Mitreden statt zusehen

Azubis erleben Demokratie und Gemeinschaft an der BBS Heinrich-Haus

17. Januar 2026
Viele Schülerinnen und Schüler nutzen auch das zusätzliche Angebot der DGB-Jugend, um direkt am Infostand ins Gespräch zu kommen. Foto: Frauke Schmitz
Viele Schülerinnen und Schüler nutzen auch das zusätzliche Angebot der DGB-Jugend, um direkt am Infostand ins Gespräch zu kommen. Foto: Frauke Schmitz

Mitbestimmen, mitreden, zusammen etwas bewegen – das stand im Oktober im Mittelpunkt, als die DGB-Jugend Rheinland-Pfalz/Saarland im Rahmen ihrer Berufsschultour bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr an der BBS Heinrich-Haus Station machte. 

Zwei Referenten gestalteten in der Aula gemeinsam mit vier Klassen einen spannenden Projekttag rund um Rechte in der Ausbildung, Mitbestimmung und Solidarität im Betrieb. In Gruppenarbeiten, Diskussionen und interaktiven Aufgaben ging es darum, wie Demokratie auch im Ausbildungsalltag gelebt werden kann. Organisiert wurde der Tag von Nina Gemmer und Jürgen Wilk. 

Während in der Aula engagiert gearbeitet wurde, herrschte auch draußen am Infostand vor dem Haupteingang zur Schule reger Andrang. Viele Schülerinnen und Schüler kamen mit Kira-Marie Brennemann vom DGB ins Gespräch, stellten Fragen und informierten sich über Tarifverträge, Mitgliedschaft und Unterstützungsmöglichkeiten. Neben spannenden Themen sorgten coole Give-aways und persönliche Gespräche für eine lockere, offene Atmosphäre. 

Besonders begeistert zeigten sich die Schülerinnen der Raumausstatter-Klasse: „Wir hatten gerade das Thema Tarifvertrag im Unterricht und am Tag vorher unsere Klassenarbeit dazu geschrieben – es war total spannend zu sehen, wie das alles zusammenhängt“, so die Azubis. Diana und Virginia entschieden sich sogar spontan, Mitglied in der Gewerkschaft zu werden. „Uns ist wichtig, dass unsere Interessen vertreten werden – und dass wir den Rückhalt einer Gemeinschaft spüren, die für faire Ausbildung und gute Arbeit einsteht.“

Starke Jugendliche - starke Grenzen

Projekttag für Hörgeschädigte an der BBS Heinrich Haus begeistert Schüler

Das BBW und die BBS Heinrich-Haus setzen ein starkes Zeichen für den Schutz ihrer hörgeschädigten Jugendlichen. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Starke Kinder – Starke Grenzen – Starker Schutz“ fand ein ganzer Projekttag zur Gewaltprävention statt. Ziel des Tages war es, die jungen Frauen und Männer zu stärken. Sie sollten ihre Rechte kennen. Sie sollten wissen, wie sie Grenzen setzen und Hilfe holen können.

Der Tag begann mit einem Vortrag der Präventionsfachkraft Carolin Schwickert aus dem BBW. Sie zeigte Wege, wie die Jugendlichen reagieren können, wenn sie Mobbing, Belästigung oder Bedrohung erleben. Alles wurde in Lautsprache, Gebärdensprache und mit vielen Bildern erklärt. So konnten alle gut folgen. Mona Meller, Lehrerin und eine der Durchführenden, erklärt: „Diesen Projekttag gibt es in ganz Deutschland. Er richtet sich an hörgeschädigte Kinder und Jugendliche. Eine große Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München zeigt, dass viele von ihnen Gewalt erleben. Deshalb brauchen sie mehr Schutz und mehr Wissen.“

Im nächsten Teil arbeiteten die Gruppen praktisch. Die Lehrkräfte stellten Szenen aus dem Alltag nach. Die Jugendlichen probierten aus, wie sie Grenzen zeigen. Wie sie Hilfe holen. Wie sie in schwierigen Situationen reagieren können. Viele sagten, dass ihnen diese Übungen Sicherheit geben. Fatima Jury, Auszubildende zur Polster- und Dekorationsnäherin, berichtet: „Ich weiß jetzt, an wen ich mich wenden kann. Viele hier haben schon Gewalt erlebt. Jetzt fühle ich mich weniger allein.“

Ein weiterer Schwerpunkt war Gewalt im digitalen Raum. Die Polizei aus Koblenz informierte über Cybermobbing, Bildrechte und Gefahren im Netz. Dazu kam die barrierefreie Notruf-App „Nora“. Die Jugendlichen lernten, wie sie mit wenigen Klicks Hilfe rufen können, wenn Telefonieren schwerfällt.

Der Projekttag zeigte, wie wichtig Schutz und gute Informationen für hörgeschädigte Jugendliche sind. Im Heinrich-Haus erhalten sie besondere Unterstützung. Dazu gehören Dolmetscher, pädagogische Fachkräfte und klare, visuelle Methoden. Das stärkt ihr Selbstvertrauen. Eva Kerres, Schutzbeauftragte für Sexualität und Gender, fasst zusammen: „Viele Jugendliche erleben Gewalt.

Besonders online. In fast jeder Klasse gibt es Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erfahren. Hörgeschädigte sind besonders gefährdet. Sie brauchen gute Aufklärung und Schutz.“