Mitte Februar wirkt der Friedhof oft noch winterlich. Doch unter den Tannenzweigen und Abdeckungen beginnt sich bereits etwas zu verändern. Die Erde taut tagsüber an, erste Knospen zeigen sich, und mit den längeren Tagen rückt der Frühling spürbar näher. Für Friedhofsgärtner ist jetzt eine Übergangszeit, in der genau hingeschaut wird.
Wenn der Winter langsam loslässt
Reisig und Schutzmatten werden nach und nach entfernt sondern. Zu frühes Freilegen kann den Pflanzen schaden, zu spätes lässt sie unter der Abdeckung faulen. Es ist ein Abwägen, abhängig von Wetter, Lage des Grabes und Bepflanzung. Was den Winter überlebt hat, zeigt sich erst jetzt: Manche Stauden treiben überraschend früh, andere wirken schwach und kommen doch Wochen später zurück.
Vorbereitung auf Farbe und neues Wachstum
Parallel beginnt die Vorbereitung für die neue Bepflanzung. Frühjahrsblumen werden vorgezogen, Pflanzpläne angepasst, Erde gelockert. Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht gehören zu den ersten Farbtupfern, weil sie kühle Nächte vertragen. Narzissen und Krokusse, oft schon im Herbst gesetzt, melden sich von selbst zurück. Viele Angehörige erleben diesen Moment bewusst: Das Grab verändert sich, wird heller, offener, weniger von der Schwere des Winters geprägt.
Auch gestalterisch ist jetzt Bewegung. Abgestorbene Pflanzenteile werden entfernt, Schalen neu gefüllt, kleine Umgestaltungen besprochen. Manche entscheiden sich für eine neue Struktur, andere wollen das Bild bewahren und nur auffrischen.
