Schon der Rundgang durch die geschützte Ausgrabungsstätte hat etwas Besonderes: Zwischen Schächten, Gängen und Abbaukammern öffnet sich ein Blick in eine verborgene Welt, in der vor fast 2.000 Jahren unter harten Bedingungen gearbeitet wurde. Das Römerbergwerk Meurin macht anschaulich, wie stark die vulkanisch geprägte Landschaft der Eifel schon in der Antike genutzt wurde – und wie eng technische Leistung, Rohstoffgewinnung und körperliche Belastung damals miteinander verbunden waren.
Ein Bergwerk aus römischer Zeit zum Greifen nah
Das Römerbergwerk Meurin gilt als das größte römische Untertage-Tuffsteinabbaugebiet nördlich der Alpen. Der hier gewonnene Tuffstein, ein aus vulkanischer Asche entstandenes Gestein, war in der Antike ein gefragter Baustoff. Heute lässt sich an kaum einem anderen Ort so unmittelbar nachvollziehen, wie dieser Rohstoff einst aus dem Berg geholt wurde.
Besucher stehen hier nicht vor einer nachgebauten Kulisse, sondern vor originalen Schächten, Gängen und Kammern. Gerade das macht den Reiz des Ortes aus. Die freitragende Halle über der Grabungsstätte schützt die Funde und schafft zugleich eine besondere Atmosphäre: offen, übersichtlich und doch nah an der Enge und Härte des antiken Untertagebaus.
Geschichte, die beim Rundgang lebendig wird

Der Besuch verbindet archäologische Substanz mit einer anschaulichen Vermittlung. Ein Audioguide begleitet durch die Anlage, dazu kommen Filme in stollenähnlicher Atmosphäre, die den Alltag der Arbeiter und die Bedingungen unter der Erde greifbarer machen. So wird aus einer historischen Stätte ein Erlebnis, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern Bilder im Kopf entstehen lässt.
Gerade für Ausflügler, die unterwegs mehr entdecken möchten als schöne Aussicht und gute Wege, ist das Römerbergwerk ein spannendes Ziel. Der Ort erzählt von Technik, vom Leben in der Römerzeit und von der intensiven Nutzung der Eifellandschaft – ohne trocken zu wirken. Stattdessen entfaltet sich Geschichte Schritt für Schritt dort, wo sie tatsächlich stattgefunden hat.
Ein Ausflug mit Tiefgang
Auch für Familien mit größeren Kindern kann ein Besuch lohnend sein, weil sich hier vieles direkt vor Augen erschließt. Die sichtbaren Abbauspuren, die unterirdische Szenerie und die mediale Begleitung machen das Thema zugänglich und sorgen dafür, dass der Rundgang nicht abstrakt bleibt.
Besonders eindrucksvoll ist dabei das Gefühl, an einem Ort zu stehen, der vom Arbeitsalltag vergangener Jahrhunderte noch immer geprägt ist. Das Römerbergwerk Meurin ist kein lautes Ausflugsziel, sondern eines, das durch seine Echtheit wirkt. Wer sich auf diesen stillen, ungewöhnlichen Schauplatz einlässt, nimmt vor allem eines mit: einen sehr konkreten Eindruck davon, wie mühsam und gefährlich die Gewinnung von Baumaterial in römischer Zeit gewesen sein muss. red
Info
Anfahrt: Römerbergwerk Meurin, Nickenicher Straße, 56630 Kretz (liegt direkt an der B 256, Einfahrt zum Besucherparkplatz liegt gegenüber der Ortseinfahrt Kretz).
Öffnungszeiten: In der Saison (Mitte März bis Ende Oktober) von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Montags geschlossen.
Eintritt: Erwachsene 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro, Kinder bis einschließlich 5 Jahre frei. Es gibt zudem Familienkarten (z. B. 15 Euro für zwei Erwachsene plus Kinder).
Website: www.roemerbergwerk.de oder www.vulkanpark.com
