cafés oder Restaurants zu besuchen.
Wenn du heute entscheiden müsstest: Bleiben, weggehen oder zurückkommen?
Ich bin bis zum Ende meines Studiums noch an Mainz gebunden und würde danach gerne wieder in den Westerwald ziehen, um dort in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus zu arbeiten. Warum? Weil ich die Großstadt nicht so gerne mag. In kleineren Städten kann ich besser abschalten.
Außerdem möchte ich gerne meine Familie in einer ruhigeren Gegend gründen und meinen Kindern die Erfahrungen ermöglichen, die ich als Kind hatte. Doris Kohlhas
Deine Heimat in drei Worten:
Carla: Zusammenhalt - Lebensqualität - Natur
Luisa: ruhig - gemütlich - familiär
Franziska: familiär - Natur - heimisch
