
Die Mosel kenne ich als Ruderrevier seit meiner Schulzeit. Inzwischen habe ich viele Vereine mit ihren Gewässern in Deutschland kennengelernt und weiß, dass wir hier eines der schönsten Rudergewässer haben. Unser Bootshaus liegt direkt am Wasser, wir müssen keinen Damm, keine Straßen überqueren oder gar Ampeln drücken, bis wir an das Ufer kommen. Und der Stausee hat (fast) immer genug Wasser, dass wir unseren Sport ausüben können und nur ganz selten so viel, dass unsere Pritsche überschwemmt wird.
Wenn wir dann am Nachmittag oder abends ins Boot steigen und auf das Wasser gehen, lassen wir das Land mit allem, was der Tag gebracht hat, hinter uns. Dann genießen wir die Ruhe und die Ausblicke auf die Stadtteile Moselweis und Güls und später dann Lay mit den prägenden Kirchtürmen. Ab und an informieren uns die Glocken über die Uhrzeit. Hinter der Gülser Brücke beginnen die Weinberge und sie begleiten uns, soweit wir rudern wollen.
Wenn wir uns auf unseren Bewegungsablauf konzentrieren, gleichmäßig die Skulls ziehen, das Boot über das Wasser gleitet und nur gelegentlich ein Kommando erfolgt, wird der Kopf frei und gibt uns neue Kraft. Wunderschön sind die Ausblicke in die Natur am Wasser und die Berghänge am Ufer im sich ändernden Licht in den Abendstunden.
Und zum Abschluss ein Glas Wein oder Bier auf der Terrasse des Gasthauses in unserem Bootshaus mit Blick in die vordere Eifel und die untergehende Sonne – was kann es Schöneres geben, um einen Tag oder eine Woche abzuschließen.
Lutz Itschert
Präsident KRC Rhenania
