Koblenz: Schwebend den Blick auf die Stadt genießen

Zu den größten Attraktionen zählt die Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein. Sie bietet reizvolle Ausblicke aus der Vogelperspektive und ist auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

11. Juni 2026
Koblenz: Schwebend den Blick auf die Stadt genießen

Aus der Panoramakabine eröffnet sich ein weiter Blick über Rhein, Mosel und Deutsches Eck - ein Erlebnis für die ganze Familie. Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

„Koblenz verwandelt“ lautete das Motto der Bundesgartenschau, die 2011 in Koblenz, am Zusammenfluss von Rhein und Mosel stattfand. Das Motto war treffend gewählt, denn bis heute sind viele der damals umgesetzten Veränderungen im Stadtbild deutlich sichtbar – auch weil die Stadt Koblenz das Nachnutzungskonzept aktiv lebt und gestaltet. Am markantesten ist wohl die Seilbahn, die seither das Rheinufer mit der Festung Ehrenbreitstein verbindet. 

Reizvolle Ausblicke aus der Vogelperspektive

Längst ist die Seilbahn für die Koblenzer und viele Gäste aus nah und fern zu einem unverzichtbaren Teil der Stadt geworden. Sie ermöglicht unkompliziert reizvolle Ausblicke aus der Vogelperspektive und bringt die Fahrgäste emissionsarm, stressfrei und nahezu geräuschlos innerhalb von sieben Minuten zum Plateau der Festung Ehrenbreitstein. 

Der Spaziergang im Festungspark, der Blick von der Aussichtsplattform auf Koblenzer Stadtteile, der Besuch im Kletterspielplatz oder Minigolf auf der Adventure Golf Anlage sind beliebte Ziele, genau wie die Festung selbst. Das imposante Wahrzeichen begeistert ganzjährig mit einem vielseitigen Programm, das von Kultur bis hin zu Kulinarik sehr breit gefächert ist. Konzerte und Großveranstaltungen locken regelmäßig viele Gäste auf das historische Gelände – und während des Umbaus spielt auch das Koblenzer Theater im Zelt auf dem Festungsgelände. 

„Seilbahn der Kinder“ heißt es am 7. Oktober

Neben der Vielzahl von Veranstaltungen auf der Festung lädt auch die Seilbahn selbst in den Herbstferien zu einem Highlight ein: „Seilbahn der Kinder“ heißt es am 7. Oktober wieder. An diesem Tag liegt die Seilbahn in Kinderhand. Kinder fahren kostenlos und so oft sie wollen mit der Seilbahn. Außerdem gibt’s ein buntes Rahmenprogramm mit vielen Highlights für Kinder. Dass die Seilbahn solche Veranstaltungen anbieten kann, ist jedoch keine Selbstverständlichkeit. 

Ursprünglich war nur ein temporärer Betrieb geplant, die betriebliche Laufzeit war auf drei Jahre ausgelegt. Nach Ablauf dieses Zeitraums sollte die Anlage zurückgebaut werden. Doch die Seilbahn war bei den Koblenzern so beliebt, dass sie sich massiv für eine Weiterführung stark machten – und auch das Betreiberunternehmen wollte den Betrieb gerne über den ursprünglichen Zeitrahmen hinaus fortführen. Mit Unterschriftenaktionen und sogar einer Demonstration wurde in Koblenz für den Erhalt gekämpft und eine zweite befristete Betriebserlaubnis erwirkt. Momentan werden Gespräche über eine dauerhafte Betriebsgenehmigung geführt, was einen Umbau der Seilbahn-Stationen nötig machen wird. Hierzu wurden der UNESCO im vergangenen Sommer die Ergebnisse eines eigens hierfür ausgelobten Architekturwettbewerbs vorgelegt, um das Ziel der dauerhaften Betriebsgenehmigung zu erreichen. Man hört, dass die Karten dafür gut stehen.


Mit Recht darf man die Seilbahn als Publikumsmagnet bezeichnen, jährlich genießen über 700.000 Fahrgäste aus aller Welt die Überquerung des Rheines mit der Koblenzer Seilbahn. 

Auch für Rollstuhlfahrer geeignet

Insgesamt 16 Panoramakabinen schweben an den zentimeterdicken Stahlseilen über den Rhein – jede davon bietet Platz für bis zu 35 Personen. Die gesamte Seilbahnanlage ist barrierefrei, sodass auch Rollstuhlfahrer mühelos die Fahrt genießen können. 14 der Kabinen sind identisch ausgestattet, zwei bieten besondere Highlights: Kabine 17 lädt mit einem Glasbodenelement zu außergewöhnlichen Eindrücken und Ausblicken während der Fahrt ein. Kabine 18 greift als Modellkabine das Thema „öffentlicher Nahverkehr“ auf – sie zeigt, wie Seilbahnkabinen im ÖPNV gestaltet und genutzt werden könnten. In Koblenz ist eine solche Nutzung allerdings nicht angedacht. Die Koblenzer und ihre Gäste nutzen die Bahn auch so sehr intensiv – gerade bei Einheimischen sind etwa die Jahreskarten sehr beliebt, mit denen man so oft man möchte die einzigartigen Ausblicke auf die Stadt genießen kann. Rainer Claaßen