Energetisch sanieren

Wann sich der Steuerbonus wirklich lohnt

15. April 2026
Wer energetisch saniert, sollte Förderwege frühzeitig vergleichen. Foto: Gerhard Seybert - stock.adobe.com
Wer energetisch saniert, sollte Förderwege frühzeitig vergleichen. Foto: Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Wer sein Haus energetisch sanieren will, schaut meist zuerst auf Zuschüsse. Das ist verständlich: Ein staatlicher Beitrag senkt die Kosten sofort. Weniger bekannt ist, dass auch das Steuerrecht einen Förderweg eröffnet. Für Eigentümer, die ihre Immobilie selbst bewohnen, kann das durchaus attraktiv sein. 

Die Steuerermäßigung nach § 35c Einkommensteuergesetz gilt nur für Eigentümer, die ihre Immobilie selbst nutzen. Für vermietete oder unentgeltlich überlassene Wohnungen scheidet sie aus. Begünstigt sind unter anderem Dämmmaßnahmen, neue Fenster und Außentüren, der Austausch der Heizung oder die Optimierung bestehender Anlagen. Auch Ausgaben für Fachplanung, Baubegleitung und energetische Baubetreuung können einbezogen werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die technischen Mindestanforderungen erfüllt sind und eine Bescheinigung nach amtlichem Muster vorliegt. 

Der Steuerbonus beträgt insgesamt 20 Prozent der förderfähigen Kosten, verteilt auf drei Jahre. Pro Objekt sind bis zu 40.000 Euro möglich. Außerdem muss das Gebäude bei Beginn der Maßnahme mindestens zehn Jahre alt sein. 

Nicht doppelt kassieren

Entscheidend ist ein Punkt, der in der Praxis oft übersehen wird: Für dieselbe Maßnahme gibt es nicht beides. Wer einen öffentlichen Zuschuss erhält, etwa aus einem Förderprogramm von KfW oder BAFA, kann die Kosten nicht zusätzlich über § 35c EStG steuerlich geltend machen. Möglich bleibt aber, verschiedene Förderwege auf unterschiedliche Maßnahmen zu verteilen. Denkbar ist etwa ein Zuschuss für den Heizungstausch und der Steuerbonus für die Dämmung. 

Vorher rechnen lohnt sich

Welcher Weg günstiger ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Zuschuss wirkt auf den ersten Blick oft attraktiver, weil er sofort entlastet. Im Einzelfall kann der Steuerbonus aber wirtschaftlich sinnvoller sein, etwa bei passenden Kostenstrukturen und entsprechender Steuerlast. Gerade deshalb sollte die Förderung nicht erst nach Abschluss der Arbeiten Thema werden. Wer vorab vergleicht, verschenkt am Ende weniger Geld.