Eine Trauerfeier muss keinem starren Bild folgen. Selbst gestaltete Elemente können zeigen, wer ein Mensch war und was ihn mit Familie und Freunden verbunden hat. Angehörige erleben den Abschied dadurch nicht nur als vorgegebenen Ablauf, sondern können ihm eine eigene Formgeben.
Ein Sarg etwa kann bemalt oder beschriftet werden. Kinder hinterlassen vielleicht ein Bild oder einen Handabdruck, andere Angehörige schreiben einen letzten Gruß oder wählen ein vertrautes Symbol. Auch Urnen können je nach Ausführung individuell gestaltet werden. Farben und Motive können an ein Hobby, einen Lieblingsort oder eine besondere Eigenheit erinnern.
Welche Materialien, Farben oder Verzierungen möglich sind, sollte vorher mit Bestatter, Friedhof oder Krematorium abgestimmt werden. In Rheinland-Pfalz können Friedhofsträger über ihre Satzungen unter anderem Vorgaben zur Beschaffenheit von Särgen und Urnen machen. Bei Feuerbestattungen müssen zudem die Anforderungen des Krematoriums berücksichtigt werden.
Erinnerungen in Bildern
Fotos erzählen ohne viele Worte. Eine einzelne Aufnahme neben Sarg oder Urne wirkt anders als eine Galerie mit Bildern aus verschiedenen Lebensphasen.
Schnappschüsse aus dem Urlaub, vom Familienfest oder aus dem Alltag können dabei ebenso passend sein wie ein klassisches Porträt. Möglich sind eine Fotowand, ein Erinnerungsalbum oder – wenn es die Räumlichkeiten erlauben – eine digitale Bildfolge während der Trauerfeier.
Auch persönliche Gegenstände können den Abschied prägen: etwa ein Lieblingsbuch, ein Werkzeug aus der Werkstatt oder etwas Selbstgemachtes. Solche Dinge müssen keinen materiellen Wert haben. Entscheidend ist die Geschichte, die mit ihnen verbunden ist. Sollen Gegenstände im Sarg verbleiben oder mit eingeäschert werden, sollte dies vorher abgesprochen werden, da dafür technische und örtliche Vorgaben gelten können.
Raum für eigene Worte
Trauergäste können Erinnerungen oder Abschiedsgrüße auf Karten schreiben, eine Kerze entzünden oder eine Blume niederlegen. Auch ein gemeinsam ausgewähltes Musikstück kann einen Moment schaffen, der eng mit dem Verstorbenen verbunden ist.
Kinder können altersgerecht einbezogen werden, indem sie beispielsweise ein Bild malen, eine Blume auswählen oder einen Brief schreiben. Dabei sollte niemand zu einer Beteiligung gedrängt werden. Ein Ritual gewinnt seinen Wert nicht dadurch, dass möglichst viele mitmachen, sondern dadurch, dass es sich für die Beteiligten stimmig anfühlt.
Untersuchungen zu Trauerfeiern zeigen keinen allgemeingültigen Effekt bestimmter Rituale auf den Trauerverlauf. Qualitative Studien weisen jedoch darauf hin, dass Angehörige einen Abschied als besonders bedeutsam erleben können, wenn sie ihn mitgestalten und auf eine Weise Abschied nehmen können, die zu ihnen passt.
Dafür braucht es nichts Spektakuläres. Manchmal reichen ein Foto, ein vertrautes Lied oder wenige handgeschriebene Worte. So entsteht ein Abschied, in dem etwas von dem Menschen erkennbar bleibt, um den getrauert wird. red
Ideen für persönliche Abschiedsrituale
- Sarg oder Urne gestalten: Angehörige können – sofern Material und Bestattungsform es zulassen – Farben, Symbole, Namen oder persönliche Botschaften aufbringen. Kinder können etwa Bilder malen oder Handabdrücke hinterlassen.
- Erinnerungen sammeln: Eine Fotowand, ein Album oder eine digitale Bildfolge kann verschiedene Lebensstationen zeigen. Auch kleine Gegenstände wie ein Lieblingsbuch, Werkzeug oder ein Erinnerungsstück können die Trauerfeier persönlicher machen.
- Letzte Worte festhalten: Trauergäste können Wünsche, Erinnerungen oder Abschiedsgrüße auf Karten schreiben. Diese lassen sich sammeln, später gemeinsam lesen oder – wenn es erlaubt ist – dem Verstorbenen mitgeben.
- Gemeinsam ein Zeichen setzen: Eine Kerze entzünden, eine bestimmte Blume niederlegen oder ein gemeinsam ausgewähltes Lied hören: Auch einfache Handlungen können zu einem persönlichen Ritual werden.
- Kinder einbeziehen: Kinder können ein Bild malen, eine Blume aussuchen oder einen Brief schreiben. Wichtig ist, dass die Beteiligung freiwillig bleibt und zum Alter des Kindes passt.
- Vorher absprechen: Bei der Gestaltung von Sarg oder Urne sowie bei Grabbeigaben können Vorgaben des Bestatters, des Friedhofsträgers oder der jeweiligen Bestattungsform gelten.
Weitere Informationen
Aeternitas – Verbraucherinitiative Bestattungskultur: www.aeternitas.de
Bundesverband Deutscher Bestatter: www.bestatter.de
Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung: www.bv-trauerbegleitung.de
