100 Jahre Kreuznacher Stadtwerke

Was Versorgung gestern und heute leisten muss: Ein Jahrhundert Kreuznacher Stadtwerke zeigt, wie Infrastruktur zur Verantwortung für die Region wurde.

01. Januar 1970
100 Jahre Kreuznacher Stadtwerke

1987 entsteht das Wasserwerk in Frei-Laubersheim - die Aufnahme dokumentiert die Arbeiten während der Bauphase. Fotos: Die Kreuznacher Stadtwerke

Ein Druck auf den Lichtschalter oder eine Drehung am Wasserhahn sind im Alltag kleine Handgriffe. Was dahintersteht, bleibt meist unsichtbar. Erst bei einer beschädigten Leitung oder einem Stromausfall wird deutlich, wie viel Arbeit die Versorgung einer ganzen Region voraussetzt. In Bad Kreuznach lässt sich diese Geschichte über ein Jahrhundert verfolgen. Sie beginnt 1926 mit Strom und Nahverkehr. Heute reicht der Auftrag bis zu erneuerbaren Energien, Trinkwassertechnik und der Infrastruktur für kommende Jahrzehnte. 

Eine Stadt schaltet auf Zukunft

Als am 23. Juni 1926 die Städtische Betriebs- und Verkehrsgesellschaft Bad Kreuznach GmbH gegründet wurde, ging es darum, wichtige Aufgaben einer wachsenden Stadt zu bündeln. Die neue Gesellschaft übernahm die Stromversorgung, in Personalunion mit der Rhein-Nahe-Kraftversorgung, einer Tochter des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks. Zum Unternehmen gehörte auch der Verkehr. Der erste Sitz befand sich am Kornmarkt 6. Techniker arbeiteten außerdem am Gaswerk in der Mühlenstraße und auf dem Omnibusbetriebshof in der Alzeyer Straße.

Elektrizität veränderte Haushalte und Wirtschaft. Sie trieb Maschinen an und erhellte Straßen. Damit schuf sie eine Voraussetzung für die weitere Entwicklung Bad Kreuznachs. 

Zehn Jahre später wuchs der Auftrag. 1936 wurden auch Gas- und Wasserversorgung auf die Gesellschaft übertragen. Mit jedem neuen Anschluss nahm die Verpflichtung zu, Leitungen instand zu halten und Störungen zu beheben. Wie verletzlich die Infrastruktur war, zeigte der Zweite Weltkrieg. 1945 konnte das Gaswerk nach Bombenangriffen nicht mehr liefern. Nach der Wiederherstellung wurde wieder eigenes Gas erzeugt, für den Bedarf musste aber zusätzliches Gas von der Saar Ferngas AG bezogen werden. 

In den Jahren des Wiederaufbaus stieg der Energiehunger schnell. 1957 benötigten die Stadtwerke täglich 60.000 Kilowattstunden Strom. Das Versorgungsgebiet umfasste rund 53.100 Menschen, darunter 36.800 Kreuznacher, 7.000 Angehörige der amerikanischen Streitkräfte und 9.300 Einwohner in rheinhessischen Orten. Auch im Straßenbild war der Wandel zu erkennen. Vor dem Krieg hatte es 204 elektrische Lampen in städtischen Straßen gegeben, 1957 waren es 530. Heute betreuen die Stadtwerke mehr als 5.000 Straßenleuchten. 

Mit der wachsenden Stadt brauchte auch der Versorger mehr Platz. Der Aufsichtsrat beschloss 1965 den Neubau des Bürogebäudes in der Kilianstraße 9 sowie den Bau des Hallenbades. Das alte Gaswerk in der Mühlenstraße wurde abgerissen. Zum Versorgungsauftrag kamen weitere kommunale Aufgaben. 

Die Netze dehnten sich weiter aus. 1979 wurde das Gasnetz für weitere Stadtteile und Ortsgemeinden erweitert. Das Erdgas wurde nicht mehr aus Holland und Norddeutschland, sondern von Russland und aus der Nordsee bezogen. 

1983 wurde der Abriss des städtischen Elektrizitätswerks an der Alzeyer Straße und Ringstraße beantragt. 1987 entstand das Wasserwerk in Frei-Laubersheim, 1989 ging das zentrale Wasserwerk in der Stromberger Straße in Betrieb. 

In den frühen 1990er-Jahren rückten wirtschaftliche Fragen stärker in den Vordergrund. Bus und Bad zehrten 1993 die Erträge weitgehend auf. 1994 wurde die Gesellschaft zum heutigen Konzern umstrukturiert. 

Mit dem Einstieg des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks und der Saar Ferngas AG konnte die Verschuldung zurückgeführt werden. 2000 wurde die Kreuznacher Verkehrsgesellschaft verkauft. Ende der 1990er-Jahre wurde der Strommarkt liberalisiert. Kunden konnten ihren Anbieter frei wählen; Stromhandel und Netzbetrieb wurden getrennt. Die Öffnung erfasste anschließend auch den Gasmarkt. Die Stadtwerke mussten fortan im Wettbewerb bestehen und zugleich ihre Netze betreiben. 

Auch die Technik änderte sich. 1999 und 2000 ersetzten acht Anlagen mit ultraviolettem Licht die Desinfektion des Trinkwassers mit Chlordioxid. 2005 ging die Photovoltaikanlage Herrenwald auf dem Kuhberg in Betrieb. 

Seit 2012 senkt eine Enthärtungsanlage im Wasserwerk Stromberger Straße die Wasserhärte von etwa 19 auf rund 12 Grad deutscher Härte. 2014 wurde der Windpark Fürfeld vollständig ans Netz angeschlossen, an dem sich die Kreuznacher Stadtwerke beteiligten. Im Jahr 2021 stellte das Unternehmen die Versorgung seiner Privathaushaltskunden auf Ökostrom um.

Das Unsichtbare hinter dem Alltag

Was in einem Jahrhundert aufgebaut wurde, fällt heute meist nur dann auf, wenn es nicht funktioniert. Mehr als 75.000 Menschen werden mit Strom, Gas und Wasser versorgt. Wärmeangebote ergänzen das klassische Geschäft. 36 eigene Brunnen und 29 Quellen speisen die Trinkwasserversorgung; das Wassernetz umfasst rund 500 Kilometer. Im Jahr 2024 gaben die Stadtwerke 4,54 Millionen Kubikmeter Trinkwasser ab. Hinzu kamen 144 Millionen Kilowattstunden Strom und 338,8 Millionen Kilowattstunden Erdgas. 

Diese Zahlen beschreiben eine Größenordnung, aber noch nicht den täglichen Aufwand. Netze müssen überwacht, Baustellen koordiniert und Anlagen gewartet werden. Bei einer Störung zählt die Zeit. Dann rücken Mitarbeiter aus, grenzen einen Schaden ein und stellen die Versorgung wieder her. Dafür gibt es Bereitschaftsdienste rund um die Uhr. 

Zum Auftrag gehört inzwischen auch, die Infrastruktur auf neue Anforderungen vorzubereiten. Die Stromnetze müssen mehr dezentral erzeugte Energie aufnehmen. Heute betreiben die Stadtwerke mehr als 50 öffentliche Ladepunkte. 

Beim WärmeService betreuten sie 2025 rund 300 Anlagen, darunter Blockheizkraftwerke, Stromwärmepumpen und eine Brennstoffzelle.

Versorgung braucht Fachkräfte

So sichtbar Anlagen und Netze sein mögen, das Funktionieren des Stadtwerks entscheidet sich weiterhin an vielen unspektakulären Arbeitsplätzen. Im Stadtwerke Forum in der Wilhelmstraße beantworten Mitarbeitende Fragen zu Verträgen und Rechnungen. Dort gibt es feste Öffnungszeiten und die Möglichkeit, Termine zu vereinbaren. Persönlicher Kontakt bleibt neben den Online-Angeboten ein Teil des Service, gerade wenn ein Anliegen nicht mit wenigen Klicks geklärt ist. 

Auf der technischen Seite arbeiten Kollegen an Leitungen, Brunnen, Schaltanlagen und Hausanschlüssen. Sie kontrollieren, warten und dokumentieren. Bei Störungen müssen sie unabhängig von Uhrzeit oder Wetter reagieren. Beide Seiten gehören zusammen: Im Kundenzentrum wird Versorgung erklärt, draußen und in den Anlagen wird sie praktisch gesichert. 

Ein Blick hinter sonst verschlossene Türen

Im Jubiläumsjahr wurde diese Arbeit für einen Tag sichtbar. Am 22. März öffneten die Stadtwerke das Wasserwerk für Besucher. Bei Rundgängen konnten sie verfolgen, wie Trinkwasser gewonnen, aufbereitet, gespeichert und verteilt wird. Der Weg führte bis zum großen Hochbehälter, dessen Reservoir im Alltag kaum jemand zu Gesicht bekommt. 

Für Kinder gab es Wasserexperimente und Kinderschminken, das Deutsche Rote Kreuz übernahm die Verpflegung, Maskottchen Eddy war ebenfalls vor Ort. Der eigentliche Kern des Tages lag jedoch hinter den Türen der technischen Anlage: Wasser fließt nicht einfach aus einer Quelle in den Hahn. Es ist ein aufwändiges Verfahren, bis das gewonnene Wasser über ein weit verzweigtes Netz verteilt werden kann. Dieser Tag machte damit einen Teil der Daseinsvorsorge greifbar, der sonst unter der Erde oder in Betriebsgebäuden verborgen bleibt. 

Zurück an den ersten Standort

Genau diese Nähe soll am Samstag, 26. September, auf dem Kornmarkt im Mittelpunkt stehen. Dort feiern die Stadtwerke von 11 bis 16.30 Uhr ihr Jubiläum. Der Platz ist nicht zufällig gewählt: Am Kornmarkt 6 befand sich 1926 der erste Unternehmenssitz. Hundert Jahre später kehrt das Unternehmen für einen Tag an seinen Ausgangspunkt zurück. 

Das Programm setzt vor allem auf Spiel und Spaß für Groß und Klein. Besucher können Karts des Motorsportclubs Nahetal kennenlernen, Kanus des Kanu-Sport-Vereins auf dem Mühlenteich ausprobieren, Tennis spielen oder beim Männerturnverein zum Torwandschießen antreten. Die Kunstwerkstatt kommt mit ihrem Kunstmobil, beim Schwimm- und Freizeitclub Nahetal können Stofftaschen bemalt werden. 

Für Kinder sind Hüpfburg, Kinderschminken und ein Mitmachzirkus vorgesehen. Dazu kommen Rollitanz, Auftritte des Turn- und Sportvereins Rüdesheim und Musik von Antenne Bad Kreuznach. Die Stadtwerke bieten Glücksrad, Heißen Draht und Enten angeln an; auch Maskottchen Eddy ist unterwegs. Die Lebenshilfe Bad Kreuznach und Mareikes Snackmobil übernehmen Teile des gastronomischen Angebots. 

Das Fest schließt einen historischen Kreis und rückt zugleich Vereine in den Blick, mit denen die Stadtwerke über diesen Samstag hinaus schon lange verbunden sind. 

Wenn Technik Farbe bekommt

An anderer Stelle des Stadtgebiets wird Infrastruktur im Jubiläumsjahr gerade deshalb sichtbar, weil sie ihr gewohntes Aussehen verliert. Auf Initiative von Oberbürgermeister Emanuel Letz gestalten Schulen, Vereine, Initiativen, Privatpersonen und Künstler gemeinsam mit den Stadtwerken graue Stromkästen neu. Kinder der Don-Bosco-Schule sowie der Künstler Peter Trautmann und die Lebenshilfe Bad Kreuznach gehörten zu den ersten Teilnehmern. 

Mitte des Jahres waren bereits 15 Kästen bemalt; mehr als 40 Gruppen und Einzelpersonen hatten Interesse angemeldet. Jedes Motiv muss abgestimmt und jeder Termin zum Bemalen organisiert werden. Aus einem zweckmäßigen Gehäuse, das im Straßenraum leicht übersehen wird, entsteht so ein kleines Kunstwerk, die Technik im Inneren bleibt unverändert wichtig. 

Die Aktion zeigt, wie eng kommunale Infrastruktur mit dem öffentlichen Raum verbunden ist. 

Unterstützung für Vereine

Der Versorger fördert jährlich mehr als 100 Sport- und Kulturvereine, soziale Initiativen und weitere Projekte. Einen besonders konkreten Einblick gibt die Eddy-Taler-Aktion. Gemeinnützige Vereine und Einrichtungen können sich mit einem Vorhaben bewerben. Von Mai bis September lösen die Teilnehmer jeden Monat Aufgaben und sammeln dafür digitale Taler. Im Jubiläumsjahr gehörten selbst gestaltete Grüße zum 100. Geburtstag der Stadtwerke dazu. Ein Eddy-Taler entspricht einem Euro; 2026 stehen insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung. 

Hinter der Summe stehen Wünsche, die für das Vereinsleben viel ausmachen können. Der Kanu-Sport-Verein Bad Kreuznach sammelt für ein Slalom-Wettkampfboot des Nachwuchses. Der Förderverein der Kindertagesstätte Fürfeld benötigt eine Weichbodenmatte für den Bewegungsraum. Der Boule-Club Rheingrafenstein möchte einen Defibrillator anschaffen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft plant Unterstützung für eine Jugendfreizeit, der 1. Kreative Tanzsport Club für ein inklusives Ferienprogramm. Andere Projekte reichen von Trainingsmaterial bis zur technischen Ausstattung eines Kinderchores. 

Die Aktion setzt dort an, wo Vereine und Einrichtungen eine konkrete Lücke sehen. Mal fehlt ein Sportgerät oder eine sichere Ausstattung, manchmal reicht das Geld nicht für eine gemeinsame Aktivität. Regionale Verantwortung endet damit nicht am Rand eines Rohrgrabens. Sie betrifft ebenso das Vereinsleben und die soziale Teilhabe. 

Aus Punkten werden junge Bäume

Verantwortung für die Region richtet sich zugleich auf Flächen, die erst in vielen Jahren zeigen werden, was aus einer heutigen Entscheidung geworden ist. 2021 riefen die Stadtwerke die naheChangers-App ins Leben. Sie übersetzt klimabewusstes Verhalten in ein Punktesystem. Wer etwa das Fahrrad statt des Autos nutzt, kann Punkte sammeln. Je 150 Punkte ergeben einen virtuellen Baum. Am Jahresende werden daraus echte Pflanzungen. 

Seit dem Start sind rund 5.800 Bäume im Kreuznacher Stadtwald und in umliegenden Wäldern gepflanzt worden. Die Stadtwerke arbeiten dabei mit dem Forstamt Soonwald zusammen. Die gesammelten Punkte werden auf diese Weise zu sichtbaren Pflanzungen vor Ort. 

Die nächste Aktion ist für den 7. November 2026 um 11 Uhr auf dem Kuhberg geplant. Interessierte können sich den Stadtwerken und dem Forstamt anschließen, per E-Mail an: nahechangers@stadtwerke-kh.de. Ein junger Baum braucht Jahre, bis er seinen Platz im Wald einnimmt. Darin ähnelt die Pflanzung dem Bau und der Pflege von Netzen: Auch dort müssen Entscheidungen lange tragen.

Vier Berufswege beginnen

Am 1. August 2026 starteten vier Nachwuchskräfte ihre Ausbildung bei den Kreuznacher Stadtwerken. Einer lernt Anlagenmechaniker in der Fachrichtung Rohrsystemtechnik, einer Vermessungstechniker, einer Industriekaufmann und einer Elektroniker für Betriebstechnik. Damit kommen technische und kaufmännische Perspektiven zusammen, die im Alltag des Versorgers voneinander abhängen. 

Die Unternehmensgruppe bietet neun Ausbildungsberufe und duale Studienmöglichkeiten an. Die Spannweite reicht von der Wasserversorgung und der Vermessung über Elektronik und Informationstechnik bis zu kaufmännischen Aufgaben und dem Betrieb der Bäder. 

Die Nachwuchskräfte lernen dabei nicht für einen abstrakten Markt. Viele Ergebnisse ihrer Arbeit liegen direkt vor der Haustür, etwa im Hydranten an der Straße oder im Hausanschluss eines Neubaus. Ausbildung ist deshalb auch Vorsorge. Technik kann erneuert werden, doch ohne Fachkräfte lässt sie sich weder sicher betreiben noch im Störungsfall reparieren. Wissen muss weitergegeben werden und die Kreuznacher Stadtwerke sorgen damit auch für Arbeitsplätze vor der Haustür. 

Sonnenstrom für den späteren Bedarf

Wie sich die Energieversorgung verändert, zeigt ein Projekt am eigenen Logistikzentrum. Auf dessen Dach arbeiten seit 2024 insgesamt 220 Photovoltaikmodule mit einer Leistung von 99 Kilowatt-Peak. 2026 wurde die Anlage um einen Batteriespeicher mit 120 Kilowattstunden Kapazität ergänzt. Er nimmt einen Teil des Stroms auf, wenn die Module mehr erzeugen, als im Gebäude gerade benötigt wird. Später kann diese Energie genutzt werden, obwohl die Sonne weniger oder gar nicht scheint. 

Die ersten Vergleichszahlen zeigen den Effekt. Der Anteil des vor Ort genutzten Solarstroms stieg gegenüber dem ersten Quartal 2025 von 67 auf 94 Prozent. Realisiert wurde das Projekt mit dem Bad Sobernheimer Unternehmen PV.ON, das bereits die Photovoltaikanlage geplant hatte. Das Projekt beantwortet eine zentrale praktische Frage: Wie lässt sich selbst erzeugter Strom dann einsetzen, wenn der Bedarf tatsächlich entsteht? 

Mit dem wachsenden Anteil wetterabhängiger Erzeugung gewinnt diese zeitliche Verschiebung an Bedeutung. Photovoltaik liefert mittags oft besonders viel Energie, während Gebäude auch am Morgen, am Abend oder bei bedecktem Himmel Strom brauchen. Der Speicher erhöht deshalb den Eigenverbrauch und verringert den unmittelbaren Bezug aus dem Netz. Für ein Energieunternehmen ist das Logistikzentrum zugleich ein Ort, an dem sich die Technik im eigenen Betrieb erproben lässt. 

Licht macht Wasser sicher

Ein weiteres Projekt des Jubiläumsjahres führt zurück ins Wasserwerk Stromberger Straße. Dort haben die Stadtwerke 2026 die Anlage zur Desinfektion mit ultraviolettem Licht erneuert und zugleich Armaturen sowie Rohrleitungen modernisiert. Das Verfahren kommt ohne zusätzliche Desinfektionsstoffe aus. Ultraviolettes Licht macht Mikroorganismen unschädlich; anschließend gelangt das behandelte Wasser direkt in die Wasserkammer und von dort in die Versorgung. 

Die neue Technik besteht aus zwei Anlagen, die jeweils bis zu 1.000 Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereiten können. Im Normalbetrieb laufen beide mit halber Leistung. Das spart Energie und schafft zugleich eine Reserve: Fällt eine Anlage aus, kann die zweite die erforderliche Leistung übernehmen. Die doppelte Auslegung soll einen Ausfall auffangen und die Versorgung sichern. Vor dem Einbau wurden die Bauteile desinfiziert. Kettenzüge bewegten Komponenten von bis zu 700 Kilogramm. Die alten verzinkten Stahlrohre wichen beschichteten Leitungen, in denen sich weniger Ablagerungen bilden sollen. 

Damit die Versorgung möglichst wenig beeinträchtigt wurde, erfolgte der Einbau mit der Fachfirma A&H Anlagenbau in drei verbrauchsarmen Nächten. Die neue Technik ist für mindestens 20 Betriebsjahre ausgelegt. Damit schließt sich ein Bogen zu den Wasserwerken, die in den 1980er-Jahren errichtet wurden. Infrastruktur ist nie abgeschlossen. Ein Werk kann jahrzehntelang bestehen, doch seine Technik muss geprüft und erneuert werden. Langfristiges Handeln bedeutet deshalb auch, bestehende Anlagen so zu pflegen, dass aus dem heutigen Wasserhahn weiterhin Wasser von einwandfreier Qualität kommt. 

Die Geschichte der Stadtwerke lässt sich an ihren Netzen und Versorgungsmengen erzählen. Vollständig wird sie erst mit den Menschen, die all das geplant und betrieben haben. 1926 organisierten sie die junge Infrastruktur einer wachsenden Stadt. Hundert Jahre später müssen ihre Nachfolger ein weit verzweigtes System sicher betreiben und zugleich zukünftsfähig aufstellen. 

Am Lichtschalter und am Wasserhahn wird davon auch künftig wenig zu sehen sein. Gerade das ist der Maßstab. Versorgung erfüllt ihren Zweck, wenn sie im Alltag selbstverständlich bleibt. Dahinter aber steht eine Verantwortung, die mit den technischen Möglichkeiten und den Anforderungen der Region größer geworden ist. Sie endet nicht im Jubiläumsjahr. Mit jeder erneuerten Leitung und jeder ausgebildeten Fachkraft beginnt sie von Neuem.

Programm zum Jubiläumsfest auf dem Kornmarkt am 26.09.2026 ab 11 Uhr

- Musik mit Antenne Bad Kreuznach
- Meet and Greet mit Eddy
- Jubiläums-Tombola
- Hüpfburg und Kinderschminken mit dem Deutschen Roten Kreuz
- Mitmachzirkus u. a. mit Rollitanz des 1. KTC Bad Kreuznach
- Kartserkunden mit dem MSC Nahetal
- Kanu fahren auf dem Mühlenteich mit dem KSV Bad Kreuznach
- Auftritte des TSV Rüdesheim
- Kunstmobil der Kunstwerkstatt
- Tennis spielen mit dem TC Hackenheim
- Mitmachtanz und Torwandschießen mit dem MTV Bad Kreuznach
- Mini-Tischtennis mit der SG Frei-Laubersheim/Hackenheim/Winzenheim
- Taschenbemalen mit dem SFC Nahetal
- Leckere Cocktails von der Lebenshilfe Bad Kreuznach
- Wraps & Snacks von Mareikes Snackmobil
- Enten angeln, Kindertattoos und vieles mehr