Das Bauen hat sich deutlich verteuert. Beispielsweise hat das für den Rohbau benötigte Material noch vor 20 Jahren deutlich weniger als die Hälfte der Rohbaukosten ausgemacht. Inzwischen liegen die Materialkosten aber deutlich über der Hälfte der Rohbaukosten. Außerdem hat sich auch die Gebäudetechnik massiv verteuert und nimmt an den Gesamtkosten eines Gebäudes inzwischen einen sehr großen Part ein.“ So beschreibt Geschäftsführer Christian Hamburger das aktuell größte Problem des Wohnungsbaus.

Wie könnte der Gesetzgeber den Bausektor von Bürokratie und überzogenen Vorschriften entlasten? Julia Iselborn wünscht sich, dass die Verfahren für Baugenehmigungen etwas unbürokratischer gehandhabt werden. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass für Baugrunduntersuchungen zwei Bohrungen verlangt werden. Wenn das Grundstück eine bestimmte Größe übersteigt, werden noch weitere Untersuchungen verlangt. Das treibt die Kosten unnötig in die Höhe. Und das in einer Zeit, in der alle den Bau von günstigem Wohnraum fordern. Vor diesem Hintergrund fordert Hamburger: „Die Regulatorik muss zurückgefahren werden.“ Auch in den Bereichen Wärmedämmung und Schallschutz würden überzogene Vorgaben gemacht: „Wenn ich Sozialen Wohnungsbau schaffen möchte, dann brauche ich keinen Schallschutz wie in einer Luxuswohnung. Aber genau da stehen wir im Moment“, gibt er zu bedenken.
Auch die anspruchsvollen Vorgaben an energiesparendes Bauen hätten den Neubau von Wohnfläche erheblich verteuert. „Es wäre sinnvoll, wenn unser Staat statt ideologischer Baupolitik eine intelligentere Baupolitik betreiben würde. Es muss mit mehr Sachverstand an solche Themen herangegangen werden“, fasst Hamburger seine Wünsche zusammen.
Die Kommunen sollten auch erlauben, dass etwa höher gebaut werden darf: „Dadurch sinkt der Anteil der Grundstückskosten pro Einheit.“ nk
