Ein historischer Bahnhof am Rheinufer, ein strahlend weißer Museumsbau hoch am Hang und dazwischen immer wieder der Blick aufs Wasser: Schon der Weg ins Arp Museum Bahnhof Rolandseck macht diesen Ort besonders. Wer hier ankommt, erlebt Kunst nicht nur im Ausstellungsraum, sondern auch im Zusammenspiel von Landschaft, Licht und Architektur.
Zwischen klassischem Bahnhof und modernem Museumsbau
Das Arp Museum liegt im Remagener Ortsteil Rolandseck und lebt von seinen Gegensätzen. Unten am Rhein steht das klassizistische Bahnhofsgebäude, oben am Hang der von Richard Meier entworfene Neubau. Verbunden sind beide Teile durch Aufzug, Tunnel und Brücke. So beginnt der Besuch fast wie eine kleine Reise vom historischen Rolandseck in eine helle, offene Kunstwelt. Die Terrassen und großen Glasflächen holen den Rhein dabei immer wieder ins Haus.
Mit rund 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche zählt das Museum zu den markanten Kunstorten in Rheinland-Pfalz. Doch trotz seiner internationalen Ausstrahlung wirkt das Haus nicht fern oder abgehoben. Gerade das Zusammenspiel aus spektakulärer Lage, klarer Architektur und ruhiger Atmosphäre macht den Besuch auch für Menschen reizvoll, die Kunst gern ohne Schwellenangst entdecken möchten.
Ein Haus für Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp

Im Mittelpunkt steht das Werk von Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Die Sammlung umfasst rund 400 Arbeiten des Künstlerpaars und gehört damit zu den wichtigsten Beständen dieser AvantgardeKünstler überhaupt. In der Sammlungspräsentation „Kosmos Arp“ lassen sich ihre Formen, Ideen und Bildwelten besonders gut entdecken. Mal wirken die Arbeiten spielerisch und leicht, mal überraschend modern, dann wieder fast zeitlos.
Gerade darin liegt der Reiz des Hauses: Es lädt dazu ein, sich ohne große Vorkenntnisse auf Kunst einzulassen. Statt Distanz entsteht Neugier – auch, weil die Räume selbst so viel Ruhe und Offenheit ausstrahlen.
Aktuell: Zwei Ausstellungen, die den Blick schärfen
Aktuell sind im Arp Museum zwei Sonderausstellungen zu sehen. Noch bis zum 14. Juni 2026 läuft „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“. Die Schau ist die erste nach dem Tod des Künstlers und zugleich die letzte, an der er noch selbst mitgewirkt hat. Sie würdigt einen der bekanntesten deutschen Gegenwartskünstler, dessen Nagelbilder und Reliefs Kunstgeschichte geschrieben haben.
Seit dem 29. März 2026 zeigt das Museum außerdem „Wirklich. Kunst und Realität 1400 bis 1900“, zu sehen bis 6. September 2026. Die Ausstellung fragt danach, wie Wirklichkeit in der Kunst verschiedener Jahrhunderte dargestellt wurde. Dabei reicht der Bogen von mittelalterlichen Bildwelten über Stillleben und Genreszenen bis ins 19. Jahrhundert. Rund 70 Werke machen sichtbar, dass Bilder nie einfach nur zeigen, was ist, sondern Wirklichkeit immer auch formen und deuten.
Wer das Museum in den kommenden Wochen besucht, erlebt damit zwei sehr unterschiedliche Zugänge zur Kunst: hier die kraftvolle, materialbetonte Sprache Günther Ueckers, dort der faszinierende Blick auf die Frage, wie Menschen seit Jahrhunderten die Welt in Bildern festhalten.
Barrierefreiheit gehört hier selbstverständlich dazu
Besonders überzeugend ist das Arp Museum auch dort, wo Kultur für möglichst viele Menschen zugänglich werden soll. Alle Räume sind barrierefrei erreichbar, es gibt spezielle Parkplätze, Leihrollstühle und barrierefreie WCs. Dazu kommen Angebote wie Führungen in Gebärdensprache, Hörverstärker nach Absprache sowie inklusive Vermittlungsformate für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Das Museum gilt zudem als eines der barrierefreiesten Kunstmuseen in Rheinland-Pfalz.
Kunstgenuss mit Aussicht
Zum Besuch gehört auch der Ort selbst. Von den Terrassen fällt der Blick weit über den Rhein, und selbst zwischen den Ausstellungen bleibt immer wieder Raum, einfach kurz stehen zu bleiben und die Lage zu genießen. So ist das Arp Museum nicht nur ein Ziel für Kunstinteressierte, sondern auch für alle, die einen kulturellen Ausflug mit besonderer Kulisse suchen. red
Info:
Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Hans-Arp-Allee 1 5
3424 Remagen
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen, 11 bis 18 Uhr.
Geschlossen ist an Heiligabend, Silvester und Rosenmontag.
Website
https://arpmuseum.org
