

Das Ludwig Museum Koblenz gehört zu den bedeutendsten Häusern für moderne und zeitgenössische Kunst in Rheinland-Pfalz. Seit 1992 ist es im historischen Deutschherrenhaus untergebracht – nur wenige Schritte vom Deutschen Eck entfernt. Gegründet wurde das Museum auf Initiative des Koblenzer Kunstsammlers Peter Ludwig und seiner Frau Irene Ludwig – die internationale Sammlung des Ehepaars bildet den Grundstock des Hauses. Peter Ludwig begründete gemeinsam mit seiner Frau international insgesamt 19 Museen – da er in Koblenz aufgewachsen war, lag es nahe, auch hier aktiv zu werden.
Einen passenderen Standort als das ehemalige Deutschherrenhaus hätte man kaum finden können. Vom Trierer Erzbischof Theoderich II im Jahr 1216 für die Ritter des Deutschen Ordens gegründet, wurde das Gebäude über die Jahrhunderte mehrfach grundlegend umgestaltet. Später diente es auch als Proviantlager für das preußische Militär und als Staatsarchiv. Mit viel Sorgfalt wurde das historische Gebäude dann Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts zum Museum umgestaltet.
Französischer Nachkriegskunst
Der Schwerpunkt der Dauerausstellung liegt auf französischer Nachkriegskunst. Aber auch bedeutende Werke amerikanischer und deutscher Gegenwartskunst sind zu sehen. Ausgestellt werden unter anderem Werke von Pablo Picasso, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle. Neben der Dauerausstellung zeigt das Museum regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen mit internationalen Positionen der Gegenwartskunst. Schon der Weg durch die Parkanlage um das Museum ist mit Kunst gestaltet: Im Außenbereich findet sich ein Skulpturenpark, in dem – neben vielen anderen reizvollen Werken – die 2,40 Meter hohe Broncestatue „Le Pouce“ von César zu sehen ist. Innen geht es dann hochkarätig weiter. Mit den Worten „Vielstimmigkeit und Gegensätzlichkeit prägen das Spektrum der Sammlung im Ludwig Museum. Sie zeigt sinnlich-malerische, historisch-reflektierte bis hin zu geradezu expressiven künstlerischen Haltungen, die mit intellektuell-literarisch oder konzeptionell bestimmten Kunstformen verbunden sind“ wird die Dauerausstellung auf der Webseite des Museums beschrieben. Ergänzt wird diese regelmäßig durch Wechselausstellungen.
Ab dem 12. Juni zeigt das Museum unter dem Titel „A Breath Held Long“ Skulpturen, Installationen und medienübergreifende Arbeiten des indischen Künstlers Sudarshan Shetty. Und Ende August startet die Ausstellung „Bridge“ mit abstrakten Gemälden der Schweizerin Liliane Tomasko.
Das Museum ist aber weit mehr als ein Ausstellungsort: Bei der Reihe „Misch die Farben neu!“, die in jedem Monat jeweils am ersten und dritten Freitag stattfindet, kann jeder und jede unter Anleitung frei künstlerisch interpretieren. Das Format ist besonders bei älteren Mitbürgern sehr beliebt. Ebenso findet unter dem Titel „KunstKids“ regelmäßig ein Kunstatelier für Kinder statt.
Viele weitere Angebote
Workshops, Kinoabende und sogar ein Yogakurs im Museum sorgen ebenso wie die regelmäßig angebotenen Führungen dafür, dass Kunst hier aktiv gelebt werden kann. Sollten Sie das Haus noch nicht kennen, sollten Sie also spätestens zur Museumsnacht am 5. September einen Besuch einplanen. Rainer Claaßen
